In der politischen Diskussion wird häufig behauptet, eine hohe Waffendichte führe zwangsläufig zu mehr Tötungsdelikten. Ein Blick auf die Schweiz zeigt jedoch, dass dieser Zusammenhang keineswegs so einfach ist.
Die Schweiz gehört zu den europäischen Ländern mit einer hohen Zahl von Schusswaffen in Privatbesitz. Gemäss den Schätzungen des Small Arms Survey kommen in der Schweiz rund 27,6 Schusswaffen auf 100 Einwohner. Damit befindet sich die Schweiz im europäischen Vergleich in der Spitzengruppe.
Gleichzeitig weist die Schweiz im internationalen Vergleich eine sehr niedrige Tötungsrate auf. Das Schweizer Beispiel stellt damit die einfache Gleichung «mehr Waffen = mehr Tötungsdelikte» infrage. Eine hohe Waffendichte führt offensichtlich nicht automatisch zu einer hohen Zahl von Tötungsdelikten.
Auch der internationale Vergleich zeigt, dass die Unterschiede erheblich sind. Die USA weisen ebenfalls eine sehr hohe Waffendichte auf, haben aber eine wesentlich höhere Tötungsrate als die Schweiz. In anderen Ländern wiederum ist die Tötungsrate sehr hoch, obwohl die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und waffenrechtlichen Verhältnisse völlig anders sind.
Die Waffendichte allein eignet sich damit kaum als Erklärung für die unterschiedlichen Tötungsraten. Wäre sie der entscheidende Faktor, müsste gerade die Schweiz angesichts ihres hohen privaten Waffenbestands eine wesentlich höhere Tötungsrate aufweisen. Das Gegenteil ist der Fall.
Offensichtlich spielen andere Faktoren eine entscheidende Rolle: Wohlstand und soziale Verhältnisse, Bildung, organisierte Kriminalität und Drogenhandel, funktionierende staatliche Institutionen sowie gesellschaftliche und kulturelle Faktoren.
Dass neben der blossen Verfügbarkeit von Waffen weitere Faktoren berücksichtigt werden, zeigt auch das Schweizer Waffenrecht. Art. 12 der Waffenverordnung sieht besondere Waffenverbote für Angehörige bestimmter Staaten vor. Auch die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt erhebliche Unterschiede bei der Kriminalitätsbelastung verschiedener Bevölkerungsgruppen. Dies ist ein weiteres Indiz dafür, dass Unterschiede bei der Gewaltkriminalität nicht allein mit der Zahl der verfügbaren Waffen erklärt werden können.
Auch sollte zwischen der allgemeinen Tötungsrate und der Zahl der mit Schusswaffen begangenen Tötungsdelikte unterschieden werden. Ein Land kann eine hohe Zahl privater Schusswaffen besitzen und trotzdem eine niedrige allgemeine Tötungsrate aufweisen – die Schweiz ist dafür ein besonders interessantes Beispiel.
Fazit: Die Schweiz zeigt, dass eine hohe Waffendichte nicht automatisch zu einer hohen Tötungsrate führt. Trotz eines im europäischen Vergleich hohen privaten Waffenbestands gehört die Schweiz zu den Ländern mit einer niedrigen Tötungsrate. Die Zahl der vorhandenen Waffen allein ist deshalb keine überzeugende Erklärung für die erheblichen Unterschiede zwischen einzelnen Staaten. Wer die Ursachen von Tötungsdelikten verstehen will, muss auch kulturelle, soziale, wirtschaftliche, gesellschaftliche und kriminalitätsbezogene Faktoren berücksichtigen.
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Als ehemaliger Schützenpräsident und Armeeangehöriger besitze ich ein Sturmgewehr, Karabiner (von meinem Vater und zwei Pistolen. Ich bin doch wegen dem Waffenbesitz nicht gefährlicher.
Ja so ist es! Auch England mit einem extrem strengen Waffengesetz hat mehr Tötungsdelikte, als die Schweiz, wohlverstanden pro Einwohner. Wo soll das nach den Grün/Rot Liberalen enden? Liberal sin die schon lange nicht mehr!