Spanische Grippe 1918/19: 25’000 Tote und das Versagen der Armeesanität

Spanische Grippe: Historische Aufnahme mit kranken Soldaten in der Etappensanitätsanstalt Olten während des Ersten Weltkriegs. Auf dem vorderen Krankenbett steht «Rotes Kreuz Olten».

Die Schweiz blieb während des Ersten Weltkriegs von Kampfhandlungen verschont. Doch im Sommer 1918 wurde das Land von einer Katastrophe erfasst, vor der auch ihre Armee keinen Schutz bieten konnte: der Spanischen Grippe. Sie gehört zu den schwersten demografischen Katastrophen der Schweizer Geschichte. Rund zwei Millionen Menschen erkrankten, etwa 25’000 starben. Besonders schwer traf die … Weiterlesen

Die Schweiz im Ersten Weltkrieg: Getreideknappheit und Inflation

Historische Collage zur Lebensmittelrationierung und Teuerung in der Schweiz während des Ersten Weltkriegs, mit Preisvergleichen von 1914 und 1918.

Die Schweiz blieb während des Ersten Weltkriegs von militärischen Angriffen und grossflächigen Zerstörungen verschont. Dennoch gerieten Hunderttausende Menschen in wirtschaftliche Not. Getreideknappheit, unterbrochene Handelswege, eine massive Inflation und sinkende Reallöhne belasteten die Bevölkerung. Gleichzeitig erzielten Teile der Schweizer Industrie hohe Kriegsgewinne. Die wirtschaftliche Krise verschärfte die gesellschaftlichen Gegensätze und trug wesentlich zum Landesstreik von 1918 … Weiterlesen

Obersten-Affäre 1916: Waren Egli und von Wattenwyl Bauernopfer?

Historische Karikaturen zur Obersten-Affäre 1916: Oberst Karl Egli links, Generalstabschef Theophil Sprecher von Bernegg mit den beiden Offizieren in seinen Armen. In der Mitte und Oberst Friedrich Moritz von Wattenwyl rechts.

Während des Ersten Weltkriegs gaben zwei hochrangige Schweizer Generalstabsoffiziere geheime militärische Informationen an Deutschland und Österreich-Ungarn weiter. Obwohl ein Militärgericht eine Verletzung der Neutralität feststellte, wurden beide freigesprochen. Das wirft Fragen auf: Wie unabhängig war die damalige Militärjustiz? War es lediglich eine Neutralitätsverletzung oder ging es auch um Landesverrat? Und handelten die beiden Offiziere tatsächlich … Weiterlesen

Grimm-Hoffmann-Affäre 1917: Schweizer Neutralität in der Krise

Bundesrat Arthur Hoffmann (rechts) im Gespräch mit dem deutschen Kaiser Wilhelm II. bei den Kaisermanövern 1912 in der Schweiz.

Im Juni 1917 erschütterte ein diplomatischer Skandal die Schweiz. Bundesrat Arthur Hoffmann hatte während des Ersten Weltkriegs hinter dem Rücken seiner Regierungskollegen eine geheime Friedensinitiative zwischen Deutschland und Russland unterstützt. Ein Separatfrieden hätte dem Deutschen Reich ermöglicht, Truppen von der Ostfront abzuziehen und gegen Frankreich und Grossbritannien einzusetzen. Als die geheime Korrespondenz bekannt wurde, warfen … Weiterlesen

Die Kollaborationsmilliarde der Schweiz an das Dritte Reich

Infografik zur Kollaborationsmilliarde: Clearing zwischen der Schweiz und dem Dritten Reich mit Warenlieferungen, offenen Forderungen, Schweizerischer Verrechnungsstelle, SNB-Krediten und Bundesgarantien.

Die Schweiz blieb während des Zweiten Weltkriegs offiziell neutral, traf jedoch geheime militärische Absprachen mit Frankreich. Ab 1940 finanzierte der Bund Einkäufe des Dritten Reichs in Milliardenhöhe vor – darunter Waffen, Maschinen und andere kriegswichtige Güter. Die nationalsozialistische Kriegswirtschaft profitierte von Schweizer Krediten, ohne die entsprechenden Einkäufe vollständig durch eigene Lieferungen oder Zahlungen zu decken. … Weiterlesen

Die Regeneration ab 1830:
Der Weg zum Schweizer Bundesstaat

Josef Munzinger spricht am Volkstag vom 22. Dezember 1830 in Balsthal vor einer grossen Volksversammlung. Historische Lithografie von Joachim Senn.

1830 geriet die politische Ordnung der Schweiz ins Wanken. In zahlreichen Kantonen verlangten Bürger mehr politische Rechte, neue Verfassungen und das Ende der Vorherrschaft alter Eliten. Die liberale Bewegung setzte tiefgreifende Reformen durch. Doch während sich die Kantone veränderten, blieb die Eidgenossenschaft ein lockerer Staatenbund. Die entscheidende Frage blieb ungelöst: Sollte die Schweiz aus weitgehend … Weiterlesen

Die Schweiz 1803–1815:
Mediation und Staatenbund

Historischer Holzschnitt: Napoleon übergibt die Mediationsakte an die Schweizer Abgeordneten im Tuilerienpalast in Paris.

Nach dem Ende der Helvetischen Republik gab Napoleon der Schweiz 1803 eine föderalistische Ordnung. Doch als seine Macht 1813 zerbrach, geriet die Eidgenossenschaft wieder in eine Krise. Alte Herrschaftsansprüche bedrohten erneut die neuen Kantone. Der Bundesvertrag von 1815 sicherte schliesslich ihren Zusammenhalt – unter entscheidendem Einfluss der europäischen Grossmächte. Die Mediation bringt die kantonale Eigenständigkeit … Weiterlesen

Stecklikrieg 1802: Warum die Helvetische Republik scheiterte

Historische Zeichnung von Karl Ludwig Zehender: Bewaffnete Männer und eine Kanone bei der Belagerung Berns im Stecklikrieg 1802.

Die Helvetische Republik machte aus der dezentralen Eidgenossenschaft einen einheitlich regierten Staat. Doch die jahrhundertelang gewachsenen politischen Strukturen liessen sich nicht einfach ersetzen. Als die französischen Truppen 1802 abzogen, setzte sich der föderalistische Widerstand militärisch durch. Der Stecklikrieg wurde zum Wendepunkt im Ringen zwischen Zentralismus und Föderalismus. Ein Zentralstaat ersetzt die Alte Eidgenossenschaft Bis 1798 … Weiterlesen

1798 – Die Alte Eidgenossenschaft fällt und die Helvetische Republik entsteht

Historische Karte der Schlacht am Grauholz vom 5. März 1798 mit Berner und französischen Truppenstellungen, Strassen, Waldgebieten und Geländeformen.

Die Alte Eidgenossenschaft verteidigte ihre Unabhängigkeit nach aussen. Im Innern lebten jedoch viele Menschen als Untertanen. 1798 zerbrach diese Ordnung unter dem Druck revolutionärer Bewegungen und französischer Truppen. Die Helvetische Republik brachte neue Rechte, zugleich aber Fremdherrschaft und einen erzwungenen Zentralismus. Dieser widersprüchliche Umbruch bereitete den Weg zur modernen Schweiz. Eine Eidgenossenschaft mit Untertanen Vor … Weiterlesen

Der Sonderbundskrieg von 1847: Wie die moderne Schweiz entstand

Sonderbundskrieg 1847 – Eidgenössische Truppen greifen beim Gefecht von Gisikon am 23. November 1847 die Truppen des Sonderbundes an.

Der Sonderbundskrieg von 1847 war der letzte Bürgerkrieg der Schweiz. Liberale und konservative Kantone kämpften um Religion, kantonale Souveränität und die politische Ordnung des Landes. Der Krieg dauerte nur 26 Tage, entschied aber darüber, wie aus dem lockeren Staatenbund die moderne Schweiz entstand. Im November 1847 standen sich Schweizer Soldaten auf Schweizer Boden gegenüber. Auf … Weiterlesen