Stecklikrieg 1802: Warum die Helvetische Republik scheiterte

Historische Zeichnung von Karl Ludwig Zehender: Bewaffnete Männer und eine Kanone bei der Belagerung Berns im Stecklikrieg 1802.

Die Helvetische Republik machte aus der dezentralen Eidgenossenschaft einen einheitlich regierten Staat. Doch die jahrhundertelang gewachsenen politischen Strukturen liessen sich nicht einfach ersetzen. Als die französischen Truppen 1802 abzogen, setzte sich der föderalistische Widerstand militärisch durch. Der Stecklikrieg wurde zum Wendepunkt im Ringen zwischen Zentralismus und Föderalismus. Ein Zentralstaat ersetzt die Alte Eidgenossenschaft Bis 1798 … Weiterlesen

1798 – Die Alte Eidgenossenschaft fällt und die Helvetische Republik entsteht

Historische Karte der Schlacht am Grauholz vom 5. März 1798 mit Berner und französischen Truppenstellungen, Strassen, Waldgebieten und Geländeformen.

Die Alte Eidgenossenschaft verteidigte ihre Unabhängigkeit nach aussen. Im Innern lebten jedoch viele Menschen als Untertanen. 1798 zerbrach diese Ordnung unter dem Druck revolutionärer Bewegungen und französischer Truppen. Die Helvetische Republik brachte neue Rechte, zugleich aber Fremdherrschaft und einen erzwungenen Zentralismus. Dieser widersprüchliche Umbruch bereitete den Weg zur modernen Schweiz. Eine Eidgenossenschaft mit Untertanen Vor … Weiterlesen

Der Sonderbundskrieg von 1847: Wie die moderne Schweiz entstand

Sonderbundskrieg 1847 – Eidgenössische Truppen greifen beim Gefecht von Gisikon am 23. November 1847 die Truppen des Sonderbundes an.

Der Sonderbundskrieg von 1847 war der letzte Bürgerkrieg der Schweiz. Liberale und konservative Kantone kämpften um Religion, kantonale Souveränität und die politische Ordnung des Landes. Der Krieg dauerte nur 26 Tage, entschied aber darüber, wie aus dem lockeren Staatenbund die moderne Schweiz entstand. Im November 1847 standen sich Schweizer Soldaten auf Schweizer Boden gegenüber. Auf … Weiterlesen

Vom Mittelland ins Réduit: Die Dissuasionsstrategie von 1940

Karte der Schweiz mit der Limmatstellung 1939/40 und dem Réduit 1940/41 als Darstellung des Strategiewechsels der Schweizer Landesverteidigung.

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs sah die Schweizer Verteidigungsstrategie vor, dass die Schweizer Armee einen Angreifer bereits im Grenzraum und im Mittelland bekämpfen sollte. Der deutsche Westfeldzug von 1940, die rasche Niederlage Belgiens und vor allem der Zusammenbruch Frankreichs veränderten jedoch die strategische Lage grundlegend. General Guisan zog daraus Konsequenzen und richtete die Verteidigungsstrategie auf … Weiterlesen

Die Neutralitätserklärung von 1674

Die Neutralitätserklärung von 1674: Ludwig XIV. zu Pferd bei der Einnahme von Besançon in der Freigrafschaft Burgund.

Im Jahr 1674 erklärte die Tagsatzung erstmals offiziell, die Alte Eidgenossenschaft wolle sich als neutraler Stand verhalten. Diese Erklärung war keine Geburtsurkunde der heutigen Neutralität. Sie war eine pragmatische Antwort auf einen Krieg, der sich den eidgenössischen Grenzen näherte. Bündnisse mit ausländischen Mächten und fremde Kriegsdienste bestanden weiterhin. Die Neutralität von 1674 unterschied sich damit … Weiterlesen

Marignano 1515: Der Mythos vom Ursprung der Schweizer Neutralität

Schlacht von Marignano 1515 in einer Darstellung von Urs Graf aus dem Jahr 1521

Am 13. und 14. September 1515 erlitt ein eidgenössisches Heer bei Marignano eine verheerende Niederlage gegen Frankreich und Venedig. Im schweizerischen Geschichtsbild wurde daraus später die Geburtsstunde der Neutralität: Die Eidgenossen hätten die Sinnlosigkeit ihrer Grossmachtpolitik erkannt und sich fortan aus fremden Kriegen herausgehalten. Diese Erzählung beruht bereits in einem entscheidenden Punkt auf einer falschen … Weiterlesen

Die Bündner Wirren: Wie Graubünden zum Schlachtfeld Europas wurde

Kampf der Prättigauer gegen österreichische Truppen bei Chur während der Bündner Wirren 1622

Am 4. September 1618 starb der katholische Erzpriester Nicolò Rusca an den Verletzungen, die ihm während des Thusner Strafgerichts durch Folter zugefügt worden waren. Ein Urteil gegen ihn war nicht ergangen. Der frühere Bergeller Landammann Johann Baptista Prevost wurde nach einem unter Folter erzwungenen Geständnis zum Tod verurteilt und hingerichtet. Zahlreiche weitere tatsächliche und vermeintliche … Weiterlesen

Suworow-Denkmal: Warum steht ein russisches Kriegerdenkmal in der Schweiz?

Warum steht ein russisches Kriegerdenkmal in der Schweiz? Das Suworow-Denkmal und die Ereignisse von 1799 und 1813 zeigen die Grenzen der Neutralität.

Wer durch die Schöllenenschlucht fährt, begegnet einem ungewöhnlichen Monument. Unweit der Teufelsbrücke erhebt sich ein gewaltiges, in den Fels eingelassenes Kreuz. Es erinnert an die russischen Soldaten General Alexander Suworows, die 1799 während seines Feldzugs durch die Schweizer Alpen ums Leben kamen. Mitten in der Schweiz steht damit bis heute ein russisches Kriegerdenkmal. Angesichts des … Weiterlesen

Unternehmen Tannenbaum: Unterschätzte die Wehrmacht die Schweiz?

Unternehmen Tannenbaum – deutscher Angriffsplan gegen die Schweiz

In Diskussionen über die Schweizer Neutralität und das Réduit taucht immer wieder dieselbe Behauptung auf: Hitler habe die Schweiz nicht angegriffen, weil die Wehrmacht mit enormen Verlusten gerechnet und für eine Invasion eine gewaltige Streitmacht benötigt hätte. Mitunter ist sogar von mehr als 40 deutschen Divisionen die Rede. Das klingt eindrucksvoll. Doch was sagen die … Weiterlesen

Der Mythos von der bewaffneten Neutralität

Bewaffnete Neutralität

In der Schweiz hält sich hartnäckig die Vorstellung, bewaffnete Neutralität sei ein besonders wirksamer Schutz vor Krieg. Die Geschichte zeichnet jedoch ein anderes Bild. Zahlreiche neutrale und durchaus verteidigungsfähige Staaten wurden angegriffen, sobald eine Grossmacht ihre strategischen Interessen höher gewichtete als deren Neutralität. Neutralität kann ein Instrument der Aussenpolitik sein und eine starke Armee kann … Weiterlesen