Taliban erobern Afghanistan im Handstreich

Von Alexander Müller veröffentlicht am 15. August 2021 | 81 mal gesehen

Was zurzeit in Afghanistan passiert ist eine Tragödie. Nach dem Abzug der NATO-Truppen in Afghanistan, haben die Taliban das Land innert kürzester Zeit erobert.

Viele sind sicherlich erstaunt wie schnell es rund 37’000 Taliban-Kämpfern gelang das Land zu erobern. Schliesslich standen ihnen rund 370’000 vom Westen gut ausgerüstete Regierungssoldaten und Milizen entgegen.

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Taliban auf dem Vormarsch in Afghanistan

Wie sich zeigt, war die Kampfmoral der Regierungssoldaten offenbar sehr gering. Sie haben grosse Teile des Landes und Militärbasen den Taliban praktisch kampflos überlassen. Diese sind dadurch an zusätzliche Munition und neue noch verpackte Waffen sowie US-Fahrzeuge gelangt.

Widerstand geleistet haben offenbar hauptsächlich Sondereinheiten und Kommandotruppen. Diese waren aber für den Anti-Terrorkampf ausgebildet und nicht für die Territorialverteidigung eines Landes. Ohne westliche Hilfe und ohne Hilfe der übrigen Regierungstruppen sind sie den Taliban unterlegen.

Den Taliban geholfen hat sicher auch, dass ihnen ein Grossteil der islamisch-konservativen Landbevölkerung wohlgesonnen ist.

Die Hauptverantwortung für dieses Disaster tragen die NATO und die Spitzenpolitiker dahinter. Namentlich der Demokrat Joe Biden, der mit dem voreiligen und völlig verfrühten Abzug der US-Truppen den Taliban in die Hände gespielt hat. Es ist eine Schande, dass die NATO die Afghanen so im Stich gelassen hat.

Was nun folgt werden wir sehen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Taliban die Zustände wieder herstellen, die in Afghanistan herrschten bevor sie von den US-Truppen vertrieben wurden. Sie geben sich jetzt nach aussen zwar etwas lammfrommer. Dies jedoch wohl nur bis sie das Land wieder unter ihrer Kontrolle haben und ihre Regierung wieder voll installiert haben. Dann werden sie wieder ihre wahre Fratze zeigen. Macht euch keine Illusionen. Es ist bereits zu Gräueltaten gekommen. So sollen gefangene Soldaten exekutiert worden sein und in Kandahar haben sie offenbar eine Feministin gehäutet.

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2 Gedanken zu „Taliban erobern Afghanistan im Handstreich“

  1. Der Feldzug war von vorne herein zum Scheitern verurteilt. Da kann man nicht Biden die Schuld geben.

    Versuche mal jemand, nur eine Person von seiner Meinung zu „Überzeugen“. Wie oft gelingt das? Und jetzt kommt der Westen mit Kriegsgerät in dein Land gestiefelt und will dir Gendersprache und tolle Werte verkaufen.

    Wer genau hat Truppen entsendet? Das war nicht Biden. Das waren Bush, in Deutschland die Sozialdemokraten und die Grünen.

    Die Lebenslügen werden üble Folgen haben. Für die USA und für Europa.

    Was in Afghanistan los war, ging den Westen gar nichts an, jedenfalls nichts, was einen Einmarsch gerechtfertigt hat.

    Und wenn schon bombardiert wird, warum nicht Hamburg? Die Terroristen kamen alle aus Hamburg.

  2. Hallo JS, ich teile deine Einschätzung nicht. Osama Bin Laden, der Auftraggeber von 9/11 war in Afghanistan untergetaucht und die Taliban haben dessen Herausgabe verweigert. Afghanistan wurde somit als Zufluchtsort für Terroristen angesehen. Deshalb sind die Amis einmarschiert. Der Grund ist aus Sicht einer Weltmacht legitim. So wurde das seit Menschengedenken gemacht. Das Problem ist, dass der Transformationsprozess hauptsächlich bei einer städtischen Schicht erfolgreich verlaufen ist. Bei der Landbevölkerung hätte das aber noch viel mehr Zeit gebraucht. Biden hat einen Fehler gemacht, der auf einer Fehleinschätzung beruhte, indem er seine siegreichen Truppen zu früh abgezogen hat. Die hätten erst gehen dürfen, wenn der Transformationsprozess abgeschlossen ist. Die Fehleinschätzung war, dass die zahlenmässig zehnfach überlegenen Regierungstruppen, die von den Amis ausgebildet wurden und bestens ausgerüstet waren den Taliban Widerstand leisten. Dass das solch ehrlose und vaterlandslose Gesellen sind, die den Taliban kampflos das Feld überlassen hat Biden nicht gedacht. Er wurde eines Besseren belehrt.

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