Defensive Aktien sind Aktien von Unternehmen, deren Umsatz und Gewinn auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten vergleichsweise stabil bleiben. In starken Konjunkturphasen entwickeln sie sich häufig weniger dynamisch als zyklische Aktien, dafür reagieren ihre Erträge in Abschwungphasen meist weniger empfindlich. Dadurch können defensive Aktien einem Portfolio mehr Stabilität verleihen und – sofern das Unternehmen regelmässig Dividenden ausschüttet – zu einem kontinuierlichen Dividendeneinkommen beitragen.
Unternehmen mit defensiven Aktien finden sich insbesondere in den Bereichen Versorgung, Gesundheit, Basiskonsumgüter und Telekommunikation. Dies aus folgenden Gründen:
- Versorgungsunternehmen wie Energie- und Wasserversorger haben eine vergleichsweise stabile Nachfrage nach ihren Dienstleistungen, da sie grundlegende Bedürfnisse bedienen.
- Unternehmen im Gesundheitswesen, insbesondere Pharmaunternehmen, sind weniger anfällig für wirtschaftliche Abschwünge, da die Nachfrage nach Gesundheitsprodukten und Dienstleistungen im Gesundheits- und Pflegebereich weitgehend konstant bleibt.
- Unternehmen im Bereich Basiskonsumgüter können während wirtschaftlicher Abschwünge relativ widerstandsfähig sein, da sie wichtige Produkte wie Lebensmittel, Haushaltswaren und Hygieneprodukte herstellen, deren Nachfrage auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten vergleichsweise stabil bleibt.
- Telekommunikationsunternehmen bieten Dienstleistungen im Bereich Telefonie, Internet und TV an, die auch in Krisenzeiten weiterhin genutzt werden.
Nicht jede Aktie aus einer defensiven Branche ist im gleichen Mass defensiv. Geschäftsmodell, Verschuldung, Wettbewerbsintensität, Gewinnstabilität und Bewertung können die Widerstandsfähigkeit eines Unternehmens deutlich beeinflussen. Deshalb werden die folgenden Schweizer Aktien nach ihrem defensiven Charakter abgestuft:
- Klassisch defensiv: Unternehmen mit besonders stabiler Nachfrage, relativ konstanter Ertragsentwicklung und geringer Abhängigkeit vom Konjunkturverlauf.
- Eher defensiv: Unternehmen mit grundsätzlich stabilen Geschäftsmodellen, die jedoch etwas stärker von Wettbewerb, Kostenentwicklung, Regulierung oder anderen externen Faktoren beeinflusst werden.
- Defensive Elemente, aber höhere Zyklik: Unternehmen, deren Produkte oder Dienstleistungen zwar vergleichsweise stabil nachgefragt werden, deren Geschäftsentwicklung aber stärker von Konjunktur, Investitionen, Finanzmärkten oder Konsumzurückhaltung abhängen kann.
Defensive Schweizer Aktien:
| Kategorie | Aktien |
|---|---|
| Klassisch defensiv | Nestlé N, Novartis N, Roche Holding I, Swisscom N |
| Eher defensiv | Bell Food Group N, BKW AG, Emmi N, Galenica N, Sunrise N |
| Defensive Elemente, aber höhere Zyklik | Alcon Rg, ARYZTA N, Sonova Holding N, Straumann Holding N, Swiss Life N, Valiant Holding N, Zurich Insurance Group N |
Die Einteilung ist nicht absolut. Auch Unternehmen aus grundsätzlich defensiven Branchen können aufgrund ihrer Bewertung, Verschuldung, Gewinnentwicklung oder ihres konkreten Geschäftsmodells stärkeren Kursschwankungen ausgesetzt sein.
Anmerkung: Diese Liste ist nicht abschliessend. Es handelt sich lediglich um Beispiele und nicht um eine Anlageempfehlung.
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