Gold und Silber können eine sinnvolle Ergänzung zu einem diversifizierten Portfolio sein. Beide Edelmetalle werfen zwar weder Zinsen noch Dividenden ab, können aber zur Diversifikation beitragen und insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher oder geopolitischer Unsicherheit gefragt sein. Gold und Silber unterscheiden sich allerdings deutlich: Während Gold vor allem als Anlage- und Wertspeicher dient, spielt bei Silber die industrielle Nachfrage eine wesentlich grössere Rolle.
Wer in Gold oder Silber investieren möchte, sollte deshalb nicht nur die Entwicklung des Edelmetallpreises berücksichtigen. Wechselkurse, Realzinsen, Inflationserwartungen, Aufgelder, Steuern und die gewählte Anlageform können die tatsächliche Rendite erheblich beeinflussen.
Gold und Silber – was ist der Unterschied?
Gold und Silber sind zwar beides Edelmetalle, unterscheiden sich als Anlage jedoch deutlich. Gold dient vor allem als Anlage- und Wertspeicher und wird auch von Zentralbanken als Reserve gehalten. Die industrielle Nachfrage spielt beim Goldpreis eine vergleichsweise geringere Rolle.
Silber ist dagegen zugleich Edelmetall und wichtiger Industrierohstoff. Es wird unter anderem in der Elektronik, Photovoltaik und anderen technischen Anwendungen eingesetzt. Dadurch ist die Nachfrage nach Silber stärker von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängig. Der Silberpreis schwankt deshalb in der Regel stärker als der Goldpreis.
Für Anleger in der Schweiz besteht zudem ein wichtiger steuerlicher Unterschied: Anlagegold ist unter bestimmten Voraussetzungen von der Mehrwertsteuer befreit, während beim Kauf von physischem Silber grundsätzlich Mehrwertsteuer anfällt. Dies erhöht die Einstiegskosten einer physischen Silberanlage.
Beim Kauf von physischem Gold oder Silber sollte ausserdem das Aufgeld berücksichtigt werden. Händler verkaufen Barren und Münzen über dem reinen Metallwert. Dieses Aufgeld fällt bei kleinen Stückelungen prozentual meist höher aus als bei grösseren Einheiten.
Welche Faktoren beeinflussen den Gold- und Silberpreis?
Die Preise von Gold und Silber werden von verschiedenen wirtschaftlichen und politischen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören insbesondere Wechselkurse, Inflationserwartungen, Zinsen sowie die Nachfrage nach den beiden Edelmetallen.
- US-Dollar: Gold und Silber werden international überwiegend in US-Dollar gehandelt. Ein stärkerer US-Dollar geht häufig mit sinkenden Edelmetallpreisen in US-Dollar einher, während ein schwächerer Dollar Gold und Silber tendenziell begünstigen kann. Für Anleger in der Schweiz spielt zusätzlich der Wechselkurs zwischen US-Dollar und Schweizer Franken eine Rolle.
- Inflation: Gold und teilweise auch Silber werden von Anlegern als Schutz vor Geldentwertung betrachtet. Steigende Inflation oder Inflationserwartungen können deshalb die Nachfrage erhöhen. Ein automatischer Zusammenhang besteht allerdings nicht: Auch bei hoher Inflation können die Edelmetallpreise zeitweise fallen.
- Zinsen und Realzinsen: Gold und Silber werfen weder Zinsen noch Dividenden ab. Steigen die Renditen anderer Anlagen, können Edelmetalle deshalb relativ an Attraktivität verlieren. Besonders wichtig sind dabei die Realzinsen, also die Zinsen unter Berücksichtigung der Inflation. Sinkende Realzinsen können Gold begünstigen, während steigende Realzinsen tendenziell belastend wirken.
- Nachfrage nach Gold: Neben Anlegern und der Schmuckindustrie beeinflussen auch die Käufe und Verkäufe von Zentralbanken die Nachfrage nach Gold. Hinzu kommen in geringerem Umfang industrielle Anwendungen.
- Nachfrage nach Silber: Silber wird in grossem Umfang industriell genutzt, beispielsweise in der Elektronik und Photovoltaik. Seine Nachfrage ist deshalb stärker von der konjunkturellen und technologischen Entwicklung abhängig als jene von Gold.
Direkter und Indirekter Erwerb von Gold und Silber
In Edelmetalle wie Gold und Silber kann direkt und indirekt investiert werden. Wer direkt investiert, erwirbt diese physisch z.B. indem er Gold- und Silberbarren oder Gold- und Silbermünzen kauft. Der Vorteil ist, dass diese zu Hause verwahrt oder in einem Bankschliessfach gelagert werden können und der Besitzer einen direkten Zugriff darauf hat.
Beim direkten Kauf von Gold und Silber sollte folgendes beachtet werden:
- Nur bei seriösen Händlern kaufen
- Nicht in Sammlermünzen investieren, da deren Preis meist weit über dem Metallwert liegt und der Verkauf schwieriger ist
- In bekannte Anlagemünzen investieren: Bsp. Wiener Philharmoniker, Maple Leaf, Britannia und Gold Vreneli
- Nicht zu kleinteilig kaufen. Beim Kauf von Barren und Münzen wird gegenüber dem reinen Metallwert ein Aufgeld verlangt. Dieses fällt bei kleinen Stückelungen prozentual meist höher aus als bei grösseren Einheiten.
- Händlerpreise vergleichen
- Die erworbenen Edelmetalle sicher lagern
Durch die indirekte Investition in Edelmetalle wie Gold und Silber können Anleger von Renditen und Dividenden profitieren. Dabei kann in Aktien z.B. Goldminenaktien und breiter in klassische Fonds, ETFs und ETCs investiert werden. Der Vorteil dabei ist, dass die Edelmetalle nicht beim Investor oder in einem Bankschliessfach gelagert werden müssen. Wertpapiere können zudem leichter gehandelt werden. Ein wesentlicher Nachteil ist, dass kein direkter Zugriff auf die Edelmetalle besteht. Passende ETFs und ETCs findet man hier!
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