Wie es zur Kristallnacht-Tweet Story kam

Von Alexander Müller veröffentlicht am 8. November 2012 | 3.702 mal gesehen

Hier sehen Sie wie sich aus dem anfänglichen Cybermobbing ein Shitstorm entwickelte. Am Anfang gab es ein paar wenige Protagonisten, die sich am Cybermobbing beteiligten. Es waren Sven Infanger, Swissbitch666, Stefan Ludwig (dachantenne), Michael Tanner (thonixx) und ein paar Freunde und Helfershelfer von ihnen. Das Mobbing begann am 23.06.2012 um 20.57 Uhr mit Tweets von Sven Infanger. Um 21.02 Uhr erfolgte der erste Teet von Swissbitch666. Sie machte einen Retweet eines Tweets von Sven Infanger. Meinen Tweet konnte sie nicht retweeten, da um diese Zeit bereits nicht mehr vorhanden. Um 21.32 Uhr sagte Swissbitch666 auf Anfrage von Stefan Ludwig, dass der Tweet gelöscht ist. Um 23.20 Uhr bedauerte Stefan Ludwig dass es keinen Screenshot des „angeblichen“ Kristallnacht-Tweets gebe. Dann tauchte ein um 23.56 Uhr erstellter Screenshot von Sven Infanger auf. Stefan Ludwig dankte Sven Infanger für den Screenshot und schickte einen Tweet mit einem Link zum Screenshot an die SVP.

Michele Binswanger

Am 24.06.2012 kurz vor 12.00 Uhr mittags lud der anonyme Twitterer NewsMän den Screenshot von Sven Infanger auf die Social Photo Sharing Service Seite img.ly. Anschliessend verfasste er einen Tweet mit den Worten „Der eine Tweet von SVP-@Dailytalk sorgte diese Nacht für berechtigte Aufregung.“ Dieser Tweet wurde von Bfu-Mediensprecher Daniel Menna mit dem Vermerk „Ich bin sprachlos“ weiterverbreitet. Um 12.56 Uhr wurde die Journalistin Michèle Binswanger auf die Tweets von NewsMän und Daniel Menna aufmerksam. Sie erkundigte sich bei den beiden wo denn dieser Tweet zu lesen war. Dies, da sie ihn nicht auf meiner Twitter-Timeline gefunden hatte.

Michele Binswanger

Interessant ist noch, dass mir Michèle Binswanger am Sonntagnachmittag, dem 24.06.2012 um 15.58 Uhr per Email eine Anfrage an die Email-Adresse meines Blogs schickte. 12 Minuten später verlinkte der Twitterer NewsMän bereits mit einem Tweet auf ihren Artikel auf Tagesanzeiger.ch. Offenbar hatte es Frau Binswanger mit der Veröffentlichung des Artikels sehr eilig. So jetzt wissen Sie wie es zum Artikel kam, wie die Recherche von Frau Binswanger aussah und wie es dazu kam, dass mir der Tagesanzeiger unterstellte gelogen zu haben. Die anderen Massenmedien haben den Lügenvorwurf dann einfach von Tagesanzeiger übernommen und weiterverbreitet. So wird man in diesem Land zum Rassisten, Lügner und Verbrecher gemacht. Michèle Binswangers Artikel hat mich meinen Job, meine Parteiämter und meinen Ruf gekostet. Infolge ihres Artikels wurde ich sogar von der Zürcher Staatsanwaltschaft verhaftet und es gab eine Hausdurchsuchung bei mir. Bis zum heutigen Tag wurde keine Anklage gegen mich erhoben. Ich stelle mir unter journalistischer Sorgfaltspflicht und der Verantwortung der Medien etwas anderes vor. Von der Zürcher Staatsanwaltschaft erhoffe ich mir, dass sie endlich vorwärts macht, denn die Fakten liegen längst auf dem Tisch.

Wer mich im Kampf gegen jene, die mir ein Unrecht angetan haben, unterstützen will, kann das mit einer Spende tun. Es wäre schön, wenn das Schweizer Rechtssystem dahingehend angepasst würde, dass sich Opfer von Medienwillkür auch ohne Rechtsschutzversicherung wehren können. Leider ist der Schweizer Rechtsstaat was das Zivilrecht angeht nur für die Reichen und die Armen da, der Mittelstand bleibt auf der Strecke. Insbesondere dann, wenn es um Prozesskosten geht. Prozesskostenvorschüsse können ohne Anwaltskosten bis zu CHF 10’000.00 betragen. Ich gehe davon aus, dass ein Kampf bis vors Bundesgericht in etwa CHF 100’000.00 kostet. Einen Prozesskostenerlass erhält nur, wer über ein Mindesteinkommen verfügt oder Sozialhilfeempfänger ist. Alle anderen müssen selber schauen wie sie zu ihrem Recht kommen. Anders als beim Zivilrecht sind die Kosten beim Strafrecht tiefer sofern man auf einen Anwalt verzichtet. Doch beim Strafrecht ist es so, dass Schweizer Justizbehörden Strafanzeigen nur widerwillig nachgehen und diese oft auf die lange Bank schieben. Einigen Strafermittlungsbehörden steht der Missmut und Widerwille bereits ins Gesicht geschrieben, wenn man eine Strafanzeige bei ihnen einreicht. Das Klischee des Amtsschimmels scheint hier erfüllt zu sein.

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