Fall Hildebrand: Medien verbeissen sich in Blocher

Von Alexander Müller veröffentlicht am 9. Januar 2012 | 3.946 mal gesehen

Wenn man einige Zeitungsartikel liest, bekommt man den Eindruck, dass einige Journalisten nicht kapiert haben was das Problem ist. Es geht doch nicht darum was Herr Tarnutzer, Herr Lei oder Herr Blocher sagten oder nicht sagten. Auch geht es nicht darum ob die SVP dahinter steckt oder nicht. Das Problem ist ein Notenbanker, der und/oder dessen Frau mit Devisen spekuliert hat. Das ist das Brisante. Alles andere sind Ablenkungsmanöver.

Ein Notenbanker kann mit seiner Geldpolitik die Konjunktur der Wirtschaft eines Landes beeinflussen. Deshalb muss sichergestellt sein, dass dieser die Geldpolitik nach dem Interesse des Landes ausrichtet. Und nicht etwa nach Eigeninteressen! Daher sollte Notenbankern das Spekulieren mit Devisen untersagt sein.

Die SNB hat mit ihrer Geldpolitik im Jahr 2010 bereits 60 Milliarden Schweizerfranken verspekuliert. Dies als sie versuchte den Euro bei einem Kurs von 1.40 zu halten. Das war ein Unterfangen, welches von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Weil die kleine Schweizer Notenbank sicherlich nicht die Kraft hat, eine Abwertung des Eurokurses zu verhindern. Das wäre wie wenn ein Esel in der Nähe des Zürcher Bürkliplatzes versuchen würde den Zürichsee auszutrinken.  Unsere Notenbank hat mit ihrer Politik grosse EURO-Bestände angehäuft. Sollte der Euro weiter an Wert verlieren oder gar zusammenbrechen, drohen horrende Verluste. Es geht um Volksvermögen! Wie da die Massenmedien Herrn Hildebrand noch weiter hochjubeln können ist mir schleierhaft.

PS: Wer ist Herr T.? Der Blick schreibt, dass der Wistleblower ein Reto T. sei. Dieser sei 39 Jahre alt und wohne in Amlikon TG. Wer auf Telsearch.ch nach einem Reto in Amlikon sucht, der findet zwei. Wobei nur einer einen Nachnamen hat, der mit T beginnt. Wer dann auf Moneyhouse.ch den Namen dieses Reto T. eingibt, findet heraus, dass dieser Herr Reto T. als Kadermitarbeiter bei der Bank Sarasin eingetragen ist. Auch das Geburtsjahr lässt sich verifizieren, womit auch verifiziert ist, dass er 39 Jahre alt ist.  Dann muss man nur noch 1+1 zusammenzählen. Fazit: Der Blick könnte den Namen genausogut ausschreiben.

Fall Hildebrand: Medien verbeissen sich in Blocher
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6 Gedanken zu „Fall Hildebrand: Medien verbeissen sich in Blocher“

  1. Ganz richtig. Bravo. Was der SonntagsBlick machte mit Aufdeckung des Namens ist eine journalistische Schweinerei.
    Zur Affäre ist zu sagen:
    1) Hildebrand gab Insidergeschäft praktisch zu
    Wer richtig zuhörte, was Schweizer Nationalbankchef Philipp Hildebrand an der Pressekonferenz vom 5. Januar sagte, muss feststellen, dass er die Verwendung von Insiderinformation beim umstrittenen Dollarkauf bekannte.
    Weiter hier lesen: http://shraga-elam.blogspot.com/2012/01/hildebrand-gab-insidergeschaft.html
    2) Zwar bin ich kein Jurist. Als lanjähriger Recherchierjournalist weiss ich aber, dass es eine Todsünde ist, einen Geheiminformanten zu verarschen bzw. zu verraten. Das Gleiche gilt ja noch stärker für einen Anwalt gegenüber seinen Klienten.
    Wenn anwaltliche Verhältnisse zwischen Herrn Lei und Tarnutzer bestanden haben, dann bin ich mir nicht so sicher, ob Herr Lei über die Natur seines Auftrags ohne weiteres öffentlich sprechen darf.
    Aber auch als Freund versagte Herr Lei. Er weiss ganz genau, dass er sich mit seiner jetzigen Stellungnahme, selber politisch nicht einmal reinwäscht, dafür seinem vermeintlichen Freund aber eventuell enormen Schaden zufügen kann.
    Wäre es nicht richtig und sinnvoller gewesen, wenn Herr Lei gesagt hätte:

    „Jawohl, ich habe eigenmächtig gehandelt, und der Weltwoche das Material zugespielt, weil es so aussah, dass die Affäre Hildebrand heruntergespielt und vertuscht wird. Ich sah, wie mein mutiger Freund Reto unter dieser Entwicklung litt und war selber darüber empört. Schlussendlich geht es hier darum, eine Straftat bzw. einen Korruptionsfall aufzudecken. Der Sinn des Bankgeheimnisses ist es nicht, Kriminellen Schutz zu gewähren. Insofern bewegen wir uns mit diesem sogenannten Datendiebstahl – richtig wäre: dieser mutigen Offenlegung oder Erfüllung der Bürgerpflicht! – innerhalb des legalen Rahmens ohne einen eigentlichen Gesetzesbruch.“
    Denn was sagt das Gesetz?
    In Paragraph 5 von Artikel 47 des Bundesgesetzes über die Banken und Sparkassen können wir als Ausnahme für das Bankgeheimnis lesen:
    „Vorbehalten bleiben die eidgenössischen und kantonalen Bestimmungen über die Zeugnispflicht und über die Auskunftspflicht gegenüber einer Behörde.“
    http://www.admin.ch/ch/d/sr/952_0/a47.html
    Diese Zeugnispflicht, wie ich sie verstehe – sie wurde mir von einem Rechtsanwalt in etwa bestätigt -, darf man nicht passiv und eng auslegen. D.h. wenn eine Person auf gravierende Missstände stösst, besteht sogar die Pflicht, darüber zu informieren. Bleibt die Behörde dennoch untätig oder tut diese nicht genügend, so ist ein Gang an die Medien berechtigt.

  2. gut gebrüllt, Herr Müller…
    es ist auch mir schleierhaft, warum die Medien in der Schweiz dermassen gegen CB und seine Partei Amok laufen. Jetzt sind wohl die Ueberbringer der bösen Tat die Täter… Insidergeschäfte werden ja in jedem Fall geahndet. Weshalb hat sich der gewiefte und kompetente H der Gier ergeben und spekuliert privat, ausgerechnet als SNB Chef? DAS grosse Rätsel.

    Die meisten Leute in der Schweiz und wohl auch die Journalisten, haben vergessen, dass unsere Nation dank CB nicht in das Netz der EU versponnen worden ist. Wieviele Milliarden sind uns dabei noch in der Kasse geblieben?
    Aber eben, es ist, wie schon mal erwähnt, der Zeitgeist mit der linken Lebenslüge, der den Stempel in der Gesellschaft aufgedrückt hat. Und wenn die Deutschen, selbst im Banne von Links, nicht so malochen würden, Fleiss nicht auf ihre Fahnen geschrieben hätten, ich bin überzeugt, alles wäre längst vorbei in der Welt der Euronen.

  3. Es ist geradezu grotesk wenn einige Journalisten von einer Blocher-Kampagne gegen Hildebrand sprechen. Wenn ich mir die Zeitungsartikel der vergangenen Tage anschaue, dann haben wir es mit einer Anti-Blocher-Hetz-Kampagne einiger Journalisten zu tun.

    Interessant ist auch, dass Hildebrand an der Pressekonferenz vom vergangenen Donnerstag sagte, dass er nicht gedenke zurückzutreten solange der Bundesrat, der Bankrat und die Behörden hinter ihm stünden. Am Wochenende stellte sich Bundesrätin Widmer-Schlumpf demonstrativ hinter Hildebrand. Auch die Staatsanwaltschaft liess verlauten, dass es keine Strafuntersuchung gegen Hildebrand geben werde. Und die Medien attackierten mit ihren Kampagnen am Wochenende vor allem Christoph Blocher und Anwalt Lei.

    Wieso tritt der Mann also nun plötzlich zurück? Und das noch dazu bevor er in Bern vor Politikern Red und Antwort stehen muss? Ist das nicht seltsam? Wenn einer kein schlechtes Gewissen hat und sich im Recht fühlt, dann tritt er doch nicht einfach so ab. Dies noch dazu kurz nachdem er verlauten gelassen hat, dass er zu bleiben gedenke.

  4. Guten Tag, Am 20. März 2012 – nach der Frühjahrsssession – wurde das Haus von C.B. durchsucht und der Untersuchungsrichter wurde aktiv. Klar: Jetzt beginnen die Diskussionen über das Timing. Weder zu früh noch zu spät, sondern goldrichtig.

  5. Ich halte die ganze Untersuchung für eine Farce. Ein Staatsanwalt, der seine Untersuchung beim Tatverdächtigen ankündigt und eine Staatsanwaltschaft oder Polizei, die bereits vor der Hausdurchsuchung die Massenmedien informiert u.a. die linke 10v10 Redaktion des SF. Der reinste Witz ist das. Mir zeigt das, dass es vor allem um Medienaufmerksamkeit geht und es eine politische Anti-Blocher-Kampagne ist.

    Inzwischen findet kein seriöser Finanzexperte mehr, dass Hildebrand korrekt gehandelt hat. Ausserdem war in der gestrigen TalkTäglich Sendung sogar der linke Rechtsprofessor Daniel Jositsch überrascht, dass gegen Blocher ermittelt wurde. Auch der linke Rechtsprofessor Jositsch findet, dass Blocher korrekt gehandelt hat.

    Unsere Justizbehörden haben wieder einmal nicht sauber gearbeitet und werden sich wieder einmal mehr in aller Öffentlichkeit blamieren. Der Schuss gegen Blocher wird nach hinten raus gehen. Davon bin ich felsenfest überzeugt. Die Sache wird das Vertrauen in unsere Justiz einmal mehr erschüttern.

    Wistle Blower werden verurteilt, Täter wie Hildebrand werden von den Medien hochgejubelt und die Justizbehörden informieren bereits vor Untersuchungen die Medien.

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