Über sentimentale und clevere Aktionäre

Rudolf WeberLiebe Leser, sind Ihnen die lustigen Typen, die sich an Generalversammlungen ans Rednerpult stürzen um dort ihren Senf zum Besten zu geben auch schon aufgefallen? Auch wenn diese Leute mit ihren Voten kaum etwas bewirken, es wäre direkt langweilig ohne sie. Sie haben einen gewissen Unterhaltungswert. An der heutigen GV der UBS konnte man gleich mehrere dieser lustigen Gesellen sehen. Sie ärgerten sich über hohe Boni und beklagten sich über entgangene Dividenden. Doch was sind das eigentlich für Leute? Es sind sentimentale Anleger.

Man kann zwischen sentimentalen und wirtschaftlich orientierten Aktionären unterscheiden.

Charakteristik des sentimentalen Aktionärs:
Er kauft eine Aktie weil er sich aus sentimentalen Gründen mit dem Unternehmen verbunden fühlt oder ihm das Unternehmen irgendwie gefällt. Manchmal rahmt er die Aktie bei sich zuhause ein und hängt sie an die Wand. Er ist glücklich wenn er einmal pro Jahr eine Dividende ausbezahlt bekommt und an der Generalversammlung teilnehmen kann. Dort darf er Kaffee und Gipfeli essen und seinen Senf zum Besten geben. Dieser Typ ist wertkonservativ und relativ unflexibel. Wenn er einmal eine Aktie kauft, hält er sie über Jahre. Kursgewinne sind ihm nicht so wichtig, da er seine Aktie dermassen liebt, dass er sie nicht zu verkaufen gedenkt. Er ärgert sich über Manager, die mit ihren hohen Salären und Vergütungen den Gewinn des Unternehmens schmälern.

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UBS-Aktionäre genehmigen Vergütungen in Millionenhöhe

Oswald GrübelDie Aktionäre der UBS haben heute gezeigt, dass es nicht nur Blickleser unter ihnen gibt. Mehrheitlich folgten sie den Anträgen des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung. Neben dem Geschäftsbericht, der Konzernrechnung und dem Bericht des Stammhauses segneten sie auch den Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2009 ab. Sie akzeptierten somit Vergütungen in Millionenhöhe.

Nachdem vor den Aktionären der UBS bereits die Aktionäre von Novartis und Swiss Re Vergütungen in Millionenhöhe zugestimmt haben, ist klar, dass die Abzocker-Initiative von Thomas Minder nichts bringt. Das Ziel von Thomas Minder ist es Vergütungen in Millionenhöhe zu verhindern indem Aktionäre darüber abstimmen. Nun zeigt sich aber zum wiederholten Mal, dass Aktionäre Vergütungen in Millionenhöhe gutgeheissen haben.

Erfreulich an der heutigen Generalversammlung war auch, dass die Aktionäre den Verwaltungsräten der Geschäftsjahre 2008 und 2009 die Decharge erteilt haben. Das war nötig. Die knapp zustande gekommene Verweigerung der Decharge für das Geschäftsjahr 2007 ist zwar bedauerlich, doch nicht sonderlich tragisch. Denn mit einer Klage ist kaum zu rechnen. Die Erfolgschancen einer solchen Klage wären gering. Ausser viel Geschrei und ein bisschen öffentlichem Frust ablassen ist also kaum etwas passiert.

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