Würdet ihr Wilhelm Tell entwaffnen?

Von Alexander Müller veröffentlicht am 4. Februar 2011 | 3.285 mal gesehen

Am 13. Februar 2011 stimmen wir über die von Linken aus dem Umfeld der GSoA lancierte Initiative „Schutz vor Waffengewalt“ ab. Der Abstimmungskampf ist sonderbarerweise von der Diskussion über Armeewaffen geprägt. Dies obschon Armeewaffen bei Tötungsdelikten selten eingesetzt werden. Möglicherweise liegt das an der Anti-Armeewaffen-Kampagne der Frauenzeitschrift „Annabelle“. Annabelle diffamierte mit einem Plakat wehrdienstpflichtige Familienväter. Möglicherweise liegt es aber auch daran, dass es bei der Initiative  gar nicht um mehr Schutz vor Waffengewalt sondern um die Schwächung der Armee geht. Wie auch immer, den Befürwortern der Initiative scheint es an vernünftigen Argumenten zu fehlen. Jedenfalls kommen sie mit immer seltsameren Argumenten. In einem vorwiegend an Männer gerichteten Manifest geben sozialdemokratische Männer (Linke) vor, was ihrer Meinung nach einen „richtigen“ Mann ausmacht. Auf ihrer Webseite scheiben sie:

Viele von uns haben — wenn auch widerwillig — in der Armee unserem Land gedient. Eines steht für uns ausser Frage: Ein richtiger Mann braucht keine Armeewaffe im Kleiderschrank. Denn richtige Männer müssen nichts kompensieren, sondern setzen sich für ihre Gesellschaft ein. Eine Gesellschaft, in der keine Frau, kein Kind und kein Mann Angst vor Waffengewalt haben muss.

Darum stimmen wir mit Überzeugung JA zur Waffenschutz-Initiative

Ich kann über diesen Sexismus nur den Kopf schütteln. Es geht doch nicht um die Frage was einen richtigen Mann ausmacht. Schliesslich gibt es auch Frauen, die Militärdienst leisten und eine Armeewaffe besitzen. Entscheidend ist doch die Frage was einen „freien“ Bürger von einem „hörigen Untertanen“ unterscheidet. Es geht ums Staatsverständnis. In einem liberalen Land haben freie Bürger ein Recht auf Waffenbesitz! Würdet ihr Wilhelm Tell die Armbrust wegnehmen? Immerhin hat er auf einen Apfel, der sich auf dem Kopf seines Sohnes befand, geschossen. Was wollt ihr? Einen liberalen demokratischen Staat mit weitgehenden Bürgerrechten oder einen etatistischen Obrigkeitsstaat, in dem fremde Richter (UNO-Pakt II, EMRK) und EU- Ministeriale sowie deren Marionetten im Bundesrat und im Parlament das Sagen haben?

Würdet ihr Wilhelm Tell entwaffnen?
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5 Gedanken zu „Würdet ihr Wilhelm Tell entwaffnen?“

  1. Die Argumentation des Manifests ist vor allem eins: oberflächlich, logisch irreführend und manipulativ. Denn ersten bedingt eine Gesellschaft, in der sich (sog. „richtige“) Männer engagiere, nicht die Abwesenheit von Schusswaffen: Auch Wehrmänner, die ihre Armeewaffe zuhause lagern, können sich ohne Einschränkung durch diese für die Gesellschaft und das soziale Wohl aller engagieren. Zweitens eliminiert ein staatliches Verbot von (registrierten) Feuerwaffen nicht automatisch auch die Angst vor Waffengewalt (Schusswaffen sind nur eine Gattung gebräuchlicher Waffen, aber die allermeisten sind im Gegensatz zu anderen wenigstens registriert) und erst recht nicht vor Gewalt allgemein. Drittens wird ad hominem suggeriert, dass alle Wehrmänner (Frauen werden ja stillschweigend übergangen), die ihre Armeewaffe zuhause lagern, in irgendeiner Form an einem Minderwertigkeitskomplex leiden, den sie mit der Armeewaffe zu kompensieren suchen: Das ist nichts weiter als ein ziemlich perfider psychologischer Trick, der auf das männliche Selbstverständnis abzielt – denn welcher Mann möchte kein „richtiger“ Mann sein..? Und schliesslich folgt aus den Prämissen, dass wenn man(n) ein „richtiger“ Mann ist, weil man sich für die Gesellschaft einsetzt, dass wenn man(n) als Mann keinen Minderwertigkeitskomplex hat, den man mit der Waffe im eigenen Haus/Wohnung zu kompensieren sucht und aus dem Anliegen einer angstfreien Gesellschaft vor Waffengewalt nicht, dass man deshalb für die Initiative stimmen muss: Die als Argumente angeführten Anliegen (soziales Engagement, Vermeiden von Minderwertigkeitskomplexen, Angstfreiheit) lassen sich auf anderen Wegen sicherlich besser und weit effizienter verwirklichen. Ein Prohibitivsystem steht in Gegensatz zur Ausbildung zum mündigen Bürger, der seiner selbst mächtig ist und damit für niemanden eine Gefahr darstellt. Anstatt den rechtschaffenen Bürger bevormunden zu wollen, sollte der Staat viel mehr darum bemüht sein, allen seinen Bürgern ein Bewusstsein für die Eigenverantwortlichkeit vermitteln zu können. Denn das Bewusstsein der Eigenverantwortlichkeit ist der Kern demokratischer Staatlichkeit, in der die Macht vom Souverän – und das sind in der Schweiz immer noch das Volk und damit die Bürger – ausgeht. Und dieses Bewusstsein lässt sich nicht durch Verbote, prohibitive Gesetze und Einschränkungen bürgerlicher Freiheit erzwingen. Ein Verbot von Schusswaffen verlagert daher wahrscheinlich die von den Initianten und Befürwortern hochgespielte Problematik, aber sie löst sie nicht. Was das Verbot jedoch ganz bestimmt bewirkt, ist die Schaffung neuer Probleme – und die könnten auf breiter Ebene nolens volens um einiges gravierender sein.

  2. Die Bestimmung des Geschlechts ist vorallem in sexueller Hinsicht von Belang. Männer achten darauf, wie sie bei Frauen ankommen und Frauen lassen sich die Brüste vergrössern um Männern zu gefallen. Das Manifest der Linken ist sexistisch. Unter Sexismus versteht man die Diskriminierung oder Unterdrückung von Menschen aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit. Dieser Sexismus ist völlig fehl am Platz.

    Bei der Waffenschutzinitiative ist für mich die Geschlechterfrage nicht zentral. Entscheidend ist, dass in einem „liberalen“ Land „freie“ Bürger ein Waffenrecht haben! Die Linken aus dem Umfeld der GSoA und die CVP wollen Wilhelm Tell (den freien Bürger) entwaffnen. Damit untergraben die Linken und die Verlierer des Sonderbundskriegs (=CVP’ler) zentrale liberale Grundwerte!

  3. und was denkt ihr kommt diese initiative durch?
    So viele PRO-Kampagnen die gerade in den Medien laufen – könnte man meinen das ganze sei bereits entschieden. Ich bin wirklich gespannt und hoffe das natürlich das beste.

  4. Wir werden es am Tag des Showdowns sehen. Fakt ist, dass die Gegner der Initiative laut der letzten Umfrage zugenommen haben und die Befürworter noch keine absolute Mehrheit haben. Es kommt auf jede einzelne Stimme an. Bürgerinnen und Bürger, verteidigt eure Freiheitsrechte!

  5. war interessamt am samstag in der altstadt von st.gallen ein riesen stand an sonnigem plätzchen mit initiativ-gegner (war glaub gossauer schützenverein – bin mir hier nicht sicher) – die versteckten bonbons den leuten und waren fröhlich und nett.
    weiter unten, in engen gassen – wos dunkel und feucht war – ein minitisch und ein paar typisch linke – heilandsandalen, wollensocken, wuschelhaare und rote brillen und die frauen alle rötlich gefärbte haare – streckten allen agressiv ein handzettel ins gesicht und wenn man nein sagte – wurden sie agressiv…

    das war wirklich perfekter abstimmungskampf ;P nur schon desswegen hätteder schützenverein meine stimme bekommen ;P

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