Plakat-Verbot

Von Alexander Müller veröffentlicht am 10. Oktober 2009 | 4.020 mal gesehen

Plakate gehören zur politischen Kultur unseres Landes. Sie sollten aus Rücksicht auf die, für eine funktionierende Demokratie, unerlässliche Meinungsfreiheit nur verboten werden, wenn sie Persönlichkeitsrechte verletzen oder eindeutig gegen Gesetze verstossen. Ein Verbot von provokativen Plakaten wie dem Anti-Minarettplakat und den Freidenker-Plakaten macht somit keinen Sinn. Kantons- und Stadtregierungen sollten sich dies im Namen der Toleranz, der Weltoffenheit, der direkten Demokratie und der Meinungsfreiheit zu Herzen nehmen.

Provokation ist wichtig! Gute Plakate werden wahrgenommen und können ihre Botschaft mit einer klaren Symbolik vermitteln. Um die Aufmerksamkeit der Betrachter auf sich ziehen zu können, müssen Plakate aussergewöhnlich sein und provozieren. Langweilige Plakate werden kaum wahrgenommen und können dadurch die erwünschte Wirkung nicht erzielen.

SVP-Plakate wie das Messerstecherplakat, das Schäfchenplakat und das Anti-Minarettplakat machen deutlich, dass die SVP sowohl den Mut als auch den Willen hat gute Plakate zu veröffentlichen. Die von den Gegnern der SVP-Plakate angezettelten Diskussionen zeigen, dass diese wenig von erfolgreichen Werbestrategien verstehen. Die Gegner selbst tragen ja sogar noch dazu bei, dass die SVP-Plakate bekannter werden. Anschliessend beklagen sie sich darüber, dass sie für die eigene Werbung nicht soviele Gelder wie die SVP zur Verfügung hätten. Doch liegt ihr Scheitern wirklich nur am Geld?

Um einen ähnlichen Bekanntheitsgrad zu erzielen wie die gratis geführte Diskussion zugunsten des Anti-Minarettplakats, hätte man laut Experten für eine herkömmliche Kampagne rund 1,5 Millionen Schweizerfranken in die Hand nehmen müssen. Anstatt absurde Diskussionen über den Stil von Plakaten zu führen sollten die anderen Parteien folglich eher dazu übergehen, den SVP-Stil zu kopieren. Natürlich mit den eigenen Inhalten und einer dazu passenden anderen Symbolik. Die Chancen dadurch mehr Aufmerksamkeit zu gewinnen dürften gut stehen.

Übrigens, es liegt in der Natur der Sache, dass provokative Plakate den einten oder anderen vor den Kopf stossen könnten. Dies trifft insbesondere auf Gegner solcher Plakate zu. Beim Erstellen eines Plakates sollte man sich also nicht die Frage stellen ob es jemanden verletzten könnte, sonst läuft man Gefahr ein langweiliges Plakat zu erstellen.

Plakat-Verbot
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3 Gedanken zu „Plakat-Verbot“

  1. Hi,
    Gemäss Umfragen möchten die Schweizerinnen und Schweizer die muslimische Vollverschleierung am liebsten verbieten. Die Anti-Minarettplakat…..
    Wie ist es mit den Basler Fasnacht oder den balaclava helmet ? oder den SVP plaket mit eine Nazikreuz ?
    Dr. Terence Hale

  2. Ich habe noch nie ein SVP-Plakat mit einem Nazikreuz (vermutlich meinen sie ein Hakenkreuz, auch Swastika genannt) gesehen. Haben Sie einen Link zu einem Bild, welches ein solches Plakat zeigt?

  3. Es sagte mir ein Kollegin aus dem Musikverein,sie finde die Plakate von der SVP primitiv,worauf ich
    auf die Plakate umso mehr stolz war,weil meine Kollegin sie verstanden hat.Auch ich habe die Kunstausstellung von Herr Hirschhorn vor Jahren in Paris verstanden,als er mit Geld vom Bund Herrn Blocher als Mitglied der Landesregierung so blöd darstellte,dass es an Primitivität kaum zu überbieten war.HK

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