MwSt-Erhöhung für Invalidenversicherung sinnvoll?

Von Alexander Müller veröffentlicht am 12. August 2009 | 7.426 mal gesehen

Im letzten Jahr wollte Bundesrat Merz die Mehrwertsteuer (MwSt) senken. Dieses Jahr will der Bundesrat das Gegenteil. Am 27. September 2009 findet die Abstimmung über die Erhöhung der MwSt zugunsten der Invalidenversicherung (IV) statt.

Um was es geht:
Die IV verzeichnet pro Jahr einen Verlust von rund 1,6 Milliarden Schweizerfranken. Dieses Defizit wird zurzeit vom AHV-Fonds ausgeglichen. Die Ausgleichszahlungen sind Schulden, welche die IV gegenüber dem AHV-Fonds hat. Es werden dafür Schuldzinsen verrechnet. Die kummulierten Ausgleichszahlungen werden im Kapitalkonto der IV ausgewiesen. Das Kapitalkonto der Invalidenversicherung wies aus diesem Grund per Ende 2007 einen Negativsaldo von -10.9 Milliarden Schweizerfranken aus, die dem AHV-Fonds geschuldet werden. Um dieses Defizit auszugleichen will der Bundesrät die MwSt per 1. Januar 2011 proporzional anheben und die dadurch erwarteten Mehreinnahmen vollumfänglich der Invalidenversicherung gutschreiben. Die MwSt soll demnach wie folgt angehoben werden:

Der normale MwSt-Satz soll von bisher 7.6% auf neu 8% angehoben werden.
Der reduzierte MwSt-Satz soll von bisher 2.4% auf neu: 2.5% angehoben werden.
Der Sondersatz soll von bisher 3.6% auf neu 3.8% angehoben werden.

Angeblich soll die Mwst nur befristet angehoben werden und zwar bis zum 31. Dezember 2017. Ob der Satz im Jahr 2017 jedoch dann tatsächlich wieder gesenkt werdenwird, steht in den Sternen. Aufgrund bisheriger Erkenntnisse ist jedoch davon auszugehen, dass ein bereits erhöhter MwSt-Satz nicht mehr reduziert werden wird. Aus Erfahrung weiss man, dass Politiker beim Verteilen und Umverteilen von Geld besser sind als beim Sparen.

Weshalb die IV defizitär ist:
Seit Anfang der 1990er Jahre hat die IV immer grössere Jahresdefizite ausgewiesen. Weder finanzierungsseitige Massnahmen (Anhebung des Beitragssatzes von 1,2 auf 1,4% im Jahr 1995) noch Massnahmen im Zusammenhang des Kapitalfonds (Kapitaltransfer von der EO zur IV) in der Höhe von 2,2 Milliarden Schweizerfranken im Jahr 1998 bzw. 1,5 Milliarden Schweizerfranken im Jahr 2003 vermochten die Negativentwicklung aufzuhalten. Die Negativentwicklung wird von Seiten der Behörden einerseits mit einem Wachstum der Jahresausgaben und andererseits einem verlangsamten Rhythmus bei den Beitragseinnahmen begründet. Der Anstieg bei den Jahresausgaben liegt einerseits an einer Erhöhung der Rentensätze und andererseits bei der Zunnahme bei den Bezügern von IV-Leistungen. So stieg die Anzahl der IV-Rentner vom Januar 1999 bis Januar 2006 von 188‘000 Personen auf 256‘000 Personen und fiel bis Januar 2008 auf 252‘000 Personen.

Auffällig ist die Zunahme, der an psychosomatischen Leiden erkrankten IV-Rentner, die bereits 39% aller IV-Rentner ausmachen. Der Anteil der Berentungen aus psychischen Gründen ist zwischen Januar 1999 und Januar 2008 jährlich um durchschnittlich 6% angewachsen. Infolge davon ist die Zahl der Versicherten, die aufgrund einer psychischen Erkrankung eine Rente beziehen von 30% auf 39% angestiegen. Bei Geburtsgebrechen beträgt das Wachstum im Vergleich dazu weniger als 1%.

Kein Defizit ohne IV-Rentner, die wegen psychosomatischer Gebrechen Leistungen beziehen
Somatische Krankheiten sind Erkrankungen, die nicht ohne weiteres nachgewiesen werden können. Die Bezeichnung „somatisch“ wird vor allem in der medizinischen Fachsprache gebraucht, um körperliche oder organische von psychischen Krankheiten und sog. funktionellen Beschwerden abzugrenzen. Von somatoformen Störungen ist die Rede, wenn keine organische Ursache für körperliche Beschwerden oder Symptome gefunden werden kann.

Per Ende 2007 gab es rund 446’000 Bezüger von IV-Leistungen, dies entspricht 7.1% der Versicherten. Allein im Januar 2008 zahlte die IV 402’000 Renten in der Höhe von 459 Millionen Schweizerfranken aus. 39% von 402‘000 ausbezahlten Renten entsprechen 156‘780 Renten bzw. 179.01 Millionen Schweizerfranken. Das ergibt im Jahr 2.148 Milliarden Schweizerfranken, die an psychosomatisch erkrankte IV-Rentner ausbezahlt werden. Fazit: Ohne die an psychosomatischen Gebrechen leidenden Rentner gäbe es kein jährliches Defizit.

Aufgrund dieser Feststellung wäre es zweckmässig die Berentungen aus psychischen und somatischen Gründen genauer anzuschauen ehe man die Allgemeinheit einmal mehr belastet um Geld in die Invalidenversicherung zu schiessen. Ist es in Friedenszeiten denkbar, dass 7.1% der Versicherten Invalide sind? Sind wirklich alle Bezüger (darunter auffällig viele Ausländer), die unter somatischen und psychischen Wehwehchen zu leiden vorgeben moralisch berechtigt IV zu beziehen? Es dürfte relativ einfach sein einen Arzt zu finden, der einem eine psychische Erkrankung attestiert. Machen wir uns nichts vor, Psychiater verdienen mit! Jede Therapiestunde macht einen Psychiater reicher und niemand kann die Zweckmässigkeit der Behandlung überprüfen bzw. nachvollziehen. Um entsprechende Atteste anzufechten benötigt man Gegengutachten und Gerichtsverfahren. Eine mühsame, langwierige und kostspielige Sache.

Die folgende Grafik zeigt Neuberentungen nach Ursache. Besonders auffällig sind die Neuberentungen infolge „phsychischer Erkrankungen“.

IV-Bezüger nach Gebrechen
In der folgenden Grafik sind die Neuberentungsquoten nach Nationalitäten ersichtlich. Dabei fällt auf, dass insbesondere Ausländer aus dem ehemaligen Jugoslavien und der Türkei eine auffällig hohe Neuberentungsquote aufweisen. Vordergründig wird das damit erklärt, dass Migranten aus diesen Regionen in der Regel schlechter qualifiziertere Jobs ausüben und somit ein höheres IV-Risiko aufweisen. Dem gegenüber steht eine Aussage des IV-Chefs Alard du Bois-Reymond, demzufolge Ausländer aus diesen Regionen mehr IV-Betrügereien begehen. (Tagesanzeiger v. 10.8.2009)

Neuberentungsquote nach Nationalitäten
Fazit: Angesichts steigender Kosten im Gesundheitswesen sollte man die Kosten im Sozialwesen straffen und nicht erhöhen. Eine Überprüfung der gegenwärtig erbrachten Leistungen ist dringend notwendig. Früher war ein Invalide ein Mensch mit einer körperlichen Behinderung, die er infolge Geburt, Erkrankung, bestimmte berufliche Tätigkeiten, Unfall oder Krieg erlitten hat. Heute gibt es immer mehr körperlich unversehrte IV-Bezüger (darunter auch viele Junge!), die angeblich an einer psychischen Erkrankung leiden. Leider finden diese Leute auch immer wieder Ärzte, die ihnen die Erkrankung bereitwillig attestieren und somit die Berechtigung zum IV-Bezug ermöglichen. Um das zu finanzieren soll nun die MwSt erhöht werden.

Das in diesem Artikel erwähnte Zahlenmaterial wurde der IV-Statistik 2008 entnommen.
Quelle für die Anhebung der MwSt-Sätze

MwSt-Erhöhung für Invalidenversicherung sinnvoll?
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22 Gedanken zu „MwSt-Erhöhung für Invalidenversicherung sinnvoll?“

  1. Rentenbezüger. 07
    Schweizer: im IN 12436 und Ausland 248
    Ausländer: im IN 5057 und Ausland 3052

    Total Ausländer 8015
    Schweizer 12684

    Beachtet man die Einbürgerungen und 20% Ausländeranteil, muss man sich schon fragen warum man Renten an Ausländer bezahlen soll, müssten diese sich nicht im Herkunftsland IV Versichern? Auch scheint die IV zu einer Art Arbeitslosenkasse, Sozialhilfe für Handlanger aus dem Ausland verkommen zu sein.

    Besonders bei Türken und Balkaner auffällig. Das Solidaritätsprinzip wurde einfach missbraucht. Warum nicht gleich die ganze Welt IV versichern? die Kriegsopfer könnten das sicher gut gebrauchen.

    Nicht die Scheininvaliden haben die Verschuldung bei der IV verursacht, sondern die von schwachsinnigen geregelte Migrationspolitik. Man lies jeden ohne Qualifikation in der Schweiz versichern. Nach 5Jahre Arbeit auf dem Bau und Rückenleiden gab es IV Rente, BVG Rente und EL für die ganze Familie.

  2. Ausländer, die in der Schweiz arbeiten und hier ihren Lohn ausbezahlt bekommen haben ein Anrecht auf Leistungen der Sozialversicherungen. Schliesslich entrichten auch sie ihre Beiträge. Allerdings fällt auf, dass Ausländer aus Ex-Jugoslavien und der Türkei eine auffällig hohe Neuberentungsquote aufweisen. Gemäss einer Aussage von IV-Chef Alard du Bois-Reymond weisen Ausländer aus diesen Regionen eine höhere Betrugsquote auf als Angehörige anderer Nationalitäten.

    Ich richte mein Augenmerkt zudem auf die 39% der IV-Leistungsbezüger, die aufgrund psychosomatischer Leiden Leistungen der IV beziehen. Das Problem bei solchen Erkrankungen ist, dass sie nicht ohne weiteres nachgewiesen werden können. Zudem werden solche Krankheiten von Ärzten (Psychiatern usw.) gestützt, die von solchen Patienten profitieren.

  3. Ich sehe das anders, Ausländer sollen in ihrem Herkunftsland ihre Sozialversicherung abschliesen/einzahlen müssen bis sie Eingebürgert sind.
    Wen dort keine vorhanden ist, soll halt die Versicherungsprämie bei der Ausreise ausbezahlt werden.
    Alternativ dazu wäre eben eine IV welche ins Ausland Zahlungen macht auch sinnvoller. Höhere Risiken=höhere Prämien.

  4. Da will also unser Bundesrat und Parlament, eine Temporäre Erhöhung der IV-Abzüge schmackhaft machen. Nur ist zu befürchten, das diese Steuer genauso temporär sein wird wie die Autobahnvignette und andere Abgaben. In zehn oder auch mehr Jahren, wenn die dumme breite Masse, oder früher der Pöbel (das Volk), dass temporär vergessen haben, wird sie erhöht, da es dann noch mehr psychisch Kranke hat (z.B. Manager mit Burnout, oder Personen welche Autoritätsschwirig-keiten haben. Vielleicht sind dann auch einige ehemalige Parlamentarier mit Demenz, Alzheimer oder Parkinson, vielleicht auch MKS uns so weiter, diese Damen und Herren darf dann der Arbeitnehmer auch unterhalten.

  5. Dora Moretti, die Sozialversicherungsbeiträge werden den Arbeitnehmern vom Lohn abgezogen und zwar auch Ausländern. Somit ist es doch sonnenklar, dass sie ein Anrecht auf Versicherungsleistungen haben, wenn sie in die Kasse miteinbezahlt haben. Es geht hier nicht einfach gegen Ausländer.

    Problematisch ist, dass fast 40% aller IV-Bezüger aufgrund psychischer und somatischer Probleme Leistungen beziehen und seltsam ist, dass vorallem Leute aus dem ehemaligen Jugoslavien und der Türkei eine aufällig hohe Invaliditätsquote haben. Die Äusserung des IV-Chefs, der sagte, dass Leute aus jenen Ländern auch häufiger IV-Betrügereien begehen stimmt mich dabei nicht zuversichtlicher.

    Ich bin der Ansicht, dass man erst einmal die 6. IV-Revision durchführen sollte und zusätzlich diese beiden Probleme (hoher Anteil psychosomatischer IV-Bezüger und Sache mit Ex-Jugoslaven und Türken) kärt ehe man einfach wieder mehr Geld in diesen Moloch wirft und damit die Allgmeinheit zusätzlich belastet. Ohne die psychosomatisch Erkrankten gäbe es kein Defizit! Psychosomatisch Erkrankte können Leute mit eingebildeten Krankheiten, Simulanten und Leute, die womöglich von Arbeitgebern in Zusammenarbeit mit kooperativen Ärzten in die IV abgeschoben wurden sein. Solche Wohlstandskranke sollten nicht von der IV unterstützt werden.

  6. @A.Müller
    Die Sozialwerke werden/wurden eben oft durch Ausländer überbeansprucht. Nicht weil es Ausländer sind, sondern weil viele Arbeitgeber einen noch schnell von irgendwoher geholt haben. Ohne gross darauf achten zu müssen wie er Ohne Berufsausbildung und mit Körperleiden später wieder eine Anstellung findet. Somit sehe ich es als nicht fair an wenn (meist)ungelehrnte Immigranten die Sozialwerke überbeanspruchen.

    Nicht die Ausländer sind die Ursache, sondern die Migrationspolitik, ein Schweizer der z.b. nach Kanada/USA auswandert, muss einen Gesundheitsuntersuchung machen HIV,TB,Drogen, auch eine Röntgenuntersuchung und Maximalalter30 usw. Diabetiker,Unfallversehrte haben dort schon mal schlechte Karten. Einen Sprachtest bestehen, Geld und eine Berufsausbildung mitbringen.

    Wer in die Schweiz kommen wollte, hatte es immer viel einfacher, man konnte einfach einreisen und irgendwo Arbeit finden. Obwohl die Schweiz nie ein Einwanderungsland war.

    Die inzwischen angesammelten Schulden von 15Mia Franken, müssen ja irgendwie bezahlt werden. Daran ändert die 6IV Revision nichts. Denn die IV versichert nicht etwa das Mass der Versehrtheit und ob man noch gehen kann oder nicht, lediglich die Einschränkung des Einkommens ist das Mass ob man eine IV erhält oder nicht. Es gibt Fälle wo Personen eine IV Rente erhalten welche noch Skifahren,Bergsteigen oder Golf spielen können. Wer Fr.20000Pro Monat als Helipilot verdient und wegen einem Augenleiden nicht mehr Fliegen darf erhält eine 100% IV Rente auch wenn er wieterhin als Bergführer arbeitet und Fr.5000.-im Monat verdient. Schwer Behinderte aber keine Rente erhalten weil sie vor der Krankheit kein hohes Einkommen hatten.

    Ich bin der Meinung, Erwerbsunfähigkeit und Lohnausfall zu versichern ist viel zu teuer. Ein 50 Järiger könnte sich bei einer privaten Versicherung auch nur mit Extrem hohen Prämien und miesen Leistungen versichern lassen.

    Die IV hat eben immer wohlwollender gezahlt, das Resultat, über 50% der Beträge an IV + EL Leistungen gehen an Ausländer.

    Aber im prinzip kommt es eh nicht gross darauf an ob einer eine IV Rente + EL bezieht oder bei der Fürsorge anstehen muss. Man kann also die IV abschaffen.

    Ich finde die 6.IV Revision von BR Grossnase ist sehr gut, vor allem da es endlich Assistenzbeiträge gibt und so hohe Heimpflegekosten eingespart werden. Die 6.IV Rev. kann lediglich eine ausgeglichene Rechnung der IV Schaffen, nicht aber die Schulden abbezahlen. Auch ist die MWST. Erhöhung von 0.4% verglichen an den anderen exorbitant gestiegenen Kosten z.b. Wohnkosten, Transport, Gebühren usw. nicht nennenswert. Wer sich einen 100`000Franken teuren Porsche kauft, zahlt halt Fr. 400.- mehr. Beim Einkauf für die Familie sind das 40Rappen pro ausgegebene 100Franken. Beim exorbitant gestiegenen Strompreis schien es kein Problem gewesen zu sein dies durchsetzen zu können.

    Auch habe ich nichts gegen Ausländer, doch hätten wir mehr ausgebildete Deutsche statt Italiener,Jugos und Türken in die Schweiz geholt, würde es heute bei der IV anders aussehen. Auch könnte man den Kaffe auf Deutsch bestellen, man seine Kinder wieder gerne in die Schule schicken. In Schlieren ist das leider nicht so eine gute Idee.


  7. Ist es in Friedenszeiten denkbar, dass 7.1% der Versicherten Invalide sind?

    Man geht davon aus, dass ca 10% der Bevölkerung in irgendeiner Form behindert sind. (nicht nur in der Schweiz, allgemein) Davon sind aber viele trotzdem (Teil)arbeitsfähig.

    Die 7,1% sind insofern völlig aus der Luft gegriffen, als aus der zitierten Quelle ersichtlich ist, dass es 252’100 invalide Rentenbezüger gibt (entspricht ca 3,6 % der Bevölkerung!) Auch das sind nicht alles Vollrenten.
    LEISTUNGSBEZÜGER gibt es 490’000. Dazu gehört zb auch Nationalrat Bortoluzzi (SVP), dessen Hörgerät die IV bezahlt. (des weitern sind Leistungen der IV: Rollstühle, Beinprothesen, Eingliederungsmassahmen, Sonderschulen für Kinder, Umschulungen, ect ect).


    Ein Problem stellen auch die IV-Bezüger mit sogenannt somatischen Krankheiten dar. Somatische Krankheiten sind Erkrankungen, die nicht ohne weiteres nachgewiesen werden können.

    Fremdwörter sind Glückssache.
    Oder ist die Formuliereng gar Absicht? Als Nächstes stehen alle mit somatischen Erkrankungen auf der Abschussliste, damit man die IV bald ganz abschaffen kann?

    Die Realität ist doch einfach so, dass es nach wie vor sehr viele Behinderte gibt, die arbeiten wollen, die aber (aufgrund ihrer Behinderung) niemand einstellt und deshalb eine Rente beziehen MÜSSEN, obewohl sie das gar nicht wollen. Da könnt ihr euch auf den Kopf stellen. Das ist einfach so.

    Anstatt das ganze Geld für diese ewigen Scheininvalidenkampagnen rauszuschmeissen (damit wird KEIN einziger Arbeitsplatz für Behinderte geschaffen!) würde die SVP besser mal die Arbeitgeber in den eigenen Reihen sensibilisieren, Arbeitsplätze für Behinderte zu schaffen. Aber damit macht man sich halt nicht so beliebt. Also lieber weiter „Missstände anprangern“ für die man selbst gar nicht die Verantwortung übernehmen will. Schuld sind ja eh immer „die Anderen“.

  8. @Salome Müller, ich erkläre Ihnen gerne das Fremdwort „somatisch“.

    Die Bezeichnung „somatisch“ wird vor allem in der medizinischen Fachsprache gebraucht, um körperliche oder organische von psychischen Krankheiten und sog. funktionellen Beschwerden abzugrenzen. Von somatoformen Störungen ist die Rede, wenn keine organische Ursache für körperliche Beschwerden oder Symptome gefunden werden kann.

    Das Problem besteht nun darin, dass fast 40% aller IV-Rentner aufgrund solcher somatischer Erkrankungen Leistungen beziehen. Ohne diese 40% IV-Rentner hätte die IV kein Defizit. Da bei solchen Erkrankungen keine organische Ursache für die Beschwerden gefunden werden kann, ist es natürlich denkbar, dass solche Krankheiten von Simulanten vorgeschoben werden um auf Kosten der Allgmeinheit Leistungen der IV zu beziehen. Da man diesen Leuten aufgrund ihrer ärztlichen Zeugnisse nur schwer beikommen kann, muss man davon ausgehen, dass es beim IV-Missbrauch eine hohe Dunkelziffer gibt.

    Ich bin nicht bereit wegen Simulanten höhere Mehrwertsteuern zu bezahlen!

    Zur Widereingliederung: Das ist ein Problem, in der Tat. Allerdings ist das nicht ein Problem, dass man einfach auf die IV abschieben darf. Für etwas haben wir regionale Arbeitsvermitttlungscenter. Die sollen diesen Job übernehmen. Sicher nicht die IV.

  9. Es ist richtig zu klären ob nun Mobingopfer und Burnout leidende und andere Traumatisierte anspruch auf eine IV Rente haben oder nicht. Und ob diese Menschen doch nicht besser bei der Fürsorge mit Massnahmen zur Erlangung einer Arbeit beim RAV aufgehoben sind.

    Es ist eine Schweinerei das Simulanten eine IV Rente erhalten, wie das bei diesen 2Jugos der Fall war welche nun wegen Betrug verurteilt wurden, aber es gibt noch so eine Jugo Bande welche Verkehrsunfälle inszenierte und die IV und andere Versicherungen betrogen. Es gibt aber auch viele welche als Simulant abgestempelt werden und keine Rente erhalten.

  10. Wiedereingliederung ist seit Einführung der IV EIGENTLICH Bestandteil ihrer Leistungen. Nur hat die IV da einfach extrem lange geschlampt. Weil es einfacher war, die Leute mit einer Rente „abzuspeisen“, als mit Arbeitgebern in Kontakt zu treten, Umschulungen zu machen ect. zb einen Arbeitsplatz rollstuhlgängig einrichten (das WC muss dann zb auch extra Rollstuhlgängig sein) kostet halt möglicherweise mehr, als den Leuten einfach eine kleine Rente zu geben.


    Das Gegenteil von psychisch ist somatisch (soma = Körper)

    Somatoform hingegen heisst; es lässt sich keine körperliche Ursache feststellen. Wobei das noch lange nicht heisst, dass zb. Schmerzen eingebildet sind. Nicht jede Art von Schmerz lässt sich bildgebend nachweisen. Und nicht jeder Mensch empfindet Schmerz gleich. Das sieht man ja schon an ganz einfachen Dingen wie einer Weisheitszahnentfernung; manche brauchen danach überhaupt keine Schmerzmittel, andere schlucken eine Woche lang Ponstan und sind trotzdem recht wacklig auf den Beinen.
    Natürlich ist es nicht einfach „echte“ Schmerzen von „vorgeschauspielerten“ zu unterscheiden. Aber grundsätzlich alles, was nicht sichtbar ist, als nicht existent abzutun, ist auch ein bisschen gar simpel. Konzentrationsstörungen zb aufgrund eines Hirnschlags sieht man nicht und sind je nach Patient oder auch Tagesform unterschiedlich – haben aber trotzdem erhebliche Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit.

  11. Psychische Erkrankungen sind vermutlich so vielfältig wie die Psychiater, welche sie diagnostizieren.

    Sicherlich gibt es Leute mit schweren psychischen Erkrankungen wie z.B. Schizophrenie usw. Ich bezweifle einfach, dass die Mehrheit der IV-Rentner, die in den letzten Jahren seit 1999 wegen psychischer Erkrankungen zum IV-Rentner wurden zur Gruppe dieser schwer Geistesgestörten gehört.

    Jeder erlebt hin und wieder Dinge (sei es in der Kindheit, am Arbeitsplatz oder in der Freizeit), die ihn ärgern. Einige hatten auch schon traumatisierende Erlebnisse, aber deswegen gleich arbeitsunfähiger IV-Rentner werden???? Wie wäre denn so nach dem 2. Weltkrieg der Wiederaufbau möglich gewesen wenn alle, die im Krieg Schreckliches erlebt haben psychisch dermassen erkrankt gewesen wären, dass sie nicht mehr hätten arbeiten können?

    Zur Geschichte mit dem Hirnschlag: Wieviele junge Leute, die bei der IV aus psychischen Gründen Renten beziehen, hatten einen Hirnschlag? Abgesehen davon liesse sich bei solchen Leuten zumindest der Hirnschlag diagnostizieren, was dann wiederum ihre psychischen Folgebeschwerden plausibler macht.

  12. Es gibt diese JugoFrau die Zuschauen musste wie ein Kind (nicht das eigene) von den 2 Hunden Totgebissen wurde.

    Sie erhält heute eine 100% IV Rente. Auch wurde auf Schadenersatz geklagt weil sie nicht mehr arbeiten könne.

    Wieder ein Fall von Balkanisierung der IV das auch noch EL nach sich zieht.

  13. „Nicht jede Art von Schmerz lässt sich bildgebend nachweisen.“

    Technisch beinahe jede, vorischtig ausgedrückt. Es lebe die Magnetresonanztomographie.

  14. Nein, Hirnverletzungen sind keine psychischen Krankheiten, ich habe das nur als Beispiel angeführt für eine Behinderung, die man von aussen nicht unbedingt gleich sieht. Aber es gibt auch bei dieser an sich „klar diagnostizierbaren“ Behinderung grosse Unterschiede, was jemand danach noch kann.

    (Jährlich erleiden in der Schweiz rund 20 000 Personen eine Hirnverletzung. Ursachen für eine Hirnverletzung sind Hirnschlag, Hirnblutung, Kopfverletzung, Tumor oder andere Krankheiten. – Quelle: http://www.fragile.ch)

    —-

    Ausser Schizophrenie gibt es noch viele andere psychische Krankheiten, die sich sicher niemand einfach so „von einem Psychiater einreden lässt“

    Das Problem bei vielen psychischen Erkrankungen ist nicht unbedingt, dass die Leute nicht arbeiten wollen oder gar nicht können – aber dass sie möglicherweise durch die Erkrankung gewisse „abnormale Verhaltensweisen“ haben, für die sie sich schämen und die das Umfeld (zb Arbeitskollegen) halt nicht unbedingt akzeptiert. Nur schon, wenn jemand schneller müde wird, weil er sich mehr anstrengen muss, um sich zu konzentrieren, und vielleicht öfter eine Pause braucht, heisst es doch schnell: der ist doch bloss faul… der Psycho macht wieder schlapp… ect.

    Und die Betrüger von denen man immer hört, tragen natürlich viel zu diesem negativen Bild bei.

  15. Salome, wie lässt sich das jährliche Wachstum von 6% seit 1999 für IV-Neuberentungen infolge psychischer Probleme erklären?

    Schauen sie sich doch einemal den Chart „Neuberentungen nach Ursachen“ im Artikel oben genauer an. Die Balken mit dem mit Abstand grössten Ausschlag stehen für Neuberentungen infolge psychischer Erkrankung.

    Die IV sollte nicht für jeden Blödsinn aufzukommen. Psychische Erkrankungen sollten nicht durch die IV gedeckt werden. Man könnte für solche Leute schlicht und einfach eine Irrenanstalt zur Verfügung stellen. Mal schauen ob dann auch noch so viele freiwillig dort einziehen wie es solche gibt, die bereitwillig IV-Renten aufgrund von psychischen Beschwerden beziehen.

    Könnte es auch noch etwas mit Drogenkonsum zu tun haben? Sprich, dass wir mit der MwSt-Erhöhung auch noch für das einstige Vergnügen eines Drogenkonsumenten (z.B. Hanfkiffers) der unter Psychosen leidet aufkommen müssen???? Fein ist das. Offenbar ist am Begriff „Scheininvalide“ eben doch etwas dran.

  16. —-
    Man könnte für solche Leute schlicht und einfach eine Irrenanstalt zur Verfügung stellen.
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    Mit 10% Mehrwertsteuer, Erhöhung der Lohnbeiträge und 20% höheren Krankenkassenprämien liesse sich das sicher gut finanzieren… Abgesehen davon, dass man sich bei der 5. IV Revision explizit für das Modell der EINGLIEDERUNG ausgesprochen hat und nicht für die Ausgrenzung.
    Die IV zwingt Rentner mit psychischen Erkrankungen bereits heute immer öfter zu Psychiatrie-Aufenthalten (bei Weigerung wird die Rente gekürzt). Ein Klinikaufenthalt dient normalerweise eher zur Überbrückung einer Akutsituation (zb. bei Suizidgefahr) – Dass die von der IV zwangsverpflichteten Patienten nach 4 Wochen komplett geheilt herauskommen ist reines Wunschdenken und komplett realitätsfremd.
    Finanziert wird dieser Unsinn übrigens mit unseren Krankenkassenprämien.

    Wenn Wirtschaft und Gesellschaft nicht bereit sind, „die Verrückten & Andersartigen“ einzugliedern, sondern sie lieber in Kliniken und Behindertenwerkstätten versorgen will, kostet das halt. Aber das ist eben der Preis dafür, dass man „mit denen“ nix zu tun hat.

    Zu den Gründen, warum es immer mehr psychisch Kranke gibt, habe ich schon einiges im Forum geschrieben.

    Ich denke nicht, dass die Folgen illegalen Drogenkonsums einen sehr grossen Anteil ausmachen. Alkoholmissbrauch ist viel verbreiteter, dessen Spätfolgen (eine Sucht allein ist nicht rentenauslösend) führen wohl in grösserem Ausmass zur Invalidisierung. Bei einem Suchtgeschehen sind aber oftmals auch psychische Gründe mitbeteiligt – beispielsweise wird eine Depression oder Angsterkrankung mit Alkohol „bekämpft“ oder es entsteht eine Abhängigkeit von Psychopharmaka. (aus dem Wunsch heraus, trotzdem „zu funktionmieren“).

  17. Zitat von Salome:

    „Mit 10% Mehrwertsteuer, Erhöhung der Lohnbeiträge und 20% höheren Krankenkassenprämien liesse sich das sicher gut finanzieren…“

    Wie bitte? Die Allgemeinheit mit Steuererhöhungen und Beitragserhöhungen erheblich belasten um damit den IV-Missbrauch zu finanzieren? Nicht mit mir. Ich arbeite nicht für Schmarotzer.

    Die Sache ist klar, es gibt im Vergleich zu früher viel zuviele IV-Rentner, die aufgrund psychischer Probleme eine IV-Rente beziehen. Da liegt der Verdacht sehr nahe, dass ein Grossteil davon das System auf Kosten der Allgemeinheit ausnützt. Es wäre völlig falsch, wenn man in einer solchen Situation die Allgmeinheit noch zusätzlich belastet um diese Schweinerei zu finanzieren.

  18. Man könnte für solche Leute schlicht und einfach eine Irrenanstalt zur Verfügung stellen.

    Das war nicht mein Vorschlag, sondern Ihrer. Die vielen psychisch Kranken kollektiv in einer „Irrenanstalt“ versorgen kostet eben eine Menge. Und das muss jemand bezahlen. So einfach ist das.

    Der bisher festgestellte Missbrauch bei der IV liegt bei 1% – heisst 99% sind WIRKLICH behindert. Oder denken Sie, Depressive begehen Suizid, weil es sooooo lustig ist, depressiv zu sein?

    Wäre die Integration von Behinderten in die Gesellschaft (Arbeitswelt und Sozialleben) besser, würden Sie persönlich auch Menschen kennen, die behindert oder psychisch krank wären und nicht ständig behaupten, es gäbe sie gar nicht.

    Die echten Behinderten sind meist unsichtbar, weil unsere Gesellschaft sie versteckt in Heimen und Psychiatrien und aus dem Arbeits- und Sozialleben ausschliesst.
    Machen Sie doch mal einen Selbstversuch: Leihen Sie sich einen Tag lang einen Rollstuhl und versuchen Sie, Ihren gewohnten Tätigkeiten nachzugehen. Gucken Sie, wie weit Sie kommen. Und achten Sie darauf, wie andere Menschen Ihnen als Behinderten begegnen.
    Alternativ: 1 Woche Psychopharmaka nehmen und schauen, wie man unter deren Einfluss noch normal arbeiten & leben kann – ach ja: Autofahren fällt dann natürlich erstmal weg.

    Einfach um das ganze mal aus der anderen Perspektive zu sehen. Wie man selbst die Welt sieht, hängt immer von der eigenen Perspektive ab. Und macnhmal tut es gut, sie mal zu wechseln.

    (das meine ich übrigens ganz kollektiv: auch den Linken würde es nicht schlecht anstehen, sich zb. ab und zu in die Lage eines Kleinunternehmers zu versetzen)

  19. Habe ich irgendwo in Abrede gestellt, was ich geschrieben habe? Ich finde mein Vorschlag übrigens gut.

    Zum Missbrauch: Das neue Konzept zur Betrugsbekämpfung wurde per 1. August 2008 eingeführt. Es ist ein bisschen früh bereits nach einem Jahr voreilige Schlussfolgerungen zu ziehen. Was man allerdings sagen kann ist folgendes:

    Einzelne Versicherte gehen beim Betrug ausgesprochen dreist vor, um sich eine Rente zu erschleichen, wie der Leiter der IV-Stelle Bern, Markus Gamper, feststellt. Entsprechend brauche es spezielles Wissen und spezielle Instrumente, um solche Fälle aufdecken zu können. Die IV-Stelle Bern hat dank dem Betrugsmanagement in 6 Fällen Leistungen verweigert oder zurückgefordert. In allen Fällen wurde auch Strafanzeige erstattet. Insgesamt konnte die IV-Stelle Bern kapitalisierte Leistungen in der Höhe von rund 4.2 Mio. Franken einsparen. Gamper betont allerdings, dass die Betrugsbekämpfung auch unabhängig vom finanziellen Erfolg wichtig ist und mit dem neuen Instrument noch wirkungsvoller vorangetrieben werden muss. Denn Betrüger schädigen nicht nur die Gesamtheit der Beitragszahlenden materiell, sondern können auch die grosse Mehrheit der ehrlichen IV-Bezüger, die auf diese Leistungen angewiesen sind, einem ungerechtfertigten Generalverdacht aussetzen.

    (Quelle)

  20. Es gibt Leute welche der Meinung sind das nicht alle eine gute Schule, gute Ausbildung, Chancen im Arbeitsmarkt usw.haben und man sagen muss das auch diese Menschen finanziel gestützt werden müssen.

    In der USA pennen diese Menschen auf der Strasse, wenn weiterhin so eine unsinnige Migrationspolitik herscht, haben wir auch bald vermehrt Leute haben welche mit Habseligkeiten gefüllten Einkaufswägelchen durchs Land ziehen.

    Das hat zwar nicht direkt mit der IV zu tun, nur aber zeigt dies das etwas gemacht werden muss. Die Abschiebung von Fürsorgefällen zur IV und Frühpensionierungen durch die IV war eine Lösung, doch sicher nicht die richtige.

    Weiterbildungen und Berufsausbildungen für weniger Lebenslaufglückliche gibt es eigentlich kaum, und auf Baustellen arbeiten meist Billiglohn-Ausländer welche extra noch in die Schweiz geholt werden die auch die Sozialkosten in die Höhe treiben.

    Schiksalsbetroffene denen nicht geholfen wird landen dann halt unweigerlich bei der Fürsorge oder IV. Auch kann man mit Selbstverschulden nicht einfach begründen das man jemanden verhungern lässt.

    Faktisch spielt es keine Rolle ob ich nun etwas mehr Mwst für die IV bezahle oder mehr Gemeindesteuern.

    Gut wäre wenn Ausbildungsplätze und Weiterbildungsmöglichkeiten geschaffen werden, doch die gibt es ausser im Jugendgefängnis kaum.

    Das Ausbildungsangebot und weitere Hilfeleistungen der IV für Behinderte ist ausgesprochen mager und oft sind diese Leute nicht fähig und äussern sich zu allem auch noch beleidigend. Bei der IV stellt sich eigentlich nur die Frage, Rente ja oder nein, etwas dazwischen gibt es nicht.

    Was die Betrügereien angeht sollten die Jugos und Türken unter die Lupe genommen werden welche ein 3 bis 4 faches höhere risiko haben als der Durchschnitt von der IV abhängig zu werden.

    Einige Motorfahrzeugversicherer sind dazu übergegangen keine Jugos oder Türken zu versichern, auch sind die Prämien dort für einen Özdemir 3mal höher als für einen Innerschwyzer.

    Ich finde das sollte bei den Sozialversicherungen und Besteuerung gleich gehandhabt werden. Es kann doch nicht sein das die Algemeinheit für die folgen mangelnder Ausbildung/Sprachkentnisse usw. bezahlen muss.

  21. Es ist mir auch schon aufgefallen, das sehr viele aus dem Balkan IV-Rente beziehen. Und jetzt wo ich selber brauche,werde ich als Schweizerin als Simulantin und oder Sie sind doch stark hingestellt, obwohl bei mir alles nachweisbar ist, auch habe ich keine Schmerzen, sagen Suva und IV. Na toll. Ich nenne mich nur noch Eidgenosse, der kann ja mit starken Schmerzmitteln 100 Prozent arbeiten.

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