Die billigen Tricks der Gripen-Befürworter

Von Alexander Müller veröffentlicht am 27. April 2014 | 4.220 mal gesehen

Die Gripen-Befürworter versuchen mit billigen Tricks die Wähler unter Druck zu setzen und hinters Licht zu führen. So behaupten Sie z.B. dass wir 2025 keine Armeeflugzeuge mehr hätten, wenn das Volk am 18. Mai 2014 NEIN zum Gripen-Fonds-Gesetz stimmt. Seht selbst:

Gripen
Wie Gripen-Befürworter auf Facebook mit Lügen Stimmung für den Gripen machen

Dass wir bei einem NEIN zum Gripen-Fonds-Gesetz ab 2025 keine Kampfflugzeuge mehr haben ist natürlich ein fertiger Schwachsinn. Lügen wie diese sind billige Verkäufertricks der Gripen-Befürworter. Damit wollen sie das Volk unter Druck setzen und derart verängstigen, dass es am 18. Mai 2014 JA zur Gripen Finanzierung stimmt.

Ebenfalls behaupten Gripen-Befürworter gerne, dass sich die Experten der Armee für den Gripen ausgesprochen hätten und wir deshalb JA stimmen sollte. Diese Argumentation von Seiten der Gripen-Befürworter zeugt von grenzenloser Leichtgläubigkeit.

Wer sind denn diese „Experten“? Es sind SAAB-Lobbyisten, der Bundesrat und indirekt dem Bundesrat unterstellte Piloten, die sich natürlich ein neues Flugzeug wünschen. Es ist völlig logisch, dass unsere Armee-Piloten ein neues Flugzeug wollen, so haben sie ein neues Spielzeug. Die Frage, die wir uns stellen müssen ist, ob es Sicherheitspolitisch Sinn macht.

Ich habe jedenfalls kein blindes Vertrauen in die sogenannten Experten der Schweizer Luftwaffe, des Bundesrats und der Lobbyisten-Vereinigungen habe. Sie alle haben Eigeninteressen und sind in meinen Augen befangen. Neutrale Experten sind sie jedenfalls nicht. Was die Schweizer Militärs angeht, so habe ich zudem ernsthafte Bedenken hinsichtich deren Kompetenzen und Erfahrungen in echten Kampfsituationen. Dies weil diesen „Möchtegern-Kriegern“ schlicht und einfach die praktische Erfahrung fehlt. Das sind Schreibtischstrategen, die sich mit Planspielen auskennen oder Piloten, deren Kampferfahrungen sich auf Übungen beschränken. Ausserdem fehlt diesen Piloten womöglich sogar der Vergleich zu besseren Jets, weil sie gar nicht erst ins Testprogramm der Luftwaffe aufgenommen wurden.

Bevor wir über die Beschaffung von Kampfjets abstimmen, müssten wir uns meiner Meinung nach erst einmal über ein Verteidigungskonzept einigen. Einfach einmal ein paar Flieger kaufen weil es der Bundesrat und ein paar Militärbeamte wollen, ist etwas gar blauäugig. Als mündiger Bürger möchte ich wissen was mit meinen Steuergeldern geschieht und wozu diese ausgegeben werden.

Wo kommen wir denn da hin, wenn Stimmbürger bloss noch abnicken sollen was uns der Bundesrat und einige bezahlte Lobbyisten von PR-Agenturen vortragen? Da können wir die Demokratie ja gleich abschaffen.

Einige SVP-Vertreter haben ja denn auch bereits vorgeschlagen den Gripen halt in kleineren jährlichen Stückzahlen zu beschaffen, sollte das Volk das Gripen-Fonds-Gesetz zur Finanzierung des Gripen ablehnen. Soviel zum Demokratieverständnis dieser Leute.

Immerhin, wie der folgende Film zeigt, sollte der Schleudersitz sogar beim Gripen funktionieren.

Beim Grounding dieses angeblichen Supervogels gibt es jedoch noch Verbesserungspotential.

Der Erstflug des Gripen fand im Jahr 1988 statt. Seither wurde das Flugzeug kontinuierlich weiterentwickelt. Angesicht dieser langen Entwicklungsphase ist es schon erstaunlich, dass der „Superjet“ lediglich mittelmässige und teilweise sogar ungenügende Testergebnisse geliefert hat.

Für die Landesverteidigung halte ich den Gripen für ungeeignet. Für Luftpolizeiaufgaben ist er brauchbar, doch dafür können wir auch noch die F/A 18 und Tiger brauchen. Es ist ja nicht so, dass eine Cessna oder ein Segelflieger, die sich in den Alpen verflogen haben zurückschiessen würden, wenn sich ihnen ein Tiger nähert. Geht es um Luftpolizeieinsätze, um Privatpiloten, die sich verflogen haben, bei der Orientierung behilflich zu sein oder geht es darum militärische Angriffe abzuwehren? Das ist massgebend. Für ersteres brauchen wir die Gripen nicht und für letzteres reichen die 22 Gripen bei weitem nicht aus. Das muss den Wählern einfach gesagt werden, sonst streut man ihnen Sand in die Augen.

Die billigen Tricks der Gripen-Befürworter
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15 Gedanken zu „Die billigen Tricks der Gripen-Befürworter“

  1. Der Gripen ist wieder so ein typischer fauler Schweizer Kompromiss, der weder Hand noch Fuss hat. Es gibt bessere Flugzeuge, gegen die der Gripen null Chancen hat. Aber die Schweizer Militärs, der Bundesrat und ihre Groupies scheinen das nicht zu raffen. Die F-22 schiesst den Gripen ab ehe der Gripen-Pilot die F-22 überhaupt bemerkt hat. Anders als die kampfunerfahrenen Schweizer Militärs, haben die kampferprobten Israelis offensichtlich Interesse an der F-22 Raptor. Israel makes another bid for F-22 jets

    1. absolut daneben, herr müller, entweder sie haben absolut keine ahnung oder sie setzen bewusst grobfahrlässig scheinwahrheiten in die gegend. z.b. f-22 raptor. Ihre zitierten artikel stammen aus dem jahre 2008, der f-22 wird nicht mehr gebaut, weil viel zu teuer und absolut nicht multirollen tauglich. etc etc.

      1. Herr Boss, der einzige von uns beiden, der wohl keine Ahnung hat und Unwahrheiten erzählt sind wohl Sie. Zur Multirollentauglichkeit, die F-22 hat durchaus Multirollenfähigkeiten, ist aber natürlich vor allem als Luftüberlegenheitsjäger konzipiert worden.

        „The F-22 is a multi-role air-superiority fighter with improved capability over current Air Force aircraft. From the inception of the battle, the F-22’s primary objective will be to establish air superiority through the conduct of counter-air operations. The F-22 also has significant air-to-surface capability.“

        Abgesehen davon, brauchen wir eine eierlegende Wollmilchsau, also ein Kompromissflieger, der Multirollentauglich ist oder einen Luftüberlegenheitsjäger, der für die Abwehr von feindlichen Flugzeugen bestens geeignet ist? Was will die Schweizer Armee? Eine Armee, die noch nicht einmal in der Lage ist den Luftraum zu sichern, sollte erst einmal in absolute Luftüberlegenheitsjäger investieren! Wer das nicht begreift, ist einfach vollkommen inkompetent.

        Dass die F-22 nicht mehr gebaut wird, ist auch wieder so eine Behauptung. In der Tat ist es ein teures Flugzeug und wir wissen alle, dass die Amis mit Budgetproblemen zu kämpfen haben. Genau das wäre aber eine Chance, die Flugzeuge zu beschaffen. Abgesehen davon gibt es ja nicht nur die F-22. Es gibt noch zahlreiche andere Flugzeuge, die dem Gripen überlegen sind.

        Maurer meinte einmal, er wolle die beste Armee. Wie er das mit mittelmässigen Waffensystemen und eierlegenden Wollmilchsau-Kompromiss-Konstrukten schaffen will, ist mir schleierhaft. Ich zweifle zusehends an der Kompetenz einiger Armeeverantwortlicher. Die Schweizer Armee ist bereits eine lächerliche Truppe und mit lächerlichen Flugzeugen wie dem Gripen wird sie noch lächerlicher.

  2. Immerhin auf Facebook getrauen sich einige Gripenbefürworter auf ihrer Befürworter-Seite mit mir zu diskutieren. Sie sind dort in der Überzahl. Dabei ist ein Blog eigentlich auch ein soziales Medium.

  3. Lieber Herr Müller
    Ich habe mir lange überlegt etwas zu schreiben – nach dem Studium der Kommentare ist der Entscheid dann aber gefallen.
    Ich finde es äusserst erstaunlich, dass Sie sich das Recht nehmen ein Urteil über die Tauglichkeit eines Fliegers zu fallen, den Personen die sich aber wenigstens ausführlich damit beschäftigt haben dies abstreiten mit der Aussage der Befangenheit sowie der Unerprobtheit in Kampfsituationen. Unter diesem Aspekt dürfte die Schweizer Armee genau nie mehr eine Beschaffung vornehmen, ausser sie wünschen sich, dass wir einen Krieg anfangen um nachher genug Wissen zu haben um jemals wieder (Ersatz-)Beschaffungen machen zu können. Ohne Beschaffungen widersprechen Sie aber sich selbst und Ihrem Grundsatz der gut ausgerüsteten Schweizer Armee.
    Gerne würde ich auch noch ein bisschen mehr erfahren zu den billigen Tricks. Ausser dem Argument dass Mitte der Zwanziger Jahre keine Flugzeuge mehr verfügbar sind, habe ich nichts gelesen. Könnten Sie da noch etwas spezifischer warden? Ansonsten muss ich als Offizier der Schweizer Luftwaffe die Aussage unterstützen, dass die Tiger F-5 schon heute nicht Schlechtwetter-, geschweige denn Nachtflug-tauglich sind. Des weiteren stammen die Tiger F-5 von einem Entwurf aus den fünfziger Jahren mit dem Ziel einen günstigen, wartungsarmen Flieger für den Export (z.B. Entwicklungsländer) zu produzieren. Unser Modell stammt aus den späten Sechzigern und hat die Flugeigenschaften des zuletzt bei den Lybiern eingesetzten MIG-21. Ich stelle mir das etwa so vor, wie wenn ich einen Vergleichstest zwischen einem VW Käfer und einem aktuellen VW Golf machen würde.
    Abgesehen davon besteht der Luftpolizeidienst schon nicht nur darin, fehlgeflogene Cessnas heimzugeleiten. Immerhin stellen Sie fest, dass ein wesentlicher Teil des Luftpolizeidienstes darin besteht nicht nur zu schiessen und dann zu schauen, sondern zuerst zu schauen wozu es tatsächlich Flugzeuge braucht.
    Als Steuerzahler bin ich des weiteren daran interessiert genau das in der geforderten Qualität zu kriegen, was ich benötige. Das bedingt, dass ich weiss was ich will und dass ich nur so teuer einkaufe wie es sein muss. Zweiteres bedeutet, dass wir weder eine F-35 Lightning II brauchen oder eine SU-35 Flanker E sondern eben ein Flieger den wir brauchen. Besser ginge immer ist aber unökonomisch. Bezüglich eines politischen Sicherheitsberichtes glaube ich, dass die Armee selbst ziemlich viel Arbeit geleistet hat. Die wesentliche Unterlassung stammt aber vom gesamten Bundesbern, welche es bis heute nicht geschafft hat eine Gesamtbedrohung zu entwerfen (inkl. neben militärischen Bedrohungen auch Umwelt, Hooliganismus, etc) und zuzuordnen wem (Polizei, Behörden, Zivilschutz, Armee) welche Aufgabe zufällt.
    Ich bin überzeugt, dass gemäss heutigem Wissenstand a) Luftpolizeidienst notwendig ist, dieser b) von der Armee erfüllt werden muss c) mit den aktuellen Mitteln (F-5, F/A-18) mittelfristig nicht abgedeckt warden kann und d) der Gripen ein geeignetes Mittel ware.
    Ich bin auf eine inhaltlich spannende Diskussion gespannt!
    Beste Grüsse, Christoph Hugentobler

  4. Herr Hugentobler, ich bin Stimmberechtiger und Steuerzahler und habe als solcher das Recht mir eine Meinung zu bilden. Zudem bin ich ein Verfechter der Meinungsfreiheit und vertrete die Auffassung, dass Stimmberechtigte in der Schweiz das Recht haben öffentlich ihre Meinung zu sagen.

    Mich überzeugt die Kampagne der Gripen-Befürworter nicht. Sie ist unglaubwürdig und durchschaubar. Inzwischen wird ja von einigen sogar die Ukraine-Krise benutzt um den ängstlichen Teil unserer Bevölkerung einzuschüchtern und für den Gripen zu gewinnen.

    Meiner Meinung nach ist es die Aufgabe von Ueli Maurers VBS eine Analyse der Bedrohungslage vorzunehmen. Diese muss den mündigen Stimmbürgern offen kommuniziert werden, so dass sie wissen wie der Bund die Bedrohungslage einschätzt und diese Einschätzung kritisch hinterfragen können. Ausserdem möchte ich wissen wie viele Luftpolizeieinsätze es in der Schweiz pro Jahr gibt. Diese Statistik ist von der Luftwaffe, vom VBS oder vom Bundesamt für Statistik zu kommunizieren. Soviel Transparenz gegenüber Entscheidungsträgern muss bei milliardenschweren Beschaffungsanträgen schon sein.

    Gemäss vom Bund publizierter Informationen wurden von der Luftwaffe im Jahr 2012 übrigens nur 10 Interventionen im Rahmen von Luftpolizeieinsätzen geflogen! Das ist weniger als eine Intervention pro Monat. Von diesen 10 Interventionen wurden 6 während des WEF geflogen!!! Für sowas brauchen wir wohl kaum 22 zusätzlich Flieger.

  5. Sehr gut geschrieben, Herr Hugentobler, das sehe ich genauso!

    @Herr Müller: Ihre Argumente überzeugen mich überhaupt nicht. Man kann der Armee nicht immer das Geld „verweigern“ und dann nach F 22 Raptors schreien die ein vielfaches kosten würden und schon gar nicht mehr gebaut werden.
    Es gibt leider schon zuviele Baustellen in der Schweizer Armee, es wurden und werden, wie immer aus Geldmangel, bereits zuviele Kompromisse gemacht.

    Und hört endlich mal auf, euch über die, ach so hohen Kosten aufzuregen. Wir haben absolut nichts zu sagen was die Kohäsionsgelder, IWF Gelder, oder die „Entwicklungshilfe“ betrifft, Milliarden im Jahr!! Wenn ihr sparen wollt, dann steht da hin und setzt euch ein, das wir mitbestimmen dürfen!

    Viele der Gripen Gegner sagen, das Gripen Kampfflugzeug ist zu teuer und im gleichen Atemzug sagen sie, der Flieger sei schlecht, warum nimmt man nicht einen besseren, (teureren?)

    Ich habe DIESE Art von Argumenten durchschaut, und darauf wird zum Glück die Mehrheit der Schweizer Bürger nicht reinfallen..

  6. Herr Winter, ich habe kein Problem mit dem Budget. Doch bevor wir über das Budget reden, müssen wir uns erst einmal im Klaren dafür sein für was. Ich bin nicht bereit einfach für jeden Mist Geld auszugeben. Und wie gesagt für 10 Luftpolizeidienst-Interventionen pro Jahr und davon 6 fürs WEF brauchen wir ganz bestimmt keine 22 Gripen. Das gibt ja sogar die Armee selber zu.

  7. Herr Müller..

    Viele, wie Sie jetzt, reden nur immer von „harmlosen Luftpolizeimissionen“. Die Luftwaffe muss aber auch die Verteidigung sicherstellen können, den NUR sie kann das!! Und da würden wir eher 40 neue Jets brauchen. Man legt hier einfach das Vertrauen auf eine 10 Jährige Vorwarnzeit, das ist schon ein Witz! Der Krieg in Jugoslavien, jetzt die Krim Krise, mit dem hat gar niemand gerechnet..

    Und was die Armee zu tun hat, steht erstens in der BV und zweitens im Sipol. Und da ist die Verteidigung drin. Und Verteidigen heisst auch, sich Verteidigen können.

    Man kann der Armee nicht einfach ein Bein wegnehmen, sonst hinkt sie! Wenn schon, dann sollte darüber abgestimmt werden: Wollen wir eine Armee, ja oder nein. Bei nein, haben wir die Konsequenzen zu tragen, bei ja, dann sollte die Armee so ausgerüstet werden, das sie die Bevölkerung schützen und ihren Auftrag erfüllen kann. Das kann sie im Moment, wegen dauernden Einsparungen, heute nicht. Und dann soll nicht jeder, der zb. plötzlich ein Aviatikexperte geworden ist, mitreden können. Dann sollen ECHTE Experten beurteilen, was benötigt wird. Alles andere verursacht ein riesen Gebastel, das niemanden was bringt..

    Und zum Schluss:

    Es befremdet mich schon, wie wir in unserer hochgejubelten Wohlfühl-Oase Schweiz, mit dem Thema Sicherheit umgehen..

    Bedenken wir, wenn eine Krise kommt, dann haben wir genau EINE Chance! Wir können uns bestmöglich Vorbereiten, es aber dann zu tun, wenns schon am krachen ist, dann ists logischerweise zu spät!

  8. Herr Winter, vergessen Sie es. Unsere Armee taugt nichts, sie ist im Ernstfall nicht in der Lage das Land zu verteidigen. Das wissen auch die Militärs. Auch im 2. Weltkrieg hätte die Schweizer Armee die Schweiz nicht verteidigen können. Damals hätten sich Guisans Truppen in den Alpen versteckt und die grossen Städte und das Mittelland kampflos den gegnerischen Truppen überlassen. Die Schweiz hatte aufgrund ihrer geografischen Lage einfach Glück. Es ist einfach so, dass beim deutschen Westfeldzug ein Angriff über Belgien der Blitzkriegstrategie eher entsprach als ein Angriff über die Schweiz. Warum wohl? Der Weg zum Ärmelkanal und nach Paris ist kürzer. Was die Nordsüdachse angeht, wer von Deutschland nach Italien kommen will, der kann locker über Österreich nach Italien reisen. Sie kennen sicher den Brennerpass.

    Westfeldzug

    Das es nur eine Chance gibt, muss sich erst weisen. Auch Blattmann meinte offenbar in einem Interview, dass die Krim jetzt weg sei. Das heisst aber noch lange nicht, dass das für immer so sein muss. Die Krim war auch schon einmal in deutscher Hand, genauso wie das Sudetenland ist sie das jetzt aber nicht mehr. Wieso soll das nicht auch für die Russen gelten? Es bietet sich oft mehr als nur eine Chance und nichts ausser dem steten Wandel ist von Bestand.

    Ich bleibe dabei, erst einmal brauchen wir eine anständige Analyse der Lage bevor wir einfach irgendwas kaufen, damit Leute wie Sie sich wieder sicherer fühlen.

    Wegen der Nordsüdachse, viele Schweizer überschätzen den Gotthard. So wichtig wie viele meinen ist der auch nicht. Wie der folgende alte Wochenschaufilm belegt, hatten die Deutschen mit dem Brenner innerhalb der eigenen Grenzen einen Übergang nach Italien. (Einleitung im Film…“an der Südgrenze des Reiches“) Deutsche Truppen auf dem Marsch nach Italien, über den Brennerpass:

  9. Herr Müller..

    Die Analyse ist längst gemacht, nochmal, in unzähligen Seiten im Armeebericht. Selbst über die Luftwaffe steht auf X- Seiten, was sie zu tun hat.. Diese Diskussion ist schon längst abgeschlossen.

    Und weshalb ist die Armee nicht mehr in der Lage, das Land zu Verteidigen?
    1. Das Budget wird dauernd gekürzt.
    2. Ist dadurch ein enormer Investitionsstau entstanden.
    3. Die Armee wird von links, durch die mitte bis rechts zerpflückt. Was sollen sie da gescheites duskutieren?

    Und sagen Sie mir, wann hat die Armee das letzte mal ein neues Waffensystem eingeführt? Wo ist der Ersatz der Panzerabwehr? Wo der Ersatz der Bloodhound? Wo ist die „komplette Ausrüstung“ der ADA’s? Wo ist die Fähigkeit der Luftaufklährung und Luft-Bodenbekämpfung mittels Kampfflugzeugen? (sollte mit der Einführung dea Gripen wieder aufgebaut werden) Wo ist die 2te Tranche der Schützenpanzer 2000? Usw, usw..Nirgends! Und auch da werden Sie sagen, Panzer und denn geschweige, eine Panzerabwehr, Luft Boden Einsätze, mehr Schützenpanzer usw brauchen wir nicht! Ja eben, dann brauchts doch schlussendlich gar nichts mehr. Die Armee muss als ganzes funktionieren.

    Schauen sie doch, was auf der Krim passiert, schauen sie doch welches Leid dort herrscht! Da ist praktisch niemand, der dem Volk hilft oder helfen kann. Jetzt kommen Sie und sagen, die Armee kann da nicht helfen. Was machen sie dann, wenn Terroristen oder Aufständische Botschaften, Regierungsgebäude usw, wie es jetzt dort passiert, besetzen? Mit schweren Waffen? Sie gehen aus Angst aus der Stadt!

    In der Tagesschau sagten die Menschen, die fliehen mussten an was es fehlt: Geld, Munition, Waffen.. Auch wenn sie Geld haben, probieren Sie, auf die Strasse zu gehen ohne evtl. erschossen zu werden! Ich hasse auch Gewalt und ich hasse Kriege! Wir greifen niemanden an, aber wir haben das Recht, uns zu verteidigen!!

    Und jetzt kommt warscheinlich die gleiche Aussage, in der Schweiz passiert das nie… Da können wir schon mit den Diskussionen aufhören..

    Ich bleibe dabei. Wenn jeder seinen Senf dazu geben muss, wie Armee sein soll oder nicht, dann kommt nichts gescheites raus.
    Entweder stimmen wir ab, Armee ja oder nein mit Verteidigungsfähigkeit, ja oder nein!
    Wenn ja, dann Entscheiden echte Experten!

    Was ich mit der letzten Chance meinte: Doch, irgendwann haben sie nur noch eine Chance, nämlich die, sich zu wehren. Entweder verfügen sie dann über die geeignete Ausrüstung, oder nicht. Vor lauter hin und her und elend langer Diskussionen, vergessen wir, für was die Armee da ist..

    Und was Herrn Blattmann betrifft: Als er vor Jahren eine Risikokarte vorlegte, waren alle empört um dann später zu sehen, das er recht hatte. Ich finde es befremdlich, sich über seinen Job lustig zu machen. Er macht nur seine Arbeit und er hat eine riesen Verantwortung über uns alle! Sein Sicherheitsapparat muss im letzten Fall funktionieren können. Und das geht nicht, weil jeder meint, er wüsste es besser…

    Und was ich auch noch sagen wollte: Wenn sie schon in ihrer Überschrift schreiben: Die billigen Tricks der Gripen Befürworter und ich dann sehe, das sie nur Videos hier zeigen, wo man sieht, wie ein Gripen abstürzt oder ein Pilot den Schleudersitz betätigen muss, dann würd ich eher schreiben: Die billigen Tricks der Gripen Gegner. Stellen Sie doch bitte auch Videos abgestürzter F22 ins Netz, oder von MIG’s denn Tornados usw…

  10. Lieber Herr Müller

    Danke für Ihre Replik.
    Nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass eine Demokratie darin besteht, dass jeder seine Meinung frei äussern kann. In meinem Votum habe ich nirgends geschrieben, dass ich Ihre Aussage nicht gelten lasse. Ich widerlege sie also höchstens.
    In Ihrer Selbstvorstellung schreiben Sie: „Verteidigungspolitik: Ich stehe ein für eine souveräne und neutrale Schweiz. Dafür braucht es eine moderne und gut ausgerüstete Armee, welche die Souveränität und Sicherheit der Schweiz gewährleisten kann.“ Des weiteren schreiben Sie oben, dass wir „zuerst eine anstängie Analyse der Lage“ benötigen würden. Diese gibt es z.B. mit dem regelmässigen Sicherheitsbericht. Wenn etwas fehlt sind es politische Leitplanken zu einer umfassenden Sicherheitspolitik (nicht nur klassisch militärische Bedrohungen). Spannend finde ich, dass sie die Unterlassungen der Politik jetzt gegen die Armee verwenden die ihren Teil richtig gemacht hat, und dies insbesondere in einem Bereich – nämlich dem Luftpolizeidienst – den bislang niemand per se in der Notwendigkeit angezweifelt hat.
    Weiter ist mir aufgefallen, dass Sie die Notwendigkeit eines Luftpolizeidienstes an der Menge seines Einsatzes gewichten „für 10 Luftpolizeidienst-Interventionen pro Jahr und davon 6 fürs WEF brauchen wir ganz bestimmt keine 22 Gripen“. Erstens würde mich wunder nehmen wer in der Armee dies gemäss Ihrer Aussage auch „zugibt“ und zweitens misst sich die Notwendigkeit einer Interventionseinheit im wesentlichen nicht an der Menge der Einsätze sondern gemäss klassischem Risikomanagement vor allem an der Eintretenswahrscheinlichkeit sowie dem Schadensausmass bei Eintreten. sonst müssten Sie beispielsweise jeder regionalen Feuerwehr mit ihren Einsatzfahrzeugen sofort den Geldhahn abstellen geschweige denn neue Investitionen tätigen!

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