Die billigen Tricks der Gripen-Befürworter

Von Alexander Müller veröffentlicht am 27. April 2014 | 4.204 mal gesehen

Die Gripen-Befürworter versuchen mit billigen Tricks die Wähler unter Druck zu setzen und hinters Licht zu führen. So behaupten Sie z.B. dass wir 2025 keine Armeeflugzeuge mehr hätten, wenn das Volk am 18. Mai 2014 NEIN zum Gripen-Fonds-Gesetz stimmt. Seht selbst:

Gripen
Wie Gripen-Befürworter auf Facebook mit Lügen Stimmung für den Gripen machen

Dass wir bei einem NEIN zum Gripen-Fonds-Gesetz ab 2025 keine Kampfflugzeuge mehr haben ist natürlich ein fertiger Schwachsinn. Lügen wie diese sind billige Verkäufertricks der Gripen-Befürworter. Damit wollen sie das Volk unter Druck setzen und derart verängstigen, dass es am 18. Mai 2014 JA zur Gripen Finanzierung stimmt.

Ebenfalls behaupten Gripen-Befürworter gerne, dass sich die Experten der Armee für den Gripen ausgesprochen hätten und wir deshalb JA stimmen sollte. Diese Argumentation von Seiten der Gripen-Befürworter zeugt von grenzenloser Leichtgläubigkeit.

Wer sind denn diese „Experten“? Es sind SAAB-Lobbyisten, der Bundesrat und indirekt dem Bundesrat unterstellte Piloten, die sich natürlich ein neues Flugzeug wünschen. Es ist völlig logisch, dass unsere Armee-Piloten ein neues Flugzeug wollen, so haben sie ein neues Spielzeug. Die Frage, die wir uns stellen müssen ist, ob es Sicherheitspolitisch Sinn macht.

Ich habe jedenfalls kein blindes Vertrauen in die sogenannten Experten der Schweizer Luftwaffe, des Bundesrats und der Lobbyisten-Vereinigungen habe. Sie alle haben Eigeninteressen und sind in meinen Augen befangen. Neutrale Experten sind sie jedenfalls nicht. Was die Schweizer Militärs angeht, so habe ich zudem ernsthafte Bedenken hinsichtich deren Kompetenzen und Erfahrungen in echten Kampfsituationen. Dies weil diesen „Möchtegern-Kriegern“ schlicht und einfach die praktische Erfahrung fehlt. Das sind Schreibtischstrategen, die sich mit Planspielen auskennen oder Piloten, deren Kampferfahrungen sich auf Übungen beschränken. Ausserdem fehlt diesen Piloten womöglich sogar der Vergleich zu besseren Jets, weil sie gar nicht erst ins Testprogramm der Luftwaffe aufgenommen wurden.

Bevor wir über die Beschaffung von Kampfjets abstimmen, müssten wir uns meiner Meinung nach erst einmal über ein Verteidigungskonzept einigen. Einfach einmal ein paar Flieger kaufen weil es der Bundesrat und ein paar Militärbeamte wollen, ist etwas gar blauäugig. Als mündiger Bürger möchte ich wissen was mit meinen Steuergeldern geschieht und wozu diese ausgegeben werden.

Wo kommen wir denn da hin, wenn Stimmbürger bloss noch abnicken sollen was uns der Bundesrat und einige bezahlte Lobbyisten von PR-Agenturen vortragen? Da können wir die Demokratie ja gleich abschaffen.

Einige SVP-Vertreter haben ja denn auch bereits vorgeschlagen den Gripen halt in kleineren jährlichen Stückzahlen zu beschaffen, sollte das Volk das Gripen-Fonds-Gesetz zur Finanzierung des Gripen ablehnen. Soviel zum Demokratieverständnis dieser Leute.

Immerhin, wie der folgende Film zeigt, sollte der Schleudersitz sogar beim Gripen funktionieren.

Beim Grounding dieses angeblichen Supervogels gibt es jedoch noch Verbesserungspotential.

Der Erstflug des Gripen fand im Jahr 1988 statt. Seither wurde das Flugzeug kontinuierlich weiterentwickelt. Angesicht dieser langen Entwicklungsphase ist es schon erstaunlich, dass der „Superjet“ lediglich mittelmässige und teilweise sogar ungenügende Testergebnisse geliefert hat.

Für die Landesverteidigung halte ich den Gripen für ungeeignet. Für Luftpolizeiaufgaben ist er brauchbar, doch dafür können wir auch noch die F/A 18 und Tiger brauchen. Es ist ja nicht so, dass eine Cessna oder ein Segelflieger, die sich in den Alpen verflogen haben zurückschiessen würden, wenn sich ihnen ein Tiger nähert. Geht es um Luftpolizeieinsätze, um Privatpiloten, die sich verflogen haben, bei der Orientierung behilflich zu sein oder geht es darum militärische Angriffe abzuwehren? Das ist massgebend. Für ersteres brauchen wir die Gripen nicht und für letzteres reichen die 22 Gripen bei weitem nicht aus. Das muss den Wählern einfach gesagt werden, sonst streut man ihnen Sand in die Augen.