Bastien Girod unter Beschuss

Von Alexander Müller veröffentlicht am 2. November 2009 | 5.448 mal gesehen

Ist es nicht grotesk? Trotz zahlreicher Glückwünsche und Gratulationen, welche die Grünen in den vergangenen Tagen von den Schweizer Demokraten erhalten haben, sind sie unzufrieden. Der jüngste Vorstoss von Nachwuchspolitiker Bastien Girod gefällt ihnen gar nicht. Dieser muss nun vor dem Kadi (Vorstand) seiner Partei erscheinen und sich erklären.

Gemäss der grünen Zürcher Stadträtin Ruth Genner lässt sich der Druck auf die Umwelt nicht mit Migrationspolitik lösen. Ihr zufolge haben Girods Vorschläge einen ausländerfeindlichen Ansatz. Die Grünen würden keine ausländerfeindliche Umwelt- und Heimatschützer à la Schweizerdemokraten benötigen.

Soviel zur Meinungsfreiheit bei den Grünen. Wehe es denkt bei denen noch einmal jemand laut über eine restriktive Einwanderungspolitik nach! Wie wir anhand dieses Beispiels sehen, gibt es Dinge über die man bei den Grünen nicht einmal im Traum nachdenken darf. Da spielt linksgrünen Hardlinern zufolge offenbar auch das Bevölkerungswachstum keine Rolle. Dabei sollte es einem doch zu denken geben wenn einem abends mitten in der Stadt Fuchs und Wildschwein begegnen. Es könnte ja damit zusammenhängen, dass wir Menschen den Wildtieren immer mehr Lebensraum wegnehmen. Das wiederum könnte auch etwas mit dem Bevölkerungswachstum zu tun haben. 😉

Ruth Genner ist entsetzt
Ruth Genner is not amused

Bastien Girod unter Beschuss
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7 Gedanken zu „Bastien Girod unter Beschuss“

  1. Es schleckt keine Geiss weg, dass Globalisierung und wirtschaftliche Liberalisierung Auswirkungen auf die Menschen hat.
    Damit rechnen die Verfechter dieser Prinzipien insgeheim. Aber sie wollen davon nichts wissen, weil ihnen der Profit über alles geht – ähm die Liberalisierung. Das war schon zu Zeiten der „Gastarbeiter“ so. Es besteht kein Grund zur Schadenfreude!

  2. Ist die persönliche Meinungsfreiheit bei der SVP dann besser?!?
    Da habe ich aber grosse Zweifel. Siehe jüngstes Beispiel, Nationalrat Peter Spuhler

  3. Dani, du vergleichst Äpfel mit Birnen.

    Spuhler fällt mit seinen Äusserungen während Abstimmungskämpfen seiner eigenen Partei in den Rücken. Siehe Abstimmungskampf über das Personenfreizügigkeitspaket und nun wieder beim Abstimmungskampf über die Minarettinitiative.

    Girod hingegen hat sich lediglich erlaubt über ein Problem nachzudenken. Er fällt dabei seiner eigenen Partei, den Grünen, nicht in den Rücken. Schon gar nicht während eines Abstimmungskampfs. Umso mehr erstaunt das Verhalten des grünen Parteivorstands.

  4. Bastien Girod denkt nicht über eine restriktive Einwanderungspolitik nach. Er will durch eine Art „Wohlstandsausgleich“, finanziert durch eine deutlich höhere Steuerbelastung in der Schweiz, den Einwanderungsdruck „steuern“ bzw. abschwächen.

  5. Girod und Gilli sind besorgt über das Bevölkerungswachstum in der Schweiz. In ihrem Arbeitspapier schreiben Sie, dass sich die Bevölkerung in 50 Jahren verdoppeln würde wenn die Bevölkerung der Schweiz im gleichen Tempo weiterwächst.

    Dieses Wachstum hätte ihrer Einschätzung nach eine Reihe negativer Folgen: Sozial schwache Einheimische würden in schlechte Wohnlagen gedrängt, Verkehrsengpässe würden sich verschärfen, die Luft- und Lärmbelastung würde ansteigen und Erholungsräume würden zerstört.

    Um Lohndumping zu verhindern, wollen die beiden die Vergabe der Arbeitsplätze an die einheimische Wohnbevölkerung fördern. Zudem wollen sie den Hebel bei der Steuer- und der Ausländerpolitik ansetzen.

    Fazit: In der Tat wollen sie, wie es sich für waschechte Linke gehört, die Steuern erhöhen und mehr umverteilen. Daneben wollen Sie allerdings auch die Zuwanderung bremsen und Einheimische bei der Vergabe von Arbeitsplätzen fördern (=bevorzugen). Denn ansonsten würde ja das Bevölkerungswachstum im gleichen Tempo weitergehen und genau das wollen sie ja unterbinden. 😉

  6. Ich bewundere den Mut von Bastien Girod, den offensichtlichen Zusammenhang zwischen der Masseneinwanderung und Umweltproblemen zu thematisieren.

    Es geht bei der Gastarbeiter- Rekrutierung bekanntlich nicht um Humanität, auch nicht um Personalmangel (Arbeitslose gibts seit 1990 genug) sondern einzig um die Profitinteressen einer Minderheit.

    Mehr Arbeitsangebot bedeutet Druck auf die Löhne, mehr Wohnungsnachfrage erhöht die Mieten.

    Es ist unseriös, den Umweltschützer Bastien Girod mit dem SVP- Abzocker Peter Spuhler zu vergleichen.
    Spuhler will die „Personenfreizügigkeit“ einzig und allein, um billige Arbeitskräfte aus dem Osten zu holen; die Meinung der Parteibasis ist ihm egal. Girod drückt dagegen aus, was viele Umweltschützer schon lange denken!

  7. Ich habe soeben den Talk Täglich mit Markus Gilli gesehen. Ich bin angenehm überrascht, dass ein „Grüner“ auch einmal über unsere Übervölkerung nachdenkt ohne gleich ein Hetzjagd gegen die Ausländer zu machen.
    Es ist aber richtig, dass die enorme Einwanderung dank Schengen unser Land an die Grenzen bringt. Die Züge sind dauernd überfüllt, Staus auf den Strassen und die Krankenhäuser besetzt von Ausländer. Dadurch entstehen in vielen Bereichen natürlich wieder Engpässe im Arbeitsmarkt. Das heisst: Es werden wieder neue Arbeitskräfte in unser Land geholt.Und so geht es immer weiter!
    Es wird mehr Strom verbraucht, mehr Autos fahren herum, mehr Abfall wird produziert (falls er dann noch sachmässig entsorgt wird, umso besser)wir haben zu wenig Lehrer und zahlbare Wohnungen usf.
    Ich bin überhaupt keine „Grüne“ aber auch keine SVP-lerin, aber ich für meinen Teil gib der Umwelt Sorge, aber mache mir schon Sorge wegen der vielen Ausländer. Aufklärung und nicht missionieren ist der richtige Weg. Leider finden die Rechten nie den richtigen Ton um das Problem objektiv anzugehen. Wenn endlich alle Parteien der Schweiz das Problem wirklich erkannt haben und nicht immer nur auf ihre Vorteile spekulieren, dann kommt die Schweiz endlich weiter. Machen Sie weiter so!

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