Steuerzahler zahlen für Occupy Paradeplatz

Von Alexander Müller veröffentlicht am 17. Oktober 2011 | 2.651 mal gesehen

Am vergangenen Wochenende veranstalteten Linke eine unbewilligte Demo auf dem Zürcher Paradeplatz. Ziel der Veranstaltung war, Banken auf oberflächliche Art mit pauschalen, undifferenzierten und dummen Vorwürfen zu diffamieren. Dabei konnten die Demonstranten nicht einmal die Texte auf ihren Plakaten fehlerfrei schreiben.

Auf Druck der Polizei haben die Demonstranten am Montagmorgen den Platz geräumt. Wie nach solchen Demos üblich, hinterliessen sie nach der Veranstaltung zahlreiche Schmierereien und einen Haufen Dreck. Der Platz musste geräumt und gereinigt werden. Für die Kosten können nun selbstverständlich die Steuerzahler der Stadt Zürich aufkommen.

Inzwischen besetzen die Demonstranten den Lindenhof in Zürich. Dort werden sie vermutlich ebenfalls einen Haufen Dreck hinterlassen, der dann auf Kosten der Steuerzahler weggeräumt werden muss. Daniel Leupi, der linksgrüne Polizeivorsteher der Stadt Zürich, will nichts weiter gegen diese Schmutzfinken unternehmen. Gegenüber den Medien zeigte er sogar Verständnis für deren Anliegen. (Quelle)  Mich erstaunt das nicht, von einem Linken kann man ja nichts Besseres erwarten.

Ich frage mich, was das für ein asoziales Pack ist. Haben die Frei genommen, dass die einfach so während der Woche demonstrieren können? Oder handelt es sich dabei eben doch um Sozialschmarotzer, Drückeberger und Arbeitsverweigerer? Vielleicht sind einige von ihnen auch Unistudenten, die bereits auf Kosten der Steuerzahler studieren. Das heisst, wenn sie Lust dazu haben und nicht gerade am Demonstrieren sind.

Steuerzahler zahlen für Occupy Paradeplatz
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7 Gedanken zu „Steuerzahler zahlen für Occupy Paradeplatz“

  1. Grüezi

    War ein wenig am stöbern und bin dabei auf diesen Blog gestossen.
    Ich bin einer dieser fehlgeleiteten linksgrünen Schmarotzer. (Gründsätzlich folge ich keiner politischen Ideologi. Debatte und Wahlen werden von mir „unabhängig“ meines Standpunktes betrachtet und so gewertet…)

    Ich begrüsse manche ihrer Argumente (nicht nur auf diesen Artikel bezogen), aber sie verlieren teilweise an glaubwürdigkeit durch ihre Ausdrucksweise und teilweise ist wird es blöd… nicht so wichtig. Wichtig ist, das man manchmal auch einsieht wie wichtig der Einsatz dieser Menschen ist. Der Witz ist, das sie sich mit ihrer Meinung gegen eine grosse Bewegung stellen, welche momentan weltweit in den Zeitungen für Lesestoff sorgt? Unterhaltsam ist, nach diesen letzen historischen Jahren der Weltwirtschaftskriese usw. sprechen sie von „die Leute haben keine Ahnung von Marktwirtschaft? Vielleicht irren sie? Sie spielen den Ball erneut den Reichen und Wohlhabenden oder richtig ausgedrückt „den Marktverstehern“ zu. Geld ist auch überhaupt nichts schlechtes. Die „Schafft den Kapitalismus“-Parolen versteh ich auch nicht, aber wenn man damit einen besseren, sinnvolleren und gemeinschaftlich korrekten Umgang mit Geld erreicht unterstütz ich das. Occupy the Wall Sreet ? Sinnreich.

    Wenn die Demostranten und die linksgrünen die Plattenbauten geschaffen haben geh ich gegn diese auf die Strasse. Bis dahin begrüsse ich diese Vision.

    Grüsse Siminigginaggi

  2. Sie wissen schon was „Occupy Wall Street“ bzw. Occupy Paradeplatz für einen Sinn hat? Da ist nichts mit der typischen Links oder Rechts Politik kacke. In dieser Aktion wird das Ziel verfolgt Geldgierige Politiker (ob rechts oder Links), Geldgierige Wirtschaftsbosse und Skrupellose Bankmanager in die Schranke zu weisen. Es kann nicht mehr weiter gehen wie jetzt. Einerseits werden Milliardengewinne „Erwirtschaftet“ von (Amerikanischen) Versicherungsunternehmen die den Auftrag hätten Bürger zu versichern, auf kosten eben dieser Bürger. Es kann auch nicht sein das Firmen Ihre Angestellten ausbeuten, kurz vor der Jahresbilanz entlassungen machen, um den Gewinn zu erhöhen.
    In der Schweiz ist diese Occupy Paradeplatz ein unnötiger Mitläufereffeckt. Es aber so Banal auf die Linken abzuschieben, „müssen die nicht arbeiten“, „hinterlassen einen haufen dreck“ oder „Da kommt der Steuerzahler ins Spiel“ ist typischer SVP Politik B*llsh*t. Das oben von mir genannten geht jeden was an. Von Links – über die Mitte – bis hin nach ganz Rechts aussen.

  3. Lieber Herr Müller

    Sie bezeichnen unsere Forderungen als „pauschal, undifferenziert und dumm“, die Demonstranten als „asoziales Pack“, Leupi abschätzig als „Linken“, von dem man „nichts Besseres erwarten kann“. Erstens haben Sie sich offensichtlich nicht die Mühe gemacht, das Gespräch mit einem der Demmonstranten zu suchen, denn ansonsten hätten auch Sie gemerkt, dass die Forderungen der Anwesenden klar formuliert und alles andere als aus der Luft gegriffen waren und weiterhin sind. Des weiteren wäre Ihnen auch aufgefallen, dass das schlimmste Fluchwort, welches Sie auf dem Platz zu hören oder zu lesen bekommen hätten, das Wort „Bankster“ gewesen wäre – eine gelungenes und harmloses Wortspiel, während Sie die Leute, die Sie nicht einmal kennen und von deren Position im Arbeitsmarkt sie keine Ahnung haben als „asoziales Pack“ und „Schmutzfinken“ bezeichnen, geschickt in eine Frage verpackt gar als „Sozialschmarotzer“ – nicht gerade korrekt, meiner Meinung nach. Was die Schreibweise auf den Plakaten angeht: Respekt, Sie haben einen Tippfehler gefunden, ein wahrer Korrektor scheinen Sie mir zu sein! Allerdings einer, der im letzten Satz das Wort „demonstrieren“, welches in diesem Satz ganz eindeutig ein Verb ist, gross schreibt.. Zu guter Letzt bleibt zu sagen: Den unglaublichen Haufen Dreck, von dem Sie schreiben, haben die Demonstranten beinahe ausnahmslos selber entsorgt. Alles, was am Schluss noch zu tun war, war die Beseitigung der Kreidezeichnungen und -sprüche, was auch der Regen übernommen hätte – die Aktion wäre also eigentlich überflüssig gewesen. Und dennoch bezahle ich lieber ein paar hundert Franken für eine Reinigungsaktion, als mehrere Milliarden für die Rettung der UBS – soviel nur noch zur Verschwendung von Steuergeldern.

    Falls Sie einen Dialog wünschen, so schicken Sie mir bitte eine Mail, denn Ihren lächerlichen Blog werde ich sicherlich nicht mehr besuchen.

    Mit freundlichen Grüssen,

    Daniel Graf

  4. Da werden über Jahre hinweg Rettungspakete in Höhe von Milliarden bis Billionen geschnürt, um die durch unser aktuelles Finanzsystem verursachten Schäden wenigstens zu begrenzen und hier regt sich jemand über allenfalls einige tausend Franken Steuergeld auf, die Menschen verursachen, die sich gerade gegen dieses System stellen. Da mag man sich nur noch wundern. Auch darüber, dass der Autor sich «Freie Meinungsäusserung und Dialog sind die Grundlage einer funktionierenden Demokratie.» auf die Fahnen schreibt, Menschen, die davon Gebrauch machen aber als «asoziales Pack» bezeichnet.

  5. Hallo Herr Eyholzer,

    Die Rettungspakete werden für Staaten geschnürt, die über ihre Verhältnisse gelebt haben. Es ist nicht der Fehler von Banken, wenn Staaten Schulden machen. Einige Politiker wollen ja sogar Ratingagenturen verbieten ein Rating für Staaten zu erstellen. Dabei sind solche Ratings wichtig, da sie Fehlentwicklungen aufzeigen und Anleger (z.B. Pensionskassen) alarmieren.

    Zu den Banken: Dort hat es bei einigen Banken (nicht bei allen) zweifellos Fehlentwicklungen gegeben. Das bestreite ich gar nicht. Doch diese Fehlentwicklungen wurden eben ebenfalls von Staaten und somit der Politik begünstig. Die US-Häusermarktkrise war z.B. die Folge einer Tiefzinspolitik der amerikanischen Notenbank. Den Banken kann man vorwerfen, dass sie das Risiko zu spät erkannt haben und dadurch Milliarden verspekuliert haben. Es wurden zu leichtfertig Kredite und Hypotheken an Menschen vergeben, die gar nicht in der Lage waren, diese zurückzahlen. Insbesondere dann nicht, als die Zinsen wieder angehoben wurden.

    Gegen freie Meinungsäusserung habe ich überhaupt nichts. Ich mache selber davon gebrauch. Doch, was hat die Teilnahme an unbewilligten Demonstrationen, deren einziger Zweck die pauschale Diffamierung der Finanzindustrie und der Klassenkampf ist, mit freier Meinungsäusserung zu tun? Ich betrachte dies als unsachliche und pauschale Beleidung eines Berufsstandes.

    Mit blossen Protestieren erreichen Sie gar nichts. Bringen Sie intelligente und realistische Lösungen. Dann steigen auch ihre Chancen gehört zu werden. Doch um das zu tun, müssen Sie natürlich erstmal das Finanzsystem bzw. das politische System verstanden haben. Genau davon haben aber die Demonstranten der Occupy-Bewegung keine Ahnung. Zumindest habe ich diesen Eindruck, wenn ich sehe was die auf ihre Plakate schreiben bzw. in den Massenmedien kundtun.

  6. Lieber Herr Müller.

    Zunächst eine Klarstellung. Ich beobachte die Bewegung von aussen und bin kein «Mitglied».

    Die Occupy Bewegung – zumindest die Schweizer Variante – ist eine offene Bewegung. Da darf jeder sein Transparent so beschriften, wie er/sie es für richtig hält. Wenn auch verhetzende Aussagen – wie übrigens Gewalt – wohl nicht toleriert werden würden. Da kann es halt auch mal einseitig werden.

    Ich war gestern bei der Vollversammlung dabei und habe mir das angehört. Die Leute dort geben sich alle Mühe, ihre Anliegen zu formulieren und Lösungen zu finden. Und die Wortmeldungen gehen weit über das pauschale Verurteilen der Banken hinaus. Sie versuchen also genau das, was Sie von einer solchen Bewegung verlangen: Klarheit zu schaffen. Das dauert halt alles ein bisschen Zeit. Die Bewegung ist noch neu und muss sich erst noch Strukturen geben. Und wenn man dann noch einen Teil der Zeit dafür aufwenden muss, sich für die Besetzung rechtfertigen zu müssen, dauert alles noch ein bisschen länger.

    Dass Sie den friedlichen Aktivisten unterstellen, keine Ahnung von Politik und der Wirtschaft zu haben, ist nicht nur unhöflich, sondern auch falsch. Das können Sie selber feststellen. Nehmen Sie sich einfach einmal einen Abend Zeit und besuchen Sie als Gast eine Vollversammlung. Dort dürfen Sie sogar als Gast Ihre Meinung äussern. Vielleicht wissen Sie ja wirklich etwas besser, als die Aktivisten. Dann sind diese bereit, sich Ihre Worte nicht nur anzuhören, sondern auch darüber zu diskutieren.

    Versuchen Sie es doch einfach mal. Das hilft auch Vorurteile abzubauen.

  7. Herr Eyholzer, in unserem Land kann man eine Initiative lancieren oder aber ein Referendum ergreifen wenn man etwas ändern möchte. Ausserdem kann man sich in ein Amt wählen lassen oder jemanden in ein Amt wählen, wenn man dies möchte. Lobbying z.B. via NGO’s (Umweltschutzverbände, Flüchtlingsorganisationen, Amnesty International, Tierschutzorganisationen, Secondos plus, sans-papiers.ch, VCS, Erklärung von Bern usw.) wäre auch noch eine Möglichkeit um Einfluss auf die Politik zu nehmen. Eine weitere Möglichkeit wären Kampagnen und PR-Offensiven. Staatlich geförderte Massenmedien berichten gerne unkritisch über linke Anliegen.

    Meine politische Tätigkeit beschränkt sich aufs Bloggen, die Mitgliedschaft in einer Partei, sowie in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit für diese Partei (in meiner Freizeit Unterschriften sammeln, an Standaktionen, Wahlveranstaltungen und Parteiversammlungen teilnehmen usw.) sowie auf meine Tätigkeit als Schulpfleger (30 Schulbesuche pro Jahr, MAB-Gespräche, Aufsichtskommissionssitzungen usw.). Das reicht mir vollkommen, denn daneben muss ich noch Geld für meinen Lebensunterhalt verdienen und möchte noch ein Leben führen, dass die Bezeichnung „Leben“ verdient.

    Von populistischen Demonstrationen halte ich nicht viel. Sie dienen hauptsächlich dazu öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und viel Lärm zu machen.

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