Nein zur Aufhebung der Wehrpflicht!

Von Alexander Müller veröffentlicht am 17. August 2013 | 4.876 mal gesehen

Am 22. September 2013 stimmt das Schweizer Stimmvolk über die Volksinitiative der Gemeinschaft Schweiz ohne Armee (GSoA) zur Aufhebung der Wehrpflicht ab. Die Initiative will Schweizer Männer von der Pflicht Militärdienst zu leisten entbinden und auch der Zivildienst soll nur noch auf freiwilliger Basis geleistet werden müssen. Ich lehne diese Initiative ab, da sie im Grunde genommen eine Armee-Abschaffungsinitiative ist.

Wenn niemand mehr verpflichtet werden kann Militärdienst zu leisten, dann ist unsere Milizarmee Geschichte und somit abgeschafft. Der Bund muss sich dann überlegen was er macht. Als Ersatz kommt dann eigentlich nur noch eine Berufsarmee in Frage und ob die GSoA-Linken da zustimmen bezweifle ich. Die GSoA heisst nicht umsonst Gemeinschaft Schweiz ohne Armee.

Der Wortlaut der Initiative lautet:

Die Bundesverfassung wird wie folgt geändert:

Art. 59 Militär- und Zivildienst

1 Niemand kann verpflichtet werden, Militärdienst zu leisten.

2 Die Schweiz hat einen freiwilligen Zivildienst.

3 Der Bund erlässt Vorschriften über den angemessenen Ersatz des Erwerbsausfalls für Personen, die Dienst leisten.

4 Personen, die Dienst leisten und dabei gesundheitlichen Schaden erleiden oder ihr Leben verlieren, haben für sich oder ihre Angehörigen Anspruch auf angemessene Unterstützung des Bundes.

Ich bin gegen die Abschaffung der Wehrpflicht wie das die GSoA-Initiative will. Dies aus folgenden Gründen:

  • Die Initiative der Gemeinschaft Schweiz ohne Armee ist eine Armee-Abschaffungs-Initiative.
  • Schweizer Bürger, die für ihr Land Wehrdienst leisten, lernen sich für die Sicherheit unseres Landes und unserer Gemeinschaft einzusetzen.
  • Eine Milizarmee ist ideal für die Verteidigung der Heimat geeignet. Jeder, der sein Land liebt, ist bereit es zu verteidigen.
  • Ein Freiwilliger Zivildienst würde dazu führen, dass aufgrund des beruflichen Drucks kaum mehr jemand Zivildienst leisten würde.

Unsere Armee hat Reformbedarf und sie muss effizienter werden, das steht auch für mich ausser Frage. Es ist jedoch nicht so, dass eine Berufsarmee automatisch die bessere Lösung für unser Land ist als eine Milizarmee. Selbstverständlich sollten Profis Milizionären aufgrund der längeren Ausbildung und strengeren Auswahlkriterien überlegen sein. Doch das ist nicht in jedem Bedrohungsfall entscheidend. Die Gefahr konventioneller Kriege ist längst noch nicht gebannt. Für einen konventionellen Krieg ist ein Berufsheer meist zu klein oder aber zu teuer.

Meiner Meinung nach müssten wir die Milizarmee zahlenmässig verkleinern und dafür effizienter machen. Dies können wir dadurch tun indem wir die Auswahlkriterien und Anforderungen für den Wehrdienst erhöhen und gleichzeitig die Wehrpflicht auch für Frauen einführen. Von der Wehrpflicht befreit sollten lediglich schwangere Frauen und Mütter sein. Dies sollte es ermöglichen genügend fähiges Milizpersonal für die Armee zu finden. Denn es gibt tatsächlich auch Frauen die gute Soldatinnen werden könnten und Männer, die sich für den Militärdienst nicht eignen.

Neben der Miliztruppe, die professioneller zu gestalten wäre, bräuchte es noch eine kleine Elite-Armee, die aus Berufssoldaten besteht. Diese Elite-Armee sollte in der Lage sein asymmetrische Bedrohungen abzuwehren und für Auslandeinsätze eingesetzt werden können.

Was ich hier vorschlage, hat sich in Israel bereit bewährt. Israel ist ein Land, das nur halb so gross wie die Schweiz ist, aber fast so viele Einwohner wie die Schweiz hat. Es kann deshalb mit der Schweiz verglichen werden. Israel kennt die Wehrpflicht sowohl für Männer als auch für Frauen, wobei schwangere Frauen vom Wehrdienst befreit sind. Israel hat eine der besten Armeen im nahen Osten und beweist, dass auch eine Milizarmee etwas taugt. Es ist bisher keiner arabischen Berufsarmee gelungen Israel zu erobern. Wozu die genannten Berufsarmeen taugen, können wir derzeit gerade in Ägypten und in Syrien sehen.

Wir sollten unsere Armee dem Zeitgeist und unseren Werten entsprechend nach der Gleichberechtigung ausrichten und auch Frauen in die Wehrpflicht nehmen. Das würde auch die Akzeptanz der Armee bei den Frauen erhöhen. Unsere Armee sollten wir dabei entsprechend der Schweizer Qualität gestalten, auf die wir Schweizer doch so stolz sind. Wir brauchen eine Milizarmee, die so einwandfrei läuft wie ein Schweizer Uhrwerk.

Schweizer Soldat

Schweizer-Armee

Nein zur Aufhebung der Wehrpflicht!
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9 Gedanken zu „Nein zur Aufhebung der Wehrpflicht!“

  1. Laut einem Medienbericht hält ein Experte das „Freiwilligen-Konzept“ der deutschen Bundeswehr für gescheitert. Sie findet nicht genug Freiwillige. Eventuell ist es eine Salärfrage, Söldner wollen Geld.

  2. => Die Initiative der Gemeinschaft Schweiz ohne Armee ist eine Armee-Abschaffungs-Initiative.

    Darüber lässt sich natürlich vortrefflich streiten, meiner Meinung nach ist es eine Initiative die die Chance bringen würde alternative Konzepte umzusetzen, die der Schweiz einen Sicherheitsgewinn bringen könnten.

    => Schweizer Bürger, die für ihr Land Wehrdienst leisten, lernen sich für die Sicherheit unseres Landes und unserer Gemeinschaft einzusetzen.

    Wer bis zum Beginn der RS nicht gelernt hat sich für die Gesellschaft einzusetzen wird dies auch dort nicht tun. Unser Milizsystem beginnt viel früher, die Bereitschaft etwas zu tun oftmals schon davor. Wer dieses Gen nicht hat bekommt es garantiert nicht in der Armee.

    => Eine Milizarmee ist ideal für die Verteidigung der Heimat geeignet. Jeder, der sein Land liebt, ist bereit es zu verteidigen.

    Das ist pure Spekulation, keiner von uns kann beantworten was er in einer Kriegssituation tun würde weil wir diese Situation schlicht noch nie erlebt haben. Ich könnte behaupten im Falle eines Krieges würden alle abhauen, das wäre genauso fundiert. Der grenzenlose Einsatz für Heimat dürfte sich mittlerweile in Grenzen halten. Leute würden kämpfen wenn sie eine Chance sähen, wenn nicht hauen sie ab.

    => Ein Freiwilliger Zivildienst würde dazu führen, dass aufgrund des beruflichen Drucks kaum mehr jemand Zivildienst leisten würde.

    Ich bin an sich überzeugt, dass es Personen gibt, die auch freiwillig Zivildienst leisten würden ebenso wie es Personen gibt die freiwillig Militärdienst leisten würden. Wie viele das sind ist natürlich spekulativ, ich denke nicht, dass ein freiwilliger Zivildienst von Anfang an dem Tod geweiht wäre.

    Prinzipiell will ich eines festhalten. Würden wir die Wehrpflicht heute aufheben und die Armee würde sich nicht bewegen gäbe es nicht genügend Freiwillige. Nur sehr wenige würden freiwillig in diese Armee eintreten.
    Ich sehe das aber als Chance. Die Armee muss sich bewegen, ob mit oder ohne Wehrpflicht. Ohne Wehrpflicht ist sein ein Konkurrent um die guten Leute und muss sich überlegen wie sie diese finden kann. Ich bin überzeugt, dass viele Leute theoretisch in einer guten militärischen Ausbildung einen Mehrwert gewinnen könnten. Aber diese muss die Armee bieten und das tut sie heute wohl nur bedingt. Es gibt Berufe in denen man im Militär sicher wertvolle Erfahrungen sammeln kann und wenn hier gute Arbeit geleistet wird, wird sich das herumsprechen und die guten Leute werden gehen. Und dann ist die Armee auch besser. Der Fall der Wehrpflicht wäre eine Chance und keine Pflicht.

    Zudem fehlt mir das Hauptargument. Die Wehrpflicht ist unfair und willkürlich und eigentlich verfassungsfeindlich. Die Armee hat an sich zu viele Wehrpflichtige, kann also aussieben. Wer krank oder verletzt ist fällt durchs raster und wird untauglich und muss bezahlen, egal ob er gerne etwas tun würde oder nicht. Er kann nicht mal Zivildienst leisten. Hier muss Abhilfe geschaffen werden, ob mit oder ohne Initiative. Der Zivildienst soll offen sein für alle, welche dies tun wollen. Und dies ohne Hürden und Schikanen. Die aktuelle Lage in Europa und um uns herum erlaubt es uns einen echten zivilen Ersatzdienst anzubieten. Sollte sich die Lage ändern kann man dies ja wieder rückgängig machen. Aber im Moment sehe ich nicht ein warum der Wehrdienst gegenüber dem zivilen Dienst im Vorteil sein sollte.

  3. Jonas, bei einer Milizarmee auf freiwilligen Basis wird es der Bund schwer haben genügend gutes Personal zu finden. Der Druck im heutigen Arbeitsmarkt lässt es kaum zu auf freiwilliger Basis ein paar Wochen im Betrieb zu fehlen. Dies zumindest nicht in der Privatwirtschaft. Gutes Personal finden wird ebenfalls nicht einfach sein. Wir sehen ja gerade in Deutschland, dass die Bundeswehr enorme Probleme hat ausreichend Freiwillige zu rekrutieren. Ein Militärexperte spricht deswegen bereits davon, dass das Freiwilligen-Konzept der Bundeswehr gescheitert ist.
    Wenn eine Freiwilligen-Armee gute Offiziere haben will, wird sie Bank-Manager-Saläre zahlen müssen. Denn wieso soll einer für ein Butterbrot bei der Armee sein Leben riskieren, wenn er in der Finanzindustrie Millionen verdienen kann? Ich sehe schon die Kostenexplosion aufgrund horrender Personalkosten. Somit kommt die Initiative faktisch einer Abschaffung der Milizarmee gleich.

    Dein angebliches Hauptargument, dass die Wehrplicht unfair sei, sehe ich nur bedingt und zwar insoweit, dass Frauen von der Wehrpflicht befreit sind. Wer gleichberechtigt ist, der sollte auch die gleichen Pflichten haben. So sehe ich das. Deshalb habe ich in meinem Artikel vorgeschlagen, dass die Wehrpflicht auf Frauen ausgedehnt wird. Dass hingegen Dienstuntaugliche nicht Dienstpflichtig sind, ist für mich kein Problem. Wer Armeedienst leistet, der soll stolz darauf sein, dass er körperlich dazu in der Lage ist. Es gibt Frauen die das sind und es gibt Männer die es nicht sind. Alleine deshalb macht es Sinn den Rekrutierungspool auf Frauen auszuweiten. Insbesondere dann, wenn man die Qualität in der Armee anheben will. Lieber ein paar dienstuntaugliche Männer weniger in der Armee und dafür ein paar fähige Frauen mehr.

    Eine Benachteiligung von Schweizern gibt es noch gegenüber Ausländern, die in der Schweiz leben. Die Schweizer müssen in den Wehrdienst und haben dadurch auf dem Arbeitsmarkt Nachteile. Diese Benachteiligung von Schweizern könnte man mit einer Wehrsteuer ausgleichen, die vom Arbeitgeber und vom ausländischen Arbeitnehmer zu gleichen Teilen zu bezahlen ist. Die Wehrsteuer soll die Sicherheitsdienstleistung entgelten, die von Schweizern erbracht wird.

  4. In der Tat, den finanziellen Aspekt hab ich vergessen. Es kann nicht sein, dass nur die untauglichen Schweizer die EO-Kasse bezahlen.

    Es gibt ein Diskriminierungsverbot in der Verfassung. Wer aufgrund einer unverschuldeten Krankheit oder Verletzung zur Zahlung von EO-Beiträgen gezwungen wird obwohl er eigentlich gerne Dienst leisten würde (sei es jetzt militärischen oder zivilen Dienst) wird diskriminiert. Das ist ein erheblicher Schwachpunkt, den man beheben muss.

    Deutschland hat vor 2 Jahren die Wehrpflicht ausgesetzt, im ersten Jahr lief es gut, im zweiten Jahr weniger. Nach 2 Jahren ein System für gescheitert zu erklären halte ich für Voreilig. Was natürlich ist, die Anzahl Freiwilligen dürfte jedes Jahr unterschiedlich sein, man hat keine fixen Zahlen. Das sind aber alles Probleme die zu lösen sind. Es geht nicht ist eine (zu) einfache Ausrede.

  5. Was geschieht eigentlich mit alternden Berufsoldaten? Ab 50 kann man sie wohl auch nicht mehr in den Einsatz schicken und noch Effizienz erwarten. Wahrscheinlich stehen Leute welche nicht zum Ausbilder werden nacher auf der Strasse? Das Milizsystem sorgt für junge und fitte Kampftruppen, das sollte man auch einmal beachten.

  6. Das ist eine berechtigte Frage. Da Berufssoldaten ja im Grunde genommen Staatsangestellte bzw. Beamte sind, könnte ich mir vorstellen, dass Überzählige mit 55 in den Vorruhestand geschickt werden. Natürlich auf Kosten der übrigen Steuerzahler, deren Rentenalter in den nächsten Jahren wahrscheinlich weiter angehoben wird.

  7. Aus jugendlicher Abenteuerlust und einer gehörigen Portion Naivität, habe ich in zwei europäischen Armeen fremden Militärdienst geleistet. Beides waren Berufsarmeen. Nach meiner Rückkehr wurde ich sofort in die Rekrutenschule der Schweizer Armee eingezogen und habe über die Jahre meine Dienstpflicht erfüllt und so auch Erfahrungen innerhalb unserer Milizarmee sammeln können.

    Aufgrund meiner Erfahrungen bin ich überzeugt, dass eine Milizarmee untauglich ist. Dies umso mehr, wenn eine solche über keine oder nur vereinzelte kampferprobte Ausbilder verfügt.
    Es beginnt bereits bei der Motivation der angehenden Soldaten. Keiner leistet freiwillig seinen Wehrdienst, was sich natürlich auf die Lehrbereitschaft auswirkt. Wichtig sind einzig das Wochenende und alles möglichst rasch hinter sich zu bringen. Die Ausbilder tun zwar ihr Bestes, aber was kann von einem Studenten als Ausbilder ohne jegliche Kampferfahrung erwartet werden?

    Ein Berufssoldat ist stolz auf sein Handwerk. Er bildet sich jahrelang kontinuierlich weiter, wie das auch in anderen Berufen üblich ist. Er wird durch seine allesamt kampferprobten Ausbilder effizient an seine Aufgaben herangeführt und von ihnen auch in den Einsätzen geführt.
    Ich will das Milizsystem nicht schlechtreden, aber im Ernstfall wären die Verluste aufgrund der ungenügenden Ausbildung und Erfahrung katastrophal!

    Die Schweiz braucht eine kleine, ca. 15‘000 Mann starke und gut ausgebildete/ausgerüstete Berufsarmee. Den Vorhalt, dass sich dort nur Spinner und gestrandete Existenzen melden würden, kann ich nicht gelten lassen. Ich habe jedem dieser „Spinner“ vertraut und würde diesen jederzeit vertrauen. Es kommt halt auf die Ausbildung und die Ausbilder an.

  8. Robert, die Schweizer Gotteskrieger, die zurzeit in Syrien kämpfen, beweisen ja eigentlich gerade, dass das Milizsystem eben doch etwas taugt. Die eingebürgerten oder konvertierten Schweizer Gläubigen, die im Bürgerkieg in Syrien mitmischen, können ja zumindest mit Waffen umgehen. Wo haben sie das wohl gelernt? Das ist doch schon einmal etwas. Schliesslich können ja auch Jäger mit einer Flinte Wild schiessen, ohne vorher militärischen Drill gehabt zu haben. Sie müssen einfach wissen, wie sie sich möglichst ruhig und unbemerkt an das Wild heranpirschen können und sie müssen schiessen und treffen können, das ist schon einmal eine wichtige Voraussetzung.

    Eine Milizarmee darf man nicht mit einer Elite-Angriffseinheit der kriegsführenden Supermächte und ihre NATO-Vasallen vergleichen. Unsere Milizarmee ist für die Landesverteidigung und nicht für Angriffskriege gedacht. Ein konventioneller Angriffskrieg hat eine Vorlaufszeit. Die Milizsoldaten sind im Bezug auf die Ausbildung auf einem minimalen Grundausbildungslevel. Sie kennen ihre Waffen, wissen, wofür sie gedacht sind und können damit umgehen. Sprich sie wissen wo der Abzug und wo der Lauf ist und wissen wie sie ihre Waffen laden und pflegen müssen und was sie bei Störungen tun müssen. Die Idee ist nun, dass sie im Zuge einer einem Angriffskrieg vorangehenden Vorlaufsphase auf ein kriegsfähiges Niveau gebracht werden. Amateur-Militärs bringt man schneller auf ein kriegsfähiges Niveau als blutige Anfänger. Das ist einfach so. Denn die Amateure haben einfach schon einmal Wissen, über welches die Anfänger nicht verfügen. Miliz-Pioniere sind sogar Vollprofis, da sie ja im zivilen Bereich meist auch auf dem Bau schaffen und wissen wie man Brücken, Gebäude und Tunnels errichtet. Diese Leute können auch einen in tarnfarben angemalten Bagger fahren, die können nicht nur gelbe Bagger bedienen. Auch die Sprengmeister sind meist Leute, die auch im zivilen Bereich Sprengungen durchführen und wissen worauf es dabei ankommt. Wer gezielt ein Hochhaus sprengen kann, der weiss auch im Militär mit Sprengstoff umzugehen.

    Aber solange unsere Luftwaffe eine Nullnummer ist, brauchen wir eigentlich gar nicht über das Kanonenfutter am Boden zu debattieren. Selbst mit dem Gripen-Schrott ist unsere Luftwaffe unfähig unser Land zu verteidigen.

    1. „Amateur-Militärs bringt man schneller auf ein kriegsfähiges Niveau als blutige Anfänger. Das ist einfach so. Denn die Amateure haben einfach schon einmal Wissen, über welches die Anfänger nicht verfügen.“

      Das ist sicher richtig, nur das die meisten das kriegsfähige Niveau aufgrund ihres vorzeitigen „Ausscheidens“ nicht erreichen werden. Denn ich kenne kaum einen eventuellen potentiellen Gegner der Schweiz, welcher nicht über eine gut ausgebildete und praxiserprobte Berufsarmee verfügen würde, was ein langsames und gemeinsames „warmwerden“ ausschließt. Und da landen wir gleich bei der Verteidigungsarmee. Eine reine Verteidigungsarmee schützt die Grenzen, verhindert einen fremden Einmarsch. Ein solches Szenario wird aber kaum jemals wieder eintreten. Wer soll das denn sein, z.B. die Oesterreicher? Nein, heutige Bedrohungsszenarien sehen anders aus. Da wird z.B. eine Stadt mit wenigen Extremisten besetzt. Um diese wieder los zu werden, braucht es Angriffserfahrung und über diese Verfügen wir leider nicht.

      Auch wenn meine Erfahrungen schon etwas länger her sind, bestätigen mir Freunde immer wieder die gleichen aktuellen Szenarien. Einzelne Städte, Dörfer oder kleinere Gebiete werden durch Extremisten besetzt. Aus eigener Kraft schaffen es die Milizsoldaten der jeweiligen Staaten nicht, oder nur unter riesigem Personalaufwand mit entsprechenden Verlusten, die Extremisten loszuwerden. Kaum greift eine verhältnismassig kleine Gruppe von Berufssoldaten ein, wird die Situation rasch bereinigt und Verluste sind fast nie der Fall. Es liegt definitiv an der Ausbildung und Erfahrung! Darum braucht die Schweiz endlich eine Berufsarmee!

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