Die Weissgeldstrategie fordert ihre ersten Opfer

Von Alexander Müller veröffentlicht am 12. April 2012 | 2.699 mal gesehen

Die Weissgeldstrategie fordert ihre ersten Opfer. Aber auch der Bund wird es noch zu spüren bekommen, wenn die Steuergeldeinnahmen aus der Finanzbranche zurückgehen und den Arbeitslosenkassen das Geld ausgeht.

Die mit dem Kniefall des Bundesrats vor internationalem Druck zustandegekommen Steuerabkommen werden unseren Finanzplatz weiter schwächen und zu einem Geldabfluss in Milliardenhöhe führen. Wenn weniger Geld zum Verwalten da ist, braucht es auch weniger Personal. Laut einer Bankpersonalvertreterin werden in der Finanzbranche derzeit bereits 20% weniger Stellen ausgeschrieben. Bei den Banken gingen die Stellenangebote gar um 35% zurück! Es braucht weniger Vermögensverwalter, weniger Kundenberater und weniger Backoffice-Angestellte.

Wenn einerseits immer mehr Leute einen Arbeitsplatz suchen und andererseits immer weniger Stellen ausgeschrieben werden, wird sich dies auch negativ auf die angebotenen Löhne auswirken. Wer weniger verdient, der zahlt weniger Steuern und kann sich weniger leisten. Das wiederum wird sich negativ auf den Konsum und somit auch auf andere Wirtschaftsbereiche auswirken. Fazit: Die Schweiz wird ärmer.

Ich halte die Weissgeldstrategie für einen Rückzug auf raten. Was wir derzeit erleben, ist eine Teildemontage unseres Finanzplatzes. Davon profitieren dürften die Finanzplätze in London, New York und in Singapur. Denn insbesondere in Asien können vermögende Europäer und Amerikaner ihr Geld nach wie vor sicher vor der Verfolgung von gierigen Finanzämtern anlegen. Unsere Eliten haben versagt.

Die Weissgeldstrategie fordert ihre ersten Opfer
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2 Gedanken zu „Die Weissgeldstrategie fordert ihre ersten Opfer“

  1. Das Bankgeheimnis ist staatspolitisch verwerflich!

    Während das Bankgeheimnis zurzeit des Holocaust seine Berechtigung gehabt hat, hat es sich heute in das Gegenteil verkehrt: Es dient Diktatoren, Geldwäschern, Banken und Steuerflüchtlingen als Versteck vor dem berechtigten Zugriff ihrer Staaten. Wer Steuergerechtigkeit und Schutz vor Geldwäscherei als staatspolitische Ziele hochhält, kann nicht mehr für das Bankgeheimnis eintreten. Auch das in der Vernehmlassung befindliche Steueramtshilfegesetz lüftet das Bankgeheimnis nur einen kleinen Spalt weit, da Amtshilfe ausschliesslich auf Ersuchen im Einzelfall geleistet wird. Auf Ersuche, die zum Zwecke der Beweisausforschung gestellt worden sind oder die auf Informationen beruhen, die durch strafbare Handlungen erlangt worden sind (Datenklau), wird nicht eingetreten. Wie sollen denn die Steuerbehörden an die Informationen über die Steuerbetrüger oder –hinterzieher herankommen? Ohne Whistleblower geht das doch gar nicht! Wer meint, zuviel Steuern zahlen zu müssen, soll doch die Steuergesetze auf demokratischem Wege zu ändern versuchen. Wer Steuern hinterzieht oder dazu anstiftet ist ein „mieser Staatsbürger“ resp. eine „miese Bank“, in welchem Land auch immer und verdient keinen Schutz.

  2. Wie bitte? Das Bankkundengeheimnis schützt Vermögen von Bürgern und deren Privatsphäre!

    Staatspolitisch verwerflich ist, was Staaten wie die USA und Deutschland getan haben. Diese Staaten haben die Souveränität unseres Landes untergraben. Deutsche Beamte haben sich sogar der Spionage, der Anstiftung zu einer Straftat und der Hehlerei schuldig gemacht! Das ist verwerflich!

    Staaten verletzen unter dem Vorwand der Staatssicherheit und im Namen von Recht und Ordnung Bürgerrechte! Unser Bundesrat hat Gesetze gebrochen um den Wünschen der USA gerecht zu werden. Nachträglich hat man die Gesetze angepasst um den Gesetzesbruch im Nachhinein zu legitimieren. Damit wurde ein unglaublicher Vertrauensbruch gegenüber ausländischen Kunden von Schweizer Banken begangen. Unser Finanzplatz wurde damit nachhaltig geschädigt.

    Die Staatsverträge werden unseren Finanzplatz zusätzlich schädigen. Unser Bundesrat demontiert den Finanzplatz Schweiz.

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