Calmy-Rey und das Burkaverbot

Von Alexander Müller veröffentlicht am 16. Mai 2010 | 3.418 mal gesehen

BurkaverbotIn einem Interview mit dem Blick äusserte sich Bundesrätin Micheline Calmy-Rey wie eine typische Wischiwaschi-Politikerin, die sich davor scheut eine klare Position zu beziehen. Sie bezeichnete die Burka als ein Symbol für die Versklavung der Frau, was sie wütend mache. Trotzdem sei sie gegen ein Burkaverbot. Eine tolerante Gesellschaft sollte ihr zufolge mit Kleidervorschriften zurückhaltend sein, da man nicht wisse wohin das sonst führe.

Mich erstaunt diese Aussage von Calmy-Rey nicht. Calmy-Rey hat anlässlich ihres Staatsbesuchs im Iran freiwillig ein Kopftuch getragen. Der Iran ist ein totalitärer Gottesstaat, der Frauen zwingt ein Kopftuch zu tragen. Indem unsere Aussenministerin bei diesem Staatsbesuch ein Kopftuch getragen hat, hat sie ein denkbar falsches Signal gesetzt. Jetzt zaudert sie wieder und schwafelt von Toleranz. Liebe Frau Micheline Calmy-Rey, man darf ein Symbol für die Versklavung der Frau nicht tolerieren, wenn man gegen Sklaverei ist! Dabei spielt es überhaupt keine Rolle wieviele Leute in der Schweiz eine Burka oder einen Niqab (Gesichtsschleier) tragen.

Mit einem Burka- und Niqabverbot kann die Schweiz im Namen der Menschenrechte ein längst fälliges Zeichen setzen. Frau Calmy-Rey hat dies anlässlich ihres Iranbesuchs versäumt. Man sollte Fehler nicht zweimal machen!

Sowas darf nicht toleriert werden:
Niqab

Calmy-Rey und das Burkaverbot
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3 Gedanken zu „Calmy-Rey und das Burkaverbot“

  1. pff, nocher dörfet die fraue eifach nüm usem huus, isch ja nöd grad besser!
    wemer ah 70er jahr und appezell denkt frög ich mich aber scho wiso ier eu jetz so fürd fraue ihsetzed?!

  2. Ich bin nach der Einführung des Frauenstimmrechts in der Schweiz geboren worden und zudem kein Appenzeller. Ergo kannst du mich nicht für das, was in Appenzell Innerrhoden und das, was vor meiner Geburt geschah verantwortlich machen.

    Die Schweiz ist nach den USA die zweitälteste moderne Demokratie. Es ist richtig, dass das Frauenstimmrecht in der Schweiz, im Vergleich zum FrauenWAHLRECHT in den jungen Demokratien im benachbarten Ausland, spät eingeführt wurde. Zur Ehrrettung der Schweizer Männer muss man allerdings sagen, dass das Frauenstimmrecht von den Schweizer Männern per Abstimmung eingeführt wurde. Lediglich die Männer im Halbkanton Appenzell Innerrhoden wollten den Frauen in ihrem Halbkanton kein Stimmrecht gewähren. Die Appenzell Innerrhoderinnen hatten auf Bundesebene aber bereits das Stimmrecht! Per Bundesgerichtsentscheid wurde es ihnen dann auch in ihrem Halbkanton zugestanden.

    In den benachbarten europäischen Demokratien hat das Volk im übrigen auf nationaler Ebene kein Stimmrecht. Dort dürfen Völker nur Politiker wählen. Ergo wurde das Frauenwahlrecht dort von den herrschenden Regierungen, also von oben herab, eingeführt. Bei uns in der Schweiz ist es durch die Stimme des Souveräns (des Stimmvolkes) legitimiert worden. Das ist mehr wert als ein undemokratisch eingeführtes Frauenwahlrecht.

    Das Schweizer Bürgerrecht ist im übrigen mehr Wert als z.B. das Deutsche. Schweizer Bürger können sich wesentlich umfassender an den demokratischen Entscheidungsprozessen beteiligen als dies z.B. Deutsche oder Franzosen können. Wir können nicht nur alle 4 Jahre ein paar Politiker wählen. Wir stimmen jedes Jahr über mehrere Abstimmungsvorlagen ab und haben zudem das Initiativ- und Referendumsrecht. Das Volk hat schon oft anderst entschieden als es Bundesrat und Parlament wollte!

    Die Schweizer Frauen haben folglich mehr erhalten als ihre Geschlechtsgenossinnen im anderen Demokratien. Schweizerinnen haben das STIMM- und das WAHLRECHT! Zudem wurde es ihnen von den SCHWEIZERN (=BASISDEMOKRATIE) und nicht irgendeiner Regierung zugestanden.

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