Semiten Antisemitismus vorzuwerfen ist absurd

Von Alexander Müller veröffentlicht am 11. Dezember 2017 | 137 mal gesehen

Die Anerkennung Jersusalems als Hauptstadt von Israel durch die USA wurde in der arabischen Welt heftig kritisiert. In wütenden Protesten wurde von Arabern Hass gegen Israel und Juden geäussert. Dies wiederum veranlasste im deutschsprachigen Raum viele Linke dazu, schwere Antisemitismus-Vorwürfe gegen die arabischen Demonstranten zu erheben. Doch ist hier die Antisemitismuskeule wirklich angebracht?

Juden sind nicht die einzigen Semiten, auch Araber sind Semiten. Die arabischen Demonstranten demonstrierten nicht gegen alle Semiten, zu denen sie ja selbst gehören. Sie demonstrierten einzig gegen Israel und gegen Juden. Somit kann ihnen mit Sicherheit kein Antisemitismus unterstellt werden. Es kann ihnen hingegen eine antiisraelische Gesinnung, Judenhass und allenfalls noch Antijudaismus unterstellt werden. Das ist aber alles kein Antisemitismus.

Es ist übrigens aus meiner Sicht auch falsch den historischen Nationalsozialisten Antisemitismus vorzuwerfen. Die Nationalsozialisten zelebrierten einen ausgeprägten Judenhass und einen Antijudaismus. Sie arbeiteten aber auf der anderen Seite mit Arabern also mit Semiten zusammen. Der Grossmufti von Jerusalem war als Palästinenser Semite und einer der engsten Verbündeten von Hitler. Somit ist der Antisemitismus-Vorwurf auch hier falsch.

Antijudaismus kann übrigens auch zahlreichen frühen christlichen Würdenträgern wie zum Beispiel dem Reformator Martin Luther unterstellt werden. Die frühen Christen warfen Juden die Misshandlung und Kreuzigung von Jesus Christus vor. Freilich waren nicht alle Juden für die Kreuzigung verantwortlich, so war Jesus selber ein Jude und seine ersten Anhänger waren auch Juden. Dennoch geht der Tod von Jesus gemäss der christlichen Bibel auf das Konto von Juden, konkret auf das Konto der Pharisäer.

Jesus kritisierte die Pharisäer heftig als Heuchler und untergrub damit ihre Machtposition. Das gab ihnen ein Motiv in beseitigen zu lassen. Die Pharisäer waren fundamentalistische Juden, die viel Wert auf traditionelle religiöse Rituale und Bräuche legten. Es gibt sie auch heute noch, doch sie werden nicht mehr Pharisäer genannt. Die Kritik von Jesus wird in der Bibel klar erwähnt.

Zitat aus der Bibel: „Ihr Pharisäer, ihr macht den Becher und die Schüssel aussen sauber, aber innen seid ihr voll von Gier und Schlechtigkeit. Ihr Unvernünftigen! Hat nicht der, der das Äussere gemacht hat, auch das Innere gemacht?“ (Lukas 11:39, 40)

In der Bibel werden auch jene genannt, die den Tod von Jesus Christus zu verantworten haben. So steht unter Matthäus Kp. 26, Vers. 59-66 und Kp. 27, Vers 1 folgendes:

„Kp. 26, 59 Die Hohenpriester aber und die Ältesten und der ganze Rat suchten falsch Zeugnis gegen Jesus, auf dass sie ihn töteten, 60 und fanden keins. Und wiewohl viel falsche Zeugen herzutraten, fanden sie doch keins. Zuletzt traten herzu zwei falsche Zeugen 61 und sprachen: Er hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes abbrechen und in drei Tagen ihn bauen. (Johannes 2.19-21)  62 Und der Hohepriester stand auf und sprach zu ihm: Antwortest du nichts zu dem, was diese wider dich zeugen? 63 Aber Jesus schwieg still. Und der Hohepriester antwortete und sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagest, ob du seist Christus, der Sohn Gottes. 64 Jesus sprach zu ihm: Du sagst es. Doch ich sage euch: Von nun an wird’s geschehen, dass ihr werdet sehen des Menschen Sohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen in den Wolken des Himmels. 65 Da zerriss der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert! Was bedürfen wir weiteres Zeugnis? Siehe, jetzt habt ihr seine Gotteslästerung gehört. 66 Was dünkt euch? Sie antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig!“

Kp. 27, 1 Des Morgens aber hielten alle Hohenpriester und die Ältesten des Volks einen Rat über Jesus, dass sie ihn töteten. 2 Und banden ihn, führten ihn hin und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontius Pilatus.

Auch heute gibt es in Israel noch Juden, die sich abschätzig über Jesus äussern. Hier ein Beispiel:

Antijudaismus und Judenhass haben viel mit Religion und Politik zu tun.

Im Grunde genommen verstehe ich die Palästinenser. Ich hätte auch ein Problem damit, wenn mein Land plötzlich von Fremden besetzt wird, die dann behaupten es sei ihr Land, weil es ihnen ihr Gott versprochen habe. Absurder geht es ja kaum noch!