Politische Gesprächskultur auf Twitter

Von Alexander Müller veröffentlicht am 19. August 2011 | 2.686 mal gesehen

Wer auf Twitter über Sport, technische Neuigkeiten oder über das spricht, was er gerade tut, der hat am meisten Follower. Wer hingegen seine Meinung zu einem politischen Thema äussert, der muss mit Beleidigungen, Diffamierung, Ausgrenzung, Ignoranz und wenigen Followern rechnen. Nur wer die Meinung des linken Mainstreams bestätigt, hat eine Chance auf mehrere Follower.  So sieht die Realität auf Twitter aus.

Ich finde die Ähnlichkeit dieser Realität auf Twitter zum Faschismus sehr bemerkenswert. Auch der Faschismus ist bekannt dafür, dass er Andersdenkende diffamiert, beleidigt, erniedrigt, isoliert und ausgrenzt. Es ist schlicht ein Armutszeugnis für die politische Gesprächskultur auf Twitter.

Ich bin jemand, der seit 1992 berufstätig ist, über ein grosses Allgemeinwissen verfügt, sich regelmässig weiterbildet,  über gute berufliche Qualifikationen verfügt und sich politisch sowohl auf seinem Blog als auch im realen Leben engagiert.

Trotzdem haben es offenbar selbst Jungpolitiker nötig mir ans Bein zu pinkeln, wenn sie mit meiner Ansicht nicht einverstanden sind. Das jüngste Beispiel ist mein Blogbeitrag über das Schutzalter für Prostitution. Dieser hat auf Twitter zu heftigen Reaktionen geführt. Leider nicht zu sachlichen. Statt eines argumentativen Dialogs wurde ohne mich in das Gespräch einzubeziehen über mich gelästert und geschimpft. Besonders verblüfft hat mich die EVP-Nationalratskandidatin Tania Woodhatch. Auch Sie liess sich dazu hinreissen, sich negativ über mich zu äussern. Dies obwohl ich ihren Politblog auf Politnews.ch aufgenommen hatte. Zu ihrer selbstdeklarierten weltoffenheit gehört offensichtlich auch die Ausgrenzung und Diffamierung von politisch Andersdenkenden.

Ist das die Diskussionskultur, die alle immer gerne hätten? Auffällig ist, dass diese schlechte Diskussionskultur vor allem von jenen gelebt wird, die regelmässig über den Stil der SVP lästern. Sie werfen der SVP vor, mit ihren Plakaten das Volk aufzuwiegeln. Selber üben sie aber einen Diskussionsstil, der von  Diffamierung und Ausgrenzung geprägt ist. Eben wie es im Faschismus gang und gäbe war.