So sieht bürgerliche Sparpolitik aus

Von Alexander Müller veröffentlicht am 21. November 2013 | 1.809 mal gesehen

Obwohl der Kanton Bern fast pleite ist, erhöhen sich zahlreiche bürgerliche Politker des Berner Kantonsrats (Grosser Rat) den Lohn um satte 47 Prozent! Für 40 Arbeitstage pro Jahr verdienen die Berner Grossräte künftig fast 24’000 Franken netto! Bei 20 Arbeitstagen pro Monat ergibt sich daraus ein Monatsgehalt von 12’000 Franken. Ein GA für die 1. Klasse im Wert von 5’800 Franken erhalten sie möglicherweise auch noch geschenkt. Unter den Politikern, die für die Lohnerhöhung gestimmt haben, befinden sich zahlreiche SVPler, ausgerechnet! Von SVP-Seite ist sonst immer zu hören, dass sich ihre Politiker für das Volk einsetzen. Diese Lohnerhöhung zeigt wie sich diese Politiker für das Volk einsetzen. Die eigenen Pfründe kommen dabei offensichtlich nicht zu kurz. Bei Gesetzesrevisionen wie z.B. bei der AVIG-Revision kämpfte die SVP an vorderster Front für Leistungskürzungen. Bei sich selber den Lohn erhöhen und sich für Leistungskürzungen zu lasten anderer einsetzen. Ja, ja, so haben wir es gerne.

Politiker-Lohn2

Das sind übrigens die Politiker, welche für ihre eigene Lohnerhöhung gestimmt haben:

Politiker-Lohn

So sieht bürgerliche Sparpolitik aus
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7 Gedanken zu „So sieht bürgerliche Sparpolitik aus“

  1. Guten Abend Alexander Müller

    Die Schlagzeile ist der heutige (Anti-SVP)-Renner, nur eben die halbe Sache, habe mich informiert/betreffend der GR-Auszahlungen Bern:

    – Ab 2014 gibt es zirka 12 neue Kommissionen
    – Der Arbeitsaufwand steigt deutlich
    – Die Entschädigung ist neu steuerpflichtig (bisher nicht)
    – Wollen Sie, dass sich das Grossratsmandate nur noch Lehrer,
    Beamte und Gewerkschafter leisten können?

    – Welche Entschädigung empfinden Sie für 60 Sitzungstage (ohne Aktenstudium) gerechtfertigt?

    Nebenbei habe ich heute abend auch erfahren, dass die Streichung von 20 Kaderpositionen in Verwaltungen (bereits mehr als überdimensionierte geschützte-Behördenbürokratie-Werkstättenleiter) abgelehnt wurden.

    Finden Sie es besser, immer mehr Bürokraten, welche die eigenen Bürger schickanieren und ihre Klientel verhätschelen?

    Die neue Entschädigung ab 2014 entspricht im Weiteren weniger als 1/6 von dem was ein Nationalrat verdient.

    Last but not least wo sind denn z. B. die CVP-Vertreter/Innen auf den Listen des Blickes betr. der GR-„Lohnerhöhung“, welche Sie ansprchen, ausser Alexandra Perina, welche Nein stimmte?

    Man glaube nicht alles ohne sich zu informieren, erlaube ich da mal zu ergänzen.

  2. Bea Habegger, gemäss Sitzplan gibt es im aktuellen Berner Grossen Rat (Kantonsrat) nur 1 Person von der CVP. Wie Sie selber gerade geschrieben haben, hat diese Person NEIN zur Lohnerhöhung gestimmt. Offenbar ist das eine Person mit Gewissen.

    Was die Entlöhnung angeht, so handelt es sich beim Kantonsrat um ein Milizparlament. Die Leute, die dort sitzen sind freiwillig dort und haben nebenbei noch einen Beruf. Ein Monatsgehalt von 12’000 Franken für diesen Nebenjob ist ja wohl ein schlechter Witz. Da werden viele andere fürs Sesselfurzen schlecher bezahlt. Es ist einfach nicht redlich sich selber den Lohn dermassen massiv zu erhöhen, während man anderen die Leistungen kürzt. Steuern müssen wir übrigens auch zahlen, wenn wir einen Nebenverdienst haben. Deswegen können sich die meisten von uns auch nicht einfach den Lohn selber erhöhen!

    In Zeiten knapper Kantonsfinanzen erhöht man sich sicher nicht noch selbst die Gehälter!

  3. rechnen Sie bei ihrem Monatslohn jeweils auch die Spesen und die Steuern dazu ? dh z. b. Wegentschädigung ?
    und : es sind nicht 40, sondern 50-60 Tage. etc etc. eine Zusammenstellung der Parlamentsdienste finden Sie hier :
    http://www.enea-martinelli.ch/Grossratshonorar.pdf

    Wie sie auf 12000.- monatslohn und 47% Steigerung kommen nähme mich wunder. Vielleicht können Sie mirs erklären ?
    Laptop, Ga oder so was gibt es übrigens nicht.

  4. Wie ich auf die 12’000 komme? Es steht so im Blickartikel, dessen Headline Sie im Artikel finden. Dort steht:

    Es geht um 47 Prozent mehr Gehalt – fürs Parlament selbst. Für 40 Tage Arbeit pro Jahr gibts künftig fast 24’000 Franken. Netto.

    Das macht in 20 Tagen 12’000 Franken.

  5. Das muss es nicht, da haben Sie recht. Ich habe mir jetzt einmal ihre Pdf angeschaut. Sie sind jetzt offenbar in der Justizkommission und in der Finanzkommission.

    Sind die Entschädigungen in allen Kommissionen gleich?
    Ist der Aufwand in allen Kommissionen gleich hoch? Ebenfalls 50-60 Tage Aufwand?
    Sehe ich das richtig, Sie erhalten für 50-60 Tage 14’625 Franken? Kommen hier neu noch 47% hinzu? Dann wären es nämlich 21’498.75 Franken. Inklusive Reiseentschädigung, Zulage für Mahlzeiten und Infrastrukturauslagen von CHF 5’000 wären es dann mehr als 24’000 Franken.

  6. Die bisher- Spalte ist links : 15250.- Die ne Spalte ist rechts 14625.-; bisher war ich in keiner ständigen Kommission, also müsste man 3500.- abziehen. mAcht 11″100.- beim tatsächlichen 1:1 Vergleich.. + ca 6000.- neue Spesen macht 17’000.- (Die km fallen ausser Betracht, die waren vorher gleich ). Bri mir ist jedoch der Grenzsteuersatz nicht 25 % sondern 34% also gehts ieine sehr moderate Erhöhung beim 1:1 Vergleich. Neu sind fast alle in einer ständigen Kommission, welche auch mit Mehrarbeit verbunden ist. Erst hier darf man die 3500 dazu dchlagen. Dann ist der Vergleich korrekt. Selbstverständlich kann man die Zahlen so verdrehen, dass die maximal mögliche Zuwachszahl raus kommt. Genau das war die Masche des Blick . Das heisst aber nicht , dass es korrekt ist.

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