Pro-Kampfflugzeuge für billig Flieger?

Von Alexander Müller veröffentlicht am 11. September 2011 | 3.590 mal gesehen

Der Verein „Informationsgruppe PRO-Kampfflugzeuge Schweiz“ fordert einen raschen Ersatz der veralteten F5-Tiger Jagdflugzeuge unserer Luftwaffe. Als mögliche Kandidaten für den Ersatz werden die Rafaele von Dassault, der Eurofighter von EADS und der Gripen von Saab genannt.

Ich bin wie der Verein „Informationsgruppe Pro-Kampfflugzeuge“ ebenfalls der Ansicht, dass die veraltete Tiger F5-Flotte ersetzt werden muss. Sogar die türkische Armee verfügt inzwischen über modernere Kampfjets als unsere Luftwaffe! Die Schweiz kann ihre Eigenständigkeit nur bewahren, wenn sie die Lufthoheit über ihrem Territorium wahren kann. Allerdings bin ich gegen die voreilige Beschaffung von „preiswerten“ europäischen Fliegern. Die Europäer waren zuwenig innovativ und haben insbesondere die Stealth-Technologie verpennt.

Bundesrat Ueli Maurer will, dass die Schweizer Armee die beste Armee der Welt ist. In diesem Sinne sollten für die Schweiz nur die besten Kampfflugzeuge der Welt in Frage kommen. Rein quantitativ kann unsere Luftwaffe ohnehin nicht mit den besten Armeen der Welt mithalten. Daher sollten wir wenigstens technologisch zur Spitze gehören und auf technologische Überlegenheit setzen.

Die besten Kampfflugzeuge werden derzeit in den USA hergestellt. In Frage für die Schweizer Luftwaffe kämen daher das Mehrzweckkampfflugzeug F-35 oder der Luftüberlegenheitsjäger F-22 Raptor. Es handelt sich dabei um die derzeit besten Kampfflugzeuge, die man auf diesem Planeten finden kann. Diese sollten wir beschaffen. Wer am falschen Ort spart, wird im Ernstfall bestraft. Es geht um nichts weniger als um die Sicherheit unseres Volkes!

Beim Kauf von US-Kampfflugzeugen könnte die Schweizer Regierung zudem versuchen die wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA zu verbessern. Ich denke da insbesondere an die jüngsten Angriffe der USA auf unseren Finanzplatz. Dieser ist für den Wohlstand unseres Landes von herausragender Bedeutung.

F35 Lightning II-Fighter Mehrzweckkampfflugzeug

F-22 Raptor Luftüberlegenheitsjäger

 

Pro-Kampfflugzeuge für billig Flieger?
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4 Gedanken zu „Pro-Kampfflugzeuge für billig Flieger?“

  1. Der Artikel bringt zwar zahlreiche gute Punkte, aber einen Aspekt sehe ich etwas anders.
    Der F-22 ist meines wissens erstens vom Kongress nicht zum Export freigegeben und wegen Obama wurden nach nur ~180 Stück die Produktionslinien eingestellt (- eine Entscheidung, die viele freiheitsliebende als schweren Fehler betrachten).
    Beim F-35 werden höchstwahrscheinlich zuerst die an der Produktion und Entwicklung beteiligten Staaten beliefert – womit die CH diese wohl frühstens in 10 Jahren (wenn nicht später) geliefert bekäme. Je nach dem (auch je nach Sicherheitssituation) könnten wir ihn vielleicht in 15 Jahren bekommen.

    Für die momentane Situation würde ich der Typ Gripen(-NG) vorschlagen. Er hat relativ tiefe Anschaffungs- und Betriebskosten und soll auch sonst eher pflegeleichter sein. Vor allem weil ich die Bereitschaft in der Schweiz einen teureren Typ zu kaufen eher tief einschätze. Das Flugzeug würde sich sehr gut für den alltäglichen Luftpolizeidienst eignen.
    (Und einen qualitativ besseren Typ mit sehr ausgeprägten Stealth-Eigenschaften wäre auch teurer im Unterhalt. Dessen Finanzierungsbereitschaft wäre in der Schweiz in in vielleicht schätzungsweise 12 Jahren gegeben.)

  2. Ich bin der Auffassung, dass die aktuelle Flotte für die Aufrechterhaltung des Polizeidienstes noch ausreichend ist. Private Flugzzeuge und Airbusse sind im Notfall relativ einfach vom Himmel zu holen. Zumindest sofern man vorbereitet ist und denn Willen dazu hat bzw. die gesetzlichen Grundlagen dafür vorhanden sind.

    Meiner Meinung nach sollte man den Fokus auf die Kernaufgabe der Luftwaffe legen. Diese liegt meiner Ansicht nach nicht beim Luftpolizeidienst sondern bei der Landesverteidigung und dem Schutz unserer Infrastruktur (Kernkraftwerke, Staudämme, Brücken, Hochhäuser usw.). Unsere Luftwaffe könnte einem Luftangriff der NATO nicht standhalten. Das ist äusserst bedenklich. Es zeigt, dass die Luftwaffe im Ernstfall nicht in der Lage ist unser Land, das Volk und dessen Willen als Souverän des Landes zu verteidigen. Dieser Missstand ist zu beheben. Das kann man allerdings nicht indem man lediglich Flugzeuge für die Erfüllung des Luftpolizeidienstes kauft. Man muss hier schon etwas bessere Flieger in Betracht ziehen.

    Wir können schliesslich auf dem Boden auch nicht einfach die Polizei schicken wenn wir von einer feindlichen konventionellen Armee angegriffen werden. Man schickt keine Streifenwagen gegen Panzer.

  3. Wenn wieder Nationalräte gewählt werden wie bisher, ist der finanzielle Rahmen aktuell eher gering. Wie erwähnt könnte dies je nach Änderung der Sicherheitslage in Europa in vielleicht 12 Jahren wieder deutlich anders aussehen. (Wobei die Piloten vor dem auch zuerst das Flugzeug gut kennen lernen müssen, damit sie im Ernsteinsatz nicht vom Himmel stürzen.)

    Bezüglich des Luftpolizeidienst gibt e immer wieder Ernst-Einsätze zur Identifikation, Kommunikationswiederherstellung etc. von unbewaffneten Maschienen. Auch in Kriesenzeiten überfliegen uns noch Zivilmaschienen, welche u.a. kontrolliert werden müssen.
    Meine Überlegung bezüglich der Kauf/Nutzung von einigen Gripen für den weniger anspruchsvollen Luftpolizeidienst beruht auf ein paar Zahlen zu den Flugstunden-Kosten, welche ich in Blogs aufgeschnappt habe.
    F-5: ~13’300 SFr
    F/A-18: ~19’000 USD bzw. 21’500 SFr. (letztere Zahl ist ev. etwas älter)
    F-35B/C: ~31’000 USD (Schätzung)
    Eurofighter: 25’000-30’000,- Euro, beim Rafael deutlich darunter
    Beim Gripen hingegen sollen sie sogar deutlich unter 10’000 USD liegen.

    Daneben ist auch ein wichtiger Punkt, dass der Unterhalt schnell erledigt werden kann, damit das Flugzeug rasch wieder einsatzbereit ist. Ansonsten müsste man für eine Einsatzdauer von mehreren Wochen/Monaten mehr Flugzeuge anschaffen.

    Und eine Flugwaffe sollte besser nicht nur aus einem Flugzeugtyp bestehen. Deshalb würde ich einerseits einen günstigere Typ für Flugpolizeidienst und ähnliches vorschlagen (aktuell noch eine Weile noch die F/A-18), und daneben in Zukunft (bei finanzieller Bereitschaft in Parlament & Bevölkerung) dann die Beschaffung eines Spitzentyps vielleicht auf 2025 bzw. auf Ende der F/A-18 Lebenszeit.

  4. Verstehen Sie mich nicht falsch, eine Luftwaffe die den Luftraum effektiv verteidigen kann ist sicher wünschenswert. Jedoch sollten im demokratischen Idealfall vor dem Kauf auch die Mehrheit des Parlaments und Souveräns dies unterstützen.

    Und noch eine Satire-Überlegung zu den heutigen europäischen Umweltpolitiker &-beamten:
    Wären diese im 2.WK an der Macht gewesen, so hätte es mich nicht erstaunt, wenn die D-Day Operation Overlord hätte verschoben werden müssen, weil dazu noch nicht genügend CO2-Zertifikate beschafft werden konnten…

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