JUSO-Chefin Sarah Wyss diffamiert Brunner

Von Alexander Müller veröffentlicht am 31. Dezember 2012 | 6.486 mal gesehen

Auf die Frage von Gian Waldvogel* „wer wohl die nächste Minderheit sei, die ins Lager gesteckt werden soll“ antwortete JUSO-Chefin und Grossrätin (=Kantonsrätin) Sarah Wyss mit:

„Ich hoffe,  solche rassistische und menschenverachtende Leute wie Brunner“ (Quelle)

Jusosarah

Sie meinte damit Toni Brunner, den Präsidenten der SVP.

Inzwischen berichtete auch die Online-Plattform von 20min über die Geschichte. Siehe hier! Allerdings sehr zurückhaltend. Die Journalisten von 20min gaben Wyss die Chance ihre Version der Geschichte kundzutun ehe sie darüber berichteten. Eine Chance, die ich bei der Kristallnacht-Geschichte nicht hatte. Zudem verharmlost 20min den Vorfall als „ungeschickte Äusserung“.  Mir unterstellten die Medien im Titel ihrer Artikel noch mit einem Satz, der mit „vielleicht“ begann, einen Aufruf bzw. eine Forderung.

Sarah Wyss rechtfertigt ihren Tweet mittlerweile wie folgt (Quelle):

SarahWyssRechtfertigung
Wyss behauptet, dass ihr Satz eine Frage war. Für mich klingt ein Satz der mit „Ich hoffe“ beginnt indessen eher wie der Ausdruck einer Hoffnung. Im übrigen war ja ihr Tweet wohl eher eine Antwort auf eine Frage. Nämlich die Frage von Gian Waldvogel. (Siehe Bild 1)

Hintergrund der Twitter-Diskussion, in welcher Wyss ihre Aussage machte ist die SVP-Forderung nach geschlossenen Betreuungszentren für Asylbewerber. Demzufolge würde laut dem SVP-Präsidenten Toni Brunner das Asylzentrum nur verlassen, wer einen Grund vorzuweisen hätte.

Ob die Sache für Sarah Wyss Konsequenzen hat, ist zu bezweifeln, denn sie ist JUSO-Mitglied und geniesst somit die Sympathie der Bevölkerung und der Medien. Wenn Brunner eine Strafanzeige gegen Wyss wegen Beleidigung einreicht, könnte es allenfalls Konsequenzen haben. Denn die Aussage von Wyss ist beleidigend. Sie bezeichnet Brunner als „menschenverachtenden Rassisten“. Ob eine Strafanzeige erfolgreich wäre, hängt von der zuständigen Staatsanwaltschaft ab. Wenn die zuständige Staatsanwaltschaft die Ansichten von Wyss teilen sollte, könnte sie die Strafanzeige abweisen oder eine Nichtanhandnahmerklärung verfügen. Brunner müsste dann gegen diesen Entscheid wiederum eine Beschwerde einreichen, was mit zusätzlichen Kosten verbunden ist. Wobei ich diese Kosten an Brunners Stelle nicht scheuen würde. Denn solche Frechheiten sollte man sich nicht gefallen lassen! Für etwas haben wir ja ein Gesetz, welches hoffentlich auch für Linke gilt.

*Gian Waldvogel ist der Co-Präsident der Jungen Grünen Luzern.

PS: JUSO-Frau Sarah Wyss ist nicht etwa eine kleine Schulpflegerin, sie sitzt für die SP im Grossen Rat (=Kantonsrat) des Kantons Basel-Stadt und ist „neutrale“ Beobachterin bei Asylanhörungen.

Sarah_Wyss

JUSO-Chefin Sarah Wyss diffamiert Brunner
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8 Gedanken zu „JUSO-Chefin Sarah Wyss diffamiert Brunner“

  1. Ich wäre froh, wenn sich die Linken auch für Schweizer so angagieren würden, wie für Asylanten oder Migranten.
    Oder ist es nicht so medienwirksam, sich zuerst mit denen zu befassen, die einen gewählt haben?
    Die SP hat sich „soziale Gerechtigkeit“ auf die Fahne geschrieben, aber wehe, mann nimmt sie beim Wort…
    Ich kann es mir nur so erklären, dass es viel medienwirksamer ist,
    sich in der „Arena“ dafür stark zu machen, als sich im stillem Kämmerlein
    für Bürger einzusetzen und in der Praxis beweisen, dass es nicht nur leere Worte sind.

  2. Frau Zimmermann, gerade der Fall Sarah Wyss zeigt, dass sich die Medien auch für Schweizer engagieren. Allerdings auf eine andere Art.

    So ist es z.B. interessant zu beobachten wie die Medien den Fall Wyss unter den Teppich kehren. 20min berichtete wohlwollend über Wyss, erwähnte extra im Lead „Aussage sei unglücklich“ und räumte Sarah Wyss von Anfang an ein ihre Version im Artikel darzulegen. Dann wurde auch noch die Kommentarfunktion ausgesetzt um negative Kommentare gegen Wyss zu unterbinden. All das hat man mir im Juni verweigert.

    Blick.​ch berichtet lieber mehrfach über einen völlig unbekannten alleinstehenden Opa, der aus seiner 5 1/2 Zi-Wohnung ausziehen muss, weil er sich die Miete nicht mehr leisten kann. Über Grossrätin Sarah Wyss habe ich auf Blick.ch bisher keinen Artikel gefunden.

    Hier noch die Artikel mit dem unbekannten Opa, dessen Geschichte für Blick.ch wichtiger ist als die Entgleisung einer Grossrätin:

    http://www.blick.ch/news/schweiz/der-letzte-kuss-war-so-schoen-wie-der-erste-id2154408.html
    http://www.blick.ch/news/schweiz/zentralschweiz/kriens-will-huser-nicht-helfen-id2132148.html
    http://www.blick.ch/news/schweiz/zentralschweiz/anton-huser-81-wird-obdachlos-weil-seine-frau-ins-pflegeheim-musste-id2128069.html

    Was ist eigentlich mit unseren Medien los? Wieviele alleinstehende Leute gibt es in der Schweiz, die in einer 2 1/2 Zi-Wohnung oder einer 3 1/2 Zi-Wohnung leben? Ist das so schlimm? Ich kenne ältere Leute, die ihr Haus freiwillig verkauft haben und in eine kleinere „Alterswohnung“ gezogen sind, weil es ihnen zuviel mit dem Haus wurde. Aber dem Blick ist das mehrere Artikel wert. Der Twittervorfall um Sarah Wyss ist Blick.ch hingegen offenbar keinen einzigen Artikel wert. Dabei ist diese Frau Grossrätin (=Kantonsrätin). Schon seltsam diese Prioritätensetzung. Sogar ein Schulpfleger war für den Blick interessanter als eine Kantonsrätin..tststs. (Aber der Schulpfleger war eben SVP-Mitglied und Wyss ist JUSO-Mitglied)

  3. Eine erfolgreiche Skandalisierung eines Vorfalls bedarf dem Mitwirken der Medien. Ohne Unterstützung der Medien gelingt das nicht. Im Fall von Sarah Wyss halten sich die Medien bewusst und in voller Absicht zurück. So kann es gar keinen Skandal geben. Die Schweizer Medienlandschaft ist linksdominiert, deshalb wird die Linke Sarah Wyss von den Medien abgeschirmt.

    Di​e meisten Leute empören sich erst, wenn Medien sehr häufig und sehr intensiv über eine Sache berichten (siehe auch diesen Effekt). Wenn aber kaum bis gar nicht darüber berichtet wird, dann neigen die Leute dazu einen Vorfall zu verharmlosen, ihn zu entschuldigen und schliesslich zu vergessen.

    Genau das wird im Fall Wyss wahrscheinlich passieren.

  4. Was genau stört Sie an Wyss‘ Kommentar? Dass sie Brunner als Rassist und menschenverachtend bezeichnete, oder dass sie ihn ins Lager wünschte? Letzteres wäre ja etwas komisch, denn wie kann etwas, das sich Brunner für Asylsuchende wünscht, plötzlich skandalös sein, wenn es jemand anders für Brunner wünscht? Wenn es dermassen tragisch und daneben ist, andere Menschen in Lager einsperren zu wollen, wie um Himmels willen kann denn die SVP ihre Forderung nach Lagern für Asylsuchende noch legitimieren? Etwa mit der Begründung, dass Asylsuchende Menschen zweiter Klasse und reduzierten Menschenrechten sind?
    Begründen Sie den Skandal aber auf ersterem, wonach Wyss Brunner als Rassisten beschimpft hat, auch dann wirkt das Ganze etwas komisch. Aus den Aussagen und Forderungen von Brunner schliesst Wyss, dass dieser ein Rassist ist. Geht man aber davon aus, dass es sich dabei um Diffamierung handelt, weil Brunner nichts gesagt hat, das dem Antirassismusgesetz entgegen steht, so mutet es doch etwas absurd an, dass Brunner Menschen in ein Lager sperren möchte, die nichts unrechtes getan haben. Quasi Freiheitsenzug begründet auf Sippenhaftikeit, wonach Menschen dafür büssen müssen, was andere Menschen tun oder nicht tun. Oder anders formuliert: Wenn Wyss vermutet, Brunner könnte ein Rassist sein, dann ist das skandalös. Wenn Brunner vermutet, jemand könnte kriminell werden, dann ist es legitim, diesen sicherheitshalber wegzusperren. Fragt sich, wer wohl den grösseren Schaden davon trägt. Brunner, der im Internet von einer Linken als Rassist beichnet wird. Oder ein unbescholtener Asylsuchender, der in ein Lager gesperrt wird und seiner Freiheit, sich als Mensch frei zu bewegen und sein Recht auf Asylsuche (nicht gleich Recht auf Asyl!) wahrnimmt, beraubt wird.

  5. Herr Weber, merken Sie eigentlich noch was Sie schreiben? Ich zitiere Sie einmal:

    „Was genau stört Sie an Wyss’ Kommentar? Dass sie Brunner als Rassist und menschenverachtend bezeichnete, oder dass sie ihn ins Lager wünschte?“

    Also wirklich Herr Weber.

  6. Viktor Giacobbo über die Aussage von Sarah Wyss. Wahrscheinlich bietet er Wyss demnächst eine Bühne in seiner Sendung im Schweizer Fernsehen.

  7. Lagervergangwenheiten haben die extremen Rechten sowie die extremen Linken. So sind solche Äusserungen von JUSO’s auch nicht verwunderlich.

  8. Herr Grimm, Frau Wyss gibt demnächst ihr Amt als JUSO-Chefin ab damit sie als SP-Grossrätin walten kann.

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