Julian Assange ist ein Wichtigtuer

Von Alexander Müller veröffentlicht am 4. Juni 2011 | 3.965 mal gesehen

Julian Assange, der Gründer der Enthüllungs-plattform Wikileaks ist ein Wichtigtuer. Laut einem Artikel in der NZZ behauptet er, dass Wikileaks eine wichtige Rolle bei den arabischen Revolten gespielt habe. Das ist natürlich Bullshit.

Die arabischen Revolten hatten ihren Ursprung in Tunesien. Auslöser war die Selbstverbrennung eines jungen Mannes namens Mohammed Buazisi. Im Anschluss darauf protestierten tausende Jugendliche gegen den Machthaber Ben Ali, gegen Jugendarbeitslosigkeit und gegen Polizeiwillkür. Die Proteste führten zur Flucht von Ben Ali. Das war der Auftakt der arabischen Revolten. Denn als man in Ägypten im Fernsehen den Erfolg der Proteste in Tunesien sah, gingen auch dort die Leute auf die Strassen. Nach Ägypten folgten Revolten in Libyen, Bahrein und Syrien.

Bei diesen Revolten spielte das Internet in der Tat eine wichtige Rolle. Doch Assanges Enthüllungsseite Wikileaks war nicht massgebend. Die Leute in den betroffenen Ländern kannten die Missstände auch ohne Enthüllungen. Sie hatten nämlich darunter zu leiden. Entscheidend waren Social Media Seiten wie Twitter, Facebook und Youtube. Sie ermöglichten es den jungen Aufständischen die Welt über die Geschehnisse vor Ort mit Bildern, Filmen und Worten zu informieren.

Julian Assange ist ein Wichtigtuer
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9 Gedanken zu „Julian Assange ist ein Wichtigtuer“

  1. Ich denke nicht, dass der wichtigste Beitrag von Julien Assange in einer eventuellen Beteiligung am arabischen Aufstand besteht.
    Für mich ist seine grösste Leistung die Überwindung von staatlich geregelter und geschützter Geheimnistuerei bezüglich des Wirkens des Stattes bzw der Staaten.

    Ich kann zwar verstehen, dass staatliche Organe (ihrer Leistungen entsprechend) viel zu verbergen haben, aber solange wir Bürger diese Staatsangestellten mit unseren Steuern bezahlen, bestimmen WIR, was verschwiegen werden soll und was nicht !

    Aus dieser Sicht ist Julien Assange kein Wichtigtuer, sondern er hat eine bemerkenswerte Leistung vollbracht ..

  2. Tja scheint so, als würde Amnesty International Ihre Meinung nicht teilen. AI führt die durch Wikileaks veröffentlichen Botschaftsdepeschen als einen – wenn auch bei weitem nicht einzigen – Katalysator für die Revolution in Tunesien an.

    PS: Selsbtverbrenungen hat es schon vorher gegeben! Mit welcher Begründung sollte man annehmen, dass ausgerechnet die Überreaktion EINES verzweifelten jungen Mannes eine Revolution auslöst, deren Ursachen wie hohe Arbeitslosigkeit znd politische Willkühr schon seit JAHRZEHNTEN bestehen?

    PS: Social Media wie Twitter und Facebook haben eine schnellere und bessere Vernetzung der Jugend in Tunesien ermöglicht, allerdings hat in Ägypten die Revolution WÄHREND der Zeit der Internetsperre ihren Höhepunkt erlebt. Social Media sind ein Mittel zumm Zweck und NIEMALS der Grund für eine Revolution. Andernfalls hätte es in der Geschichte keine Revoltionen vor Einführung des Internets geben dürfen!
    Im Iran war die sogannte „Twitterrevolution“ übrigends auch zum Scheitern verurteilt und erlaubte es den Machthabern lediglich die Aufständischen zu identifizieren! Eine Gefahr, die man vor allem bei Facebook nicht unterschätzen sollte!

  3. Liebe Susi2, mir ist es egal was Amnesty International schreibt. Sie werden ihre Gründe und Absichten für das, was sie schreiben, haben.

    Hier nochmals die Fakten:

    1. Die arabischen Revolten begannen in Tunesien.
    2. Als offizielle Ursache gilt die Selbstverbrennung von Mohammed Buazizi, welche heftige Proteste gegen das Regime von Ben Ali, Polizeigewalt und Jugendarbeitslosigkeit nach sich zog.
    3. Nachdem Ben Ali geflohen war begannen auch Proteste in Ägypten. Es ist erwiesen, dass die Ägypter die Ereignisse in Tunesien mit Interesse verfolgten und als sie sahen, dass diese erfolgreich waren sich motiviert fühlten gegen das Regime von Mubarak zu revoltieren.

    Was Wikileaks und Assange bei diesen Ereignissen für eine Rolle gespielt haben wollen, ist mir schleierhaft. Assange sah sich zum Jahreswechsel 2010/2011 mit Vergewaltigungsvorwürfen konfrontiert und war somit anderweitig beschäftigt. Zudem benötigte die arabische Jugend keine Enthüllungen von Wikileaks um die Missstände im eigenen Land festzustellen. Wer gegen Jugendarbeitslosigkeit oder Polizeigewalt revoltiert, tut dies, weil er darunter leidet und nicht weil Wikileaks sagt, dass er darunter leidet. Einfach mal von der Logik her. 😉

    Zu den Social Media, selbst während der Internetsperre gelangten Youtubefilme usw. in die Welt. Zahlreiche Nachrichtensender haben ebenfalls zur Verbreitung dieser Filme und Botschaften beigetragen. Wikileaks spielte dabei keine wesentliche Rolle.

    PS: Ich würde es schätzen, wenn Kommentarschreiber auf meinem Blog mit ihrem richtigen Namen für ihre Meinung einstehen. In der Schweiz wird man für das Vertreten seiner Meinung weder verhaftet noch gefoltert. Ich kann Leute nicht wirklich ernst nehmen, die ihre eigene Meinung nur anonym vertreten können.

  4. Niemand bestreitet, dass die Revolution in Tunesien ihren Anfang genommen hat und sich die Ägypter daran ein Beispiel genommen haben. Was genau die Selbtstverbrennung eines jungen Mannes mit den Protesten gegen Polizeigewalt und Ben Ali zu tun haben soll, erklärt dies allerdings nicht. Übrigends gibt es die Jugendarbeitslosigkeit in Tunesien schon seit JAHRZEHNTEN!

    PS: Ohne Internet gibts auch kein YOUTUBE! Schon mal daran gedacht?

  5. Fragt sich wer hier der Wichtigtuer ist, wenn man bedenkt wie sie eine Organisation wie Amnesty International einfach so abkanzeln!

  6. Natürlich gab es schon vorher Selbstverbrennungen. Die Selbstverbrennung von Buazisi war der berühmte Tropfen, der das Fass zum überlaufen gebracht hat.

    Was Sie mit ihrem PS-Satz meinen, kann ich nicht nachvollziehen. Zumal ich im Artikel folgendes geschrieben habe.

    Bei diesen Revolten spielte das Internet in der Tat eine wichtige Rolle. Doch Assanges Enthüllungsseite Wikileaks war nicht massgebend. Die Leute in den betroffenen Ländern kannten die Missstände auch ohne Enthüllungen. Sie hatten nämlich darunter zu leiden. Entscheidend waren Social Media Seiten wie Twitter, Facebook und Youtube. Sie ermöglichten es den jungen Aufständischen die Welt über die Geschehnisse vor Ort mit Bildern, Filmen und Worten zu informieren.

    Vielleicht sollten Sie mal lernen richtig zu lesen.

    Was Amnesty International anbelangt, wie kommen Sie denn darauf, dass ich die abkanzle? Ich weiss nicht was die geschrieben haben und habe deshalb klipp und klar geschrieben, dass die wohl ihre Gründe und Absichten dafür haben, was sie schreiben. Als aufgeklärter und intelligenter Mensch behalte mir jedoch vor, mir selbst ein Bild über die Fakten zu verschaffen, ehe ich mir ein Urteil bilde. Sollten Sie auch tun. 😉

  7. Was ich mit dem PS-Satz meine? Vielleicht, dass in Ägypten während der Internetsperre auch das Senden und Ansehen von Youtubefilmen nicht möglich war, die in Tunesien zweifelsohne eine gewisse Rolle gespielt haben?

    Übrigends was veranlaßt Sie zu der Vermutung, dass ich mir keine eigene Meinung bilde? Nur weil meine Meinung nicht hundertprozentig mit Ihrer übereinstimmt? Dasselbe könnte ich übrigends Ihnen vorwerfen, was ich aus Prinzip nicht tun werde!

  8. Bei Wikileaks scheinen die Leaks ziemlich einseitig verteilt zu sein. Da kann man schon die Frage stellen: „Wem nützt es?“

  9. Sehe ich auch so, Stefan.

    Ach Susanne, Internetsperren können umgangen werden. Diesen Artikel solltest du unbedingt lesen. Ich hatte während der Proteste auf dem Tahirplatz via Twitter Kontakt mit einer Ägypterin (Journalistin).

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