Gripen ist eine sicherheitspolitische Fehlinvestition

Von Alexander Müller veröffentlicht am 25. April 2014 | 1.584 mal gesehen

Die absurde Kampagne der Gripen-Befürworter, zeigt wie unsinnig das Gripen-Fonds-Gesetz ist. Lange Zeit wurde der Bundesrat von SVP-Groupies und Blocher-Hörigen als Verräter-Vereinigung angesehen. Ausgerechnet beim Gripen werden diese Leute zu staats- und obrigkeitsgläubigen Etatisten, die dem Bundesrat einen „kompetenten“ Entscheid in Bezug auf die Landesverteidigung zutrauen. Dabei macht sich gerade Bundesrat Ueli Maurer unglaubwürdig. Er, der einst die beste Armee der Welt wollte, will jetzt ausgerechnet Gripen Flugzeuge beschaffen. Widersinniger und widersprüchlicher geht es kaum noch.

Jetzt investieren die Befürworter viel Geld in eine Kampagne, die beim unbedarften Teil unserer Bevölkerung, der selten etwas hinterfragt, Sympathien für den Schrott-Flieger wecken soll. Mit dem Slogan „Sicherheit zuerst“ werben sie für den Gripen.

Ich habe ernsthafte Zweifel an der Kompetenz von allen, die behaupten, dass der Gripen für die Sicherheit unseres Landes nötig sei und frage mich, wer diese teure Kampagne finanziert. Kommt das Geld aus Herrliberg, vom Bund, von SAAB oder gar von der NSA?

Selbstverständlich ist auch der Köppel von der Weltwoche für den Gripen, was sonst? Auch das macht die Sache keineswegs glaubwürdiger. Köppels Weltwoche gilt inoffiziell als Parteizeitung der SVP. Wohl nicht umsonst schreiben dort Leute wie Christoph Mörgeli ihre Kolumnen. Wacht endlich auf und macht die Augen auf.

Wer für Sicherheit ist, der ist gegen den Gripen!

Bevor wir über die Anschaffung eines neuen Flugzeugs nachdenken, sollten wir zuerst ein fähiges Verteidigungskonzept entwickeln. Das Verhalten des Armeechefs deutet jedenfalls darauf hin, dass ein solches fehlt. Er hortet bei sich zuhaue in seinem Keller 300 Liter Wasser. Offensichtlich traut selbst er unserer Landesverteidigung nicht allzu viel zu.

Armeechef Blattmann mit seinen Elitesoldaten (im Hintergrund)
Armeechef Blattmann mit seinen Elitesoldaten (im Hintergrund)

Ich kann die Schweizer Armee nicht ernst nehmen. Mich erinnert sie an eine Folklore-Truppe, die jeglichen Respekt verloren hat. Das beginnt ja schon mit der scheuslichen Ausgangsuniform im biederen Beamtenstil. Der Repräsentationscharakter dieser abscheulichen Uniform ist gleich null. Es ist richtig gschämig so etwas zu tragen. Angesichts solcher lächerlicher Uniformen wundert es mich nicht, dass es viele Junge gibt, die den Armeedienst verweigern. Auch die Baskenmütze für Soldaten, Beret genannt, ist ein stilistischer Fehlgriff. Jedenfalls sitzt sie selten richtig, Blattmann macht sich damit einfach lächerlich. Die für die Uniform-Beschaffung verantwortlichen Beamten sollten sich an den Paradeuniformen ausländischer Armeen ein Beispiel nehmen. Ich war jedenfalls stets froh, dass ich mit dem TAZ nachhause durfte, weil die Ausgangsuniform eine Beleidigung für jeden stilbewussten Menschen ist.

So ein Auftritt macht einfach mehr Eindruck als der Auftritt von Blattmann in Ausgangsuniform.
So ein martialischer Auftritt macht einfach mehr Eindruck als der Auftritt von Blattmann in Ausgangsuniform.

Ich bezweifle ernsthaft, dass unsere obersten Soldaten „Krieger“ sind. Sie sind Verwaltungsbeamte ohne praktische Erfahrung, die Krieg und Kampf nur in der Theorie kennen. Die kennen sich mit Planspielen aus. Genauso beschaffen sie auch ihre Uniformen und Waffen. Seit Gründung des Bundesstaats hat die Schweizer Armee keine Kampferfahrung und das sieht man ihr auch an.

Junge Menschen haben Ideale und wollen etwas im Leben erreichen. Wer junge Menschen für die Armee begeistern will, der muss ihnen etwas Sinnvolles bieten können. Die verantwortlichen Militärs müssen die Jungen davon überzeugen können, dass unsere Landesverteidigung sinnvoll ist. Das ist aber nur möglich, wenn unsere Armee tatsächlich über die dazu nötige Kampfkraft verfügt. Eine gute Armee vermittelt ihren Angehörigen Kameradschaft, Gemeinschaftssinn und die Entschlossenheit für ihr Vaterland zu kämpfen. Aber gerade das wollen die biederen Beamten und die verantwortlichen Politiker offenbar nicht. Eine Armee, wie die aktuelle Schweizer Armee überzeugt einfach nicht.

Die Armee soll erst einmal ein vernünftiges Verteidigungskonzept erstellen ehe sie Spielzeuge für ihre Planspiel-Soldaten kauft.

Gripen ist eine sicherheitspolitische Fehlinvestition
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Ein Gedanke zu „Gripen ist eine sicherheitspolitische Fehlinvestition“

  1. Ich habe gerade versucht einen Kommentar zu einem Blogartikel eines Gripen-Befürworters zu hinterlassen. Es handelt sich beim Verfasser des Blogartikels um einen FDP-Gemeinderat der Stadt Zürich. Leider wurde mein Kommentar nicht publiziert, da offensichtlich nur Teammitglieder des Blogs Kommentieren dürfen.

    Schade, dass nur ausgesuchte „Blog-Mitglieder“ kommentieren dürfen, die wahrscheinlich die Meinung des FDP-Gemeinderats teilen müssen. Hier offenbart sich, wie „liberal“ dieser Mann tatsächlich ist. Nachfolgend mein Kommentar, den ich auf dem Blog des FDP-Gemeinderats hinterlassen habe:

    „Ist etwa Bundesrat Ueli Maurer ein Experte in Sachen Kampfjets? Soweit ich weiss, war er im Militär Fahrradfahrer. Es ist einfach ein Trugschluss zu glauben, dass die Sicherheit unseres Landes mit 22 Gripen merklich erhöht werden kann. Der Wohlstand von wem wird denn mit dem Gripen gesichert? Ist damit etwa der Wohlstand der Lobbyisten gemeint, die für den Gripen Stimmung machen? Und seit wann hat Freiheit etwas mit Staatsgläubigkeit und Etatismus zu tun?“

    Zum Schluss noch dies, der FDP-Gemeinderat arbeitet offenbar bei der PR-Agentur Farner Consulting. Ich frage mich daher ob sein Arbeitgeber ein Mandat vom Bund, der SVP oder von SAAB erhalten hat um für den Gripen Stimmung zu machen.

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