Frauenquoten sind Zwangsmassnahmen

Von Alexander Müller veröffentlicht am 20. September 2012 | 4.466 mal gesehen

Linke Frauen und FDP-Frauen wie Claudine Esseiva setzen sich für Frauenquoten in Politik und Wirtschaft ein. Sie wollen damit erreichen, dass mehr Frauen in Führungsetagen tätig sind. Ich begrüsse es, wenn auch Frauen die Chance erhalten Karriere zu machen und ihre Fähigkeiten einzubringen. Das ist an und für sich positiv und zu befürworten. Doch sind Zwangsmassnahmen wie Frauenquoten wirklich nötig?

Mit diesem Plakat plädiert Esseiva für Führungsetagen mit Frauen. Keine Führungsetage mehr ohne Frauen. Nicht mehr oben ohne!

Ich bin gegen Frauenquoten. Frauenquoten sind Zwangsmassnahmen, die nicht zu einer liberalen Gesellschaft passen. Starke Frauen brauchen keine Quoten, sie können sich mit ihrer Intelligenz, ihrer Leistung und ihrem Charme durchsetzen. Sie brauchen keine Frauenquoten. Gesellschaftliche Probleme löst man nicht mit Zwangsmassnahmen sondern mit Überzeugungsarbeit. Nur so hat man einen nachhaltigen Erfolg. Ausserdem,  wollen überhaupt alle Frauen und Männer in die Führungsetage? Sind tatsächlich alle, die das wollen bereit die dafür nötigen Opfer zu tragen? Um Anerkennung und eine hohe Entlöhnung zu erhalten, muss man nicht zwingend in der Führungsetage tätig sein. Das Peter-Prinzip zeigt, dass die Führungsetage längst nicht für jeden das Beste ist.

Gerade aus der Politik weiss ich aus eigener Erfahrung was für ein rauer Wind weht. Je klarer die Positionen sind, die einer bezieht, desto stärker setzt er sich der Gefahr aus angegriffen zu werden. Längst nicht jeder ist bereit sich freiwillig einem solch rauen Wind auszusetzen. Auch aus den Etagen des Spitzenmanagements ist zu vernehmen, dass dort eine dünne Luft herrscht und man schnell weg vom Fenster sein kann, wenn man nicht auf der Hut ist. Ob solche Zustände tatsächlich so erstrebenswert sind, ist fraglich. Politiker und Manager sind Kämpfer, Strategen und Taktiker, nicht jeder Mensch hat dieses Naturell.

Frauen haben noch dazu das Problem, dass sie oft vor der Wahl stehen Kinder zu kriegen oder Karriere zu machen. Da sehe ich die Probleme, die es zu lösen gilt. Wie schafft es eine Frau trotz Kinder in eine Führungsposition in der Top-Etage eines Unternehmens oder in der Spitzenpolitik? Wie kann sie eine gute Mutter sein und so nebenbei einen Job ausüben, der 200% Leistung erfordert? Wieviele Spitzenmanagerinnen haben kleine Kinder? Gibt es dazu bereits Untersuchungen?

Die andere Frage ist ob sich Unternehmen Spitzenmanager leisten können, die ihren Beruf nur in Teilzeit ausüben. Sollen Schweizer Unternehmen zwei CEO’s mit Millionensalären beschäftigen, weil sich diese um ihre Kinder kümmern wollen oder einer der beiden gerade im Mutterschaftsurlaub ist? Lässt sich das in einer globalen Welt überhaupt durchsetzen? Kann die kleine Hochpreisinsel Schweiz sich das überhaupt leisten?

Sehen wir doch auch mal das Positive. Viele Frauen sind bereits heute in ehemals traditionellen Männerberufen tätig und stehen dort ihren Mann. Je mehr Frauen in traditionellen Männerberufen tätig sind, desto mehr Frauen dürften auch den Weg in die Führungsetagen schaffen, sofern sie es wollen.

Frauenquoten sind Zwangsmassnahmen
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5 Gedanken zu „Frauenquoten sind Zwangsmassnahmen“

  1. Frauen sollten in ALLEN Bereichen den Platz bekommen, der ihnen gebührt: Ab sofort muss in den Medien von „Raserinnen und Rasern“ oder „Betrügerinnen mit dem Enkelin-Trick“ die Rede sein. „ComputerInnen“ oder „Mütterinnen und Mütter“ wäre auch noch witzig. Aus FernsehER wird FernsehSIE. usw. usf… PS: Ich habe noch NIE eine Kanalarbeiterin gesehen. Und wieso müssen Frauen nicht zum Militär?!

  2. Nun gegen eine Wehrpflicht für Frauen hätte ich nichts einzuwenden. Nur gefallen mir die Uniformen der Schweizer Armee nicht. Sie sind mir zu beamtenhaft bieder. Sie dürften durchaus ein bisschen sexy sein. Mit Lust und Leidenschaft durchs Leben macht irgendwie mehr Spass. Dasselbe gilt übrigens für die langweiligen Business-Uniformen im Finanzsektor.

    http://youtu.be/iCmppOwVPFg

  3. Ich habe noch nicht gesehen, dass man nach Frauenquoten bei der Kehrrichtabführ, Reinigung von Kanalisationen, Metzgerberufe,Strassenbau, Armme, usw. ruft.
    Sollen den Frauenquoten nur für die angenehmen Jobs gelten?
    Wer verlangt denn eine Männerquote bei den Pflegeberufen in den Spitälern.
    Dies müsste man ja im Sinne der „Gleichberechtigung“ der Geschlechter auch gelten.

  4. Wer Leute aufgrund des Geschlechts für bestimmte Positionen bevorzugt, betreibt meiner Ansicht nach eine Art geschlechtsbezogenen Rassismus. Er bevorzugt Menschen gegenüber anderen aufgrund ihres Geschlechts. Das ist menschenrechts- und verfassungswidrig. Es widerspricht dem Gleichstellungsartikel – BV Art 8, Absatz 3. Dort steht:

    Mann und Frau sind gleichberechtigt. Das Gesetz sorgt für ihre rechtliche und tatsächliche Gleichstellung, vor allem in Familie, Ausbildung und Arbeit. Mann und Frau haben Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.

    Für diese Gleichstellung wird nicht gesorgt, wenn per Gesetz ein Minimum an Frauen in Führungsetagen vorgeschrieben wird, für Männer jedoch nicht!

    Feministinnen wollen mit Quotenregelungen Frauen unter die Arme greifen, damit es diese in höhere Positionen schaffen, weil sie es sonst ohne Hilfe nicht könnten. Damit werden Frauen gegenüber Männern besser gestellt. Frauen wird geholfen, einzig weil sie Frauen sind. Männern wird nicht geholfen, weil sie Männer sind.

    Ich selbst bin für Fairness und klar der Meinung, dass es auch Frauen in höheren Positionen geben soll. Aber ich finde es nicht in Ordnung, dass dies mit Hilfe gesetzlicher Regelungen wie staatlich vorgeschriebenen Frauenquoten erfolgen soll. Das sind für mich inakzeptable Zwangsmassnahmen, welche Menschen aufgrund ihres Geschlechts gegenüber anderen Menschen bevorzugen.

    Fairness kann man auch ohne Zwangsmassnahmen erreichen. Indem man die Rahmenbedingungen für Leute, die Kinder kriegen, verbessert.

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