Bankgeheimnis: Schweiz beugt sich dem Druck der USA

Von Alexander Müller veröffentlicht am 20. Februar 2009 | 3.572 mal gesehen

BankgeheimnissDie US-Justizbehörden warfen der UBS vor US-Bürgern bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben und forderten von der UBS die Herausgabe der Daten von US-Kunden. Sie stellten der Schweiz ein Ultimatum und drohten der UBS mit einer Anklage «indictment».

Obwohl Steuerhinterziehung in der Schweiz nicht strafbar ist, gab Bundesrat Rudolf Merz (FDP) schliesslich dem Druck der US-Justizbehörden nach. Angeblich weil bei einer Anklage in den USA der Fortbestand der UBS in ernsthafter Gefahr gewesen wäre. Die UBS muss den US-Justizbehörden nun die geforderten Daten über US-Kunden herausrücken und zudem USD 780 Millionen überweisen.

Mit welchen Konsequenzen muss die Schweiz nun rechnen?

Die Herausgabe von UBS-Kundendaten an die US-Justizbehörden schadet der Glaubwürdigkeit unseres Finanzplatzes. Von einem Bankkundengeheimnis kann nicht mehr die Rede sein.

Der Druck auf die Schweiz wird weiterhin anhalten und vermutlich noch grösser werden. Die Schweizer Behörden haben eindrücklich demonstriert wie sie auf massiven Druck reagieren. Nun wird auch die EU ihren Druck auf die Schweiz weiter erhöhen.

Das Bankgeheimnis, ein wichtiger Vorteil des Schweizer Finanzplatzes, ist in ernsthafter Gefahr. Wenn es aufgehoben werden sollte, dürfte ein grosser Teil des in der Schweiz deponierten ausländischen Vermögens abgezogen werden. Dies würde den Finanzplatz Schweiz weiter schwächen und damit den Wohlstand unseres Landes gefährden.

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Bankgeheimnis: Schweiz beugt sich dem Druck der USA
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3 Gedanken zu „Bankgeheimnis: Schweiz beugt sich dem Druck der USA“

  1. „Die Schweiz das kleine Stachelschwein, das nehm`n wir auf dem Rückweg ein!“ Wann emanzipiert sich die Schweiz ?!?
    Mit Vehemenz muss sich die schweizerische Regierung gegen jeglichen Druck aus Europa und USA wehren und die schweizerischen Banken mit allen nur erdenklichen Mitteln schützen.
    Wieso immer klein beigeben und nicht mit Stolz allen zum Trotzt verkünden: „Der souveräne Staat Schweiz macht, in Rahmen unserer Rechtsbefindung, was er will!“
    Die USA und die EU mögen wohl eine andere Weltanschauung haben, wir Schweizer haben unsere und müssen niemandem Rechenschaft ablegen. Die schweizerische Regierung müsste souverän antworten: “Je mehr ihr uns unter Druck setzt und bedroht, desto mehr werden wir unsere Banken schützen. Was können die USA schon machen? Oder wollen die Amerikaner im Zuge Ihrer Kolonisation nun auch die Schweiz bombardieren?
    Man muss Mann genug sein und sich nicht erpressen lassen! Im Gegenteil!
    Der Nutzen der ein einzelner aus dem Bankgeheimnis zieht, ist ihm alleine überlassen!
    Ist ein Waffenhersteller ein Mörder? Nein!

  2. Tja Daniele, das ist ja das Dilemma.
    Mit dem Ausruf stolz zu sein auf staatlich organisierte Finanzkriminalität entspricht tatsächlich einem Teil helvetischer Mentalität, aber deshalb gleich in selbstmörderischer Absichten zu verfallen „der Souveränität Staat Schweiz macht im Rahmen seiner Rechtsbefindung was er will“ ist nun nicht nötig, oder was meinen Sie wer mit dieser Haltung am meisten unter die Räder kommt.
    Seien wir also froh, dass die Schweiz klein ist und nicht über das Machtpotential der EU oder der USA verfügt. Diese Vorstellung würde mir dann schon Angst machen.

  3. Die Debatte über die Steuerparadiese ist insofern interessant das ich als Investor in Deutschland um einiges besser fahre als in der Schweiz.

    Heilbrück ist einfach orientierungslos über die Länder hergefallen welche ein Geheimis haben dürfen.
    In Deutschland haben momentan die Händler Hochkonjunktur welche Goldmünzen und Barren in kleine Einheiten verkaufen.
    Vermögende Kaufen Häuser, renovieren diese und verkaufen diese nach 10Jahren gewinnbringend steuerfrei. Wertsteigernde Investitionen müssen nicht versteuert werden und es können auch den Mieteinnahmen abgezogen werden.

    Villiger wie auch Banker wussten schon lange dass das Bankgeheimnis fallen wird, auch wurde das bei dem DTA mit den Amis vor 10Jahren offensichtlich.

    Der BR entäuscht aber insofern das er bei dem wirtschaftlichen Protektionismus der USA und auch EU nicht auf andere Vorteile besteht.

    Leider helfen die faschistischen anti Schweizer Politiker im Parlament nicht dabei.

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