Anonymität im Netz

Von Alexander Müller veröffentlicht am 30. Mai 2010 | 2.092 mal gesehen

BurkaAuf sozialen Netzwerken, Blogs und Foren tummeln sich anonyme Gesellen und falsche Profile (Fakes) von Politikern, Schauspielern, Sängern und diversen anderen Leuten. Hier ist von Seiten der Politik dringender Handlungsbedarf notwendig. Denn abgesehen davon, dass es feige, unfair und unehrlich ist, wenn man anderen gegenüber seine Identität verbirgt, kann es auch schnell kriminell werden. Wer sich im Netz die Persönlichkeit einer anderen Person aneignet, der vergreift sich an deren Persönlichkeitsrechten. Wenn er dies obendrein in schädlicher Absicht tut, ist es kein Kavaliersdelikt mehr. Es kann für die Opfer solcher Cyberkrimineller schwerwiegende Folgen haben.

Was die Politik tun kann

Die Politiker sollten sich international darauf verständigen, dass Proxyserver weltweit verboten und deren Betreiber strafrechtlich verfolgt werden.

Soziale Netzwerke wie Facebook sollten verpflichtet werden den Zugang für Proxyserver zu erschweren. Das ist via IP-Adresse der Proxyserver bzw. Weiterleitung solcher IP-Adressen an die Strafverfolgungsbehörden machbar.

Wer sich in einem Sozialen Netzwerk, Forum, Blog etc. als andere Person ausgibt ist dafür strafrechtlich zu belangen. Das Strafmass ist entsprechend der Höhe des angerichteten Schadens zu bemessen. (Stellenverlust, Reputationsschaden, Cybermopping, Tod durch Angriff eines aufgehetzten und hasserfüllten Flashmops usw.)

Problematik

Die Technik ist der Politik meilenweit voraus und internationale Abkommen sind nur durchsetzbar, wenn es gelingt die Politiker auf  die Gefahren des Internets aufmerksam zu machen. Die Politik hat die Tendenz den Bogen zu überspannen und die Persönlichkeitsrechte von Internet-Benutzern zu sehr einzuschränken. Es geht nicht darum, dass man den Strafverfolgungsbehörden einfach einen Freipass gibt um Zugang auf jeden PC zu erhalten. Es geht darum, dass man ehrliche Leute von Cyberkriminellen schützt und so die Freiheiten des Internets aufrecht erhält.

Die Philosophie dahinter

Meine Phylosophie ist, dass jeder Mensch auf dieser Welt das Recht auf freie Meinungsäusserung hat. Wer eine Position zu vertreten hat, soll seine Identität preisgeben, damit man weiss mit wem man es zu tun hat. Gerade für eine Demokratie ist Transparenz und Authentizität wichtig. Fakes und Cyberkriminelle machen aber gerade das unmöglich.

Wohin es führen kann wenn nichts gemacht wird

Niemand getraut sich mehr unter seinem Namen etwas zu sagen. Jeder hat Angst Opfer eines Cyberkriminellen zu werden. Dadurch wird die Meinungs- und Redefreiheit eingeschränkt. Was Anonyme sagen ist nicht soviel wert wie das was Leute, deren Herkunft und Persönlichkeit bekannt ist, sagen. Es geht um Transparenz.  Die Glaubwürdigkeit des Internet sinkt auf null. Geschriebenes hat nur noch unterhaltungswert. Opfer von Cyberkriminellen könnten aufgrund von gefälschten Fakes keinen Job mehr erhalten oder entlassen werden. Es könnte sein, dass sie von der Polizei verhaftet werden weil jemand unter Angabe ihrer Identität ein Verbrechen begangen hat. Es könnte sein, dass Leute aufgrund von Lügen und Hasskampagnen von einem Flashmob gejagt und gelyncht werden.

Politiker, die das nicht wollen, müssen jetzt endlich handeln. Leute, die mutig unter Preisgabe ihrer Identität Positionen vertreten sind vor feigen Angriffen anonymer Gesellen zu schützen. Sonst ist Demokratie im Netz nur noch an besonders geschützten Orten (Netzwerken mit hohem Sicherheitsstandard) möglich.

Anonymität im Netz
Artikel bewerten