Toleranz hat im Islam keine Basis

Von Alexander Müller veröffentlicht am 12. September 2011 | 2.951 mal gesehen

Westliche Islam-Debatten sind von den zwei Begriffen „Friedfertigkeit“ und „Toleranz“ geprägt. Laut dem Islamwissenschaftler Tilman Nagel ist der Islam jedoch nicht auf Gewaltfreiheit ausgerichtet. Der Koran empfiehlt für bestimmte Situationen den Einsatz von Gewalt.

„Toleranz hat im Islam keine Basis. Was immer heute als Toleranz angeführt wird, etwa, dass man die Andersgläubigen, sofern sie sich zu einer Buchreligion bekennen, leben lässt, ist keine Toleranz. Denn diese der islamischen Herrschaft Unterstehenden sind in vielerlei Hinsicht gegenüber den Muslimen von minderem Recht. Sie haben zum Beispiel kein Recht, eine Waffe zu tragen – im Dialog mit Andersgläubigen wird dann gesagt, sie brauchen keinen Kriegsdienst zu leisten…“

In Diskussionen über den Islam fordern Muslime auch immer wieder Respekt gegenüber dem Islam.  Tilman Nagel äussert sich wie folgt dazu:

„Ich kann Menschen respektieren – aber hier wird die Respektierung eines religiös begründeten Gedankengebäudes gefordert, dass selbst massiv den Anspruch auf universale Geltung erhebt. Ein weiterer Begriff in diesem Zusammenhang ist die ‚Islamophobie‘. Der europäische Menschenrechtsbeirat hat sie schon als verwerflich gebrandmarkt, und der UN-Menschenrechtsbeirat greift das zum Teil auf. Ich halte das für falsch – die Menschenrechte beziehen sich auf den Menschen, nicht auf das, was er glaubt. Islamophobie muss erlaubt sein, man kann nicht eine Meinung oder Glaubenshaltung unter Schutz stellen. Das ist eine bedenkliche Umdefinierung der Menschenrechte.“

Über die Entwicklung der Islamwissenschaften in Europa sagt Tilman Nagel folgendes:

„Als ich anfing zu studieren, war das ein mediävistisch ausgerichtetes Fach. Heute haben wir mehr akademische Stellen, vor allem aber eine fast vollkommene Verlagerung des Schwerpunktes auf das 20. Jahrhundert. Für eine Kultur wie die islamische, die sich in ihren Äusserungen immer wieder auf die Vergangenheit bezieht oder sich aus ihr rechtfertigt, ist das eine Fehlentwicklung. Die Islamwissenschaft in Deutschland ist vielfach nur noch eine auf die arabische Welt oder die Türkei bezogene Politologie.“

Quelle der Zitate

Diese Ausführungen von Tilman Nagel zeigen, dass die öffentlichen Islam-Debatten von vielen Medienschaffenden, Muslimen und Linken bewusst in die falsche Richtung gelenkt werden. In Islam-Debatten wird oft über „Toleranz“ und „Friedfertigkeit gesprochen ohne sich zu vergewissern ob diese beiden Begriffe mit dem Islam überhaupt vereinbar sind. Viele Linke bilden sich ein, dass gewaltsame Muslime lediglich Gläubige sind, die den Islam falsch interpretiert haben. Meiner Meinung nach sind diese Leute naiv.  Wer immer sagt, dass der Islam eine friedliebende Religion sei, der soll mir erklären weshalb der islamische Prophet Mohammed seinen Glauben mit Gewalt verbreitet hat.

Beim beobachten der Islam-Integrationsdebatten fällt auf, dass es dabei primär um eine Anpassung des Westens an den Islam geht. So wird in westlichen Ländern darüber nachgedacht wie man das westliche Eherecht islamkonformer machen kann, ob man für Teile der Bevölkerung die Scharia einführen soll, ob man muslimische Kinder vom Schwimm- oder Turnunterricht suspendieren soll usw. Auf die Bedürfnisse von islamkritischen Menschen wird hingegen keine Rücksicht genommen. Meiner Meinung nach wiederspiegeln die gegenwärtigen Islamdebatten den Machtanspruch von Muslimen und Islam.

 Deutlicher kann man den Machtanspruch kaum mehr erheben:

Gebete auf dem Bundesplatz vor dem Bundeshaus haben ebenfalls eine Macht-Symbolik. Das Bundeshaus steht für den Machtanspruch unseres Staates. Mir stellt sich beim Anblick von betenden Muslimen vor dem Bundeshaus die Frage, ob diese unsere Staatsgewalt in Frage stellen.