Lehre für Lehrer ist Unsinn

Von Alexander Müller veröffentlicht am 24. März 2012 | 2.566 mal gesehen

Die SVP-Bildungskommission hat sich wieder einmal für einen Alleingang in der Bildungspolitik entschieden und wird damit wahrscheinlich scheitern.

Wer will schon seine Kinder zu einem Lehrer in die Schule schicken, der gerade in der Lehre ist?  Wie will ein Lehrer Kinder für ein Studium an einer Universität vorbereiten, wenn er selber keine Ahnung von Hochschulen hat?

Wohlverstanden, ich bin ein Anhänger des dualen Bildungssystems. Im Sinne von lebenslangem Lernen und Weiterentwicklung sollen auch Leute, die eine Berufslehre gemacht haben, Zugang zu einer Hochschule erhalten. Es würde jedoch dem Ansehen des Lehrerberufs schaden, wenn die pädagogische Ausbildung durch eine Lehre ersetzt würde.

Dass den Anforderungen der Wirtschaft nicht immer optimal entsprochen wird, liegt meiner Ansicht nach an einer zu vielfältigen Unterrichtsgestaltung und anderen Faktoren, welche die optimale Entwicklung von Kindern negativ beeinflussen. Doch hier stehen nicht nur die Lehrer sondern auch die Eltern und die Politiker in der Pflicht.

Um den Anforderungen der Wirtschaft gerecht zu werden, reicht es Kindern Lesen, Schreiben, Rechnen, Geometrie, Biologie, Chemie, Physik und Anstand beizubringen. Für solche, die sich für handwerkliche Berufe interessieren mag auch noch Werken ein wichtiges Fach sein. Dort sollten Kinder lernen mit verschiedenen Werkstoffen zu arbeiten.

Jugendliche, die in die Berufswelt einsteigen, sollten über ein fundiertes Grundwissen verfügen und in der Lage sein eine fehlerfreie und saubere Bewerbung zu schreiben. Für die Weiterentwicklung sind dann die Berufsschulen und die Lehrmeister zuständig. Diese sind in der Lage, den von der SVP geforderten Praxisbezug sicherzustellen.

PS:  Kenntnisse in Geschichte, Politik, Philosophie, Religionen usw. wären zwar auch wichtig, doch diese benötigt man nicht zwingend um den Anforderungen der Berufswelt gerecht zu werden. Oder haben Sie schon mal gehört, dass ein Jugendlicher keine Lehrstelle erhalten hat, weil er nicht wusste wann Hannibal die Alpen überquert hat oder wann die Schlacht bei Sempach stattgefunden hat oder wieviele Frauen Heinrich VIII. hatte, wie Menschen im Mittelalter lebten oder wieviele Jahre Mohammeds Regentschaft dauerte? Und ein KV-Lehrling muss auch nicht unbedingt über den Sinn des Lebens Bescheid wissen. Den kennen ja zum Teil noch nicht einmal unsere Bundespolitiker.