Abzocker im Kosmetik-Bereich

Von Alexander Müller veröffentlicht am 20. Juni 2012 | 4.311 mal gesehen

Ich war vor kurzem auf Ibiza im Urlaub, dabei ist mir aufgefallen wieviel zuviel ich für Kosmetik-Produkte bezahle, wenn ich diese bei Schweizer Detail-Händlern im Laden kaufe.

Beispiele:

Den Déodorant Spray ALLURE Homme Sport von CHANEL kaufte ich bei Douglas für satte CHF 41.90 ein. Auf IBIZA kostete dasselbe Produkt EUR 23.50, das macht bei einem Umrechnungskurs von 1.20 CHF 28.20. Die Ersparnis beträgt also CHF 13.70. Der Déo-Spray ist auf Ibiza also rund 33% günstiger zu haben als in der Schweiz. Ich habe natürlich gleich mehrere Sprays gekauft. Versteht sich ja wohl von selbst.

Doch auch im Internet kann man die Produkte günstiger haben als bei Detail-Händlern. Das After Shave Balsam Ultra Confort von Biotherm kostet bei Marionnaud CHF 59.90. Bei Geschenkidee.ch bekommt man dasselbe Produkt für CHF 45.60. Geschenkidee.ch verrechnet allerdings einen pauschalen Versandkostenanteil von CHF 7.95. Doch selbst beim Kauf eines After Shave Balsams bekommt man diesen bei Geschenkidee.ch inklusive Versandkosten noch günstiger als bei Marionnaud. Man kann die Kosten pro Artikel noch reduzieren indem man einfach mehr Produkte kauft, denn es ist ja eine Pauschale. Zudem wer bei Marionnaud einkauft muss Treibstoffkosten fürs Auto oder Kosten für den ÖV miteinkalkulieren. Es sei denn er geht mit dem Fahrrad oder zu Fuss zu Marionnaud, doch dann kostet es ihn unter Umständen viel Zeit. Preisroboter.de bietet dasselbe Produkt von Biotherm sogar für EUR 29.95 an. Das sind bei einem Kurs von 1.20 CHF 35.95. Das heisst bei Marionnaud bezahlt man 40% mehr als bei Preisroboter.de!!!

Aber auch andere Schweizer Internet-Shops bieten die Produkte günstiger an als die Abzocker in den Läden. So bekommt man den Haarwachs Sebastian Microweb Fiber im Laden für CHF 30.00. Im Internet wird er für CHF 24.10 also 20% günstiger angeboten. So z.B. bei clickandcare.ch. Die liefern übrigens innerhalb der Schweiz und Liechtenstein sogar versandkostenfrei.

Preisunterschiede sind bis zu einem gewissen Grad begründbar. So kann sich ein Internet-Händler die Miete für ein Ladenlokal sparen. Doch Preisunterschiede von über 20% sind einfach nicht mehr akzeptabel. Da wird man im wahrsten Sinne des Wortes abgezockt und über den Tisch gezogen. Wenn wir von der Hochpreisinsel wegkommen wollen, müssen wir intelligenter einkaufen. Denn was bringt es mir, wenn ich mehr als ein Deutscher im EU-Raum arbeite und deshalb mehr Lohn kassiere, mir dann aber am Ende doch nicht mehr leisten kann? Dies weil die Preise bei uns einfach fast überall extrem viel höher sind als im Ausland? Höchstens einen Herzinfarkt, mehr nicht. Dies aufgrund der höheren Arbeitsbelastung und dem Ärger über die Abzockerpreise. Wird Zeit, das sich das ändert. Denn ich will keinen Herzinfarkt bekommen.

Endlich! WEKO büsst Abzocker BMW

Von Alexander Müller veröffentlicht am 24. Mai 2012 | 1.877 mal gesehen

Endlich hat die WEKO gehandelt und einen Abzocker bestraft! Der Automobilhersteller BMW wurde von der WEKO wegen eines massiven Verstosses gegen das Kartellrecht mit einer saftigen Busse von 156 Millionen Schweizerfranken gebüsst.

BMW zockte Kunden in der Schweiz mit überteuerten Preisen ab und verbot Händlern im Ausland Autos an Schweizer Kunden zu verkaufen. Nun hat der Autohersteller BMW die Rechnung für sein unlauteres Geschäftsgebaren präsentiert bekommen. Wie der uneinsichtige bayrische Autohersteller inzwischen verlauten liess, will er die Busse nicht akzeptieren und Rechtsmittel ergreifen. Ich hoffe, dass die nächste Instanz das Urteil der Vorinstanz bestätigt oder die Busse gar erhöht. Ansonsten ist zu befürchten, dass die Abzockerei weitergeht.

Zu hoffen ist, dass die WEKO auch gegen die übrigen Abzocker mit ähnlich harten Strafen vorgeht. Wer meint, dass er sich auf Kosten von in der Schweiz lebenden Kunden bereichern muss, der soll lernen, dass sich das nicht lohnt. Ich könnte mir sogar härtere Strafen vorstellen. BMW könnte locker ein paar Milliarden Franken Busse zahlen. Die deutsche Automobilindustrie hat uns Schweizer jahrzehntelang mit massiv überteuerten Preisen abgezockt. Dafür soll sie bluten!

Gerade bei deutschen Autos lohnen sich Direktimporte. Arbeitnehmer in der Schweiz haben längere Arbeitszeiten als Arbeitnehmer in Deutschland und verdienen deshalb auch mehr. Trotzdem können sie sich mit ihren höheren Einkommen wegen Abzockern, die ihnen Waren zu überteuerten Preisen andrehen, nicht mehr leisten.