NEIN! So nicht Natalie Rickli!

Von Alexander Müller veröffentlicht am 15. September 2013 | 2.673 mal gesehen

Natalie-RickliPolitiker und Politikerinnen wie Natalie Rickli nutzen den Fall Anthamatten und den gewaltsamen Tod von Adeline M. um erneut ihre Anliegen darzulegen. Bei der genaueren Betrachtung zeigt sich jedoch, dass deren Forderungen die Tötung von Adeline M. nicht verhindert hätten.

So fordert Natalie Rickli erneut, dass Vergewaltiger und Gewaltverbrecher im Wiederholungsfall automatisch zwangsverwahrt werden müssen. Ich halte dieses populistische Schwarzweiss-Denken für gefährlich, denn es lässt Differenzierungen nicht mehr zu. Ausserdem war ja Fabrice Anthamatten bereits inhaftiert. Somit hätte eine Zwangsverwahrungsobligatorium hier ja wohl nichts gebracht.

Andere Politiker fordern ein Zentralregister für Straftäter. Ein solches Register gibt es schon, es wird Strafregister genannt. Aber auch das Strafregister hat die Tötung von Adeline M. nicht verhindern können. Wie denn auch? Fabrice Anthamatten war ja bereits inhaftiert.

Also liebe Populisten, so geht es nicht! Was wirklich zweckmässig wäre und etwas gebracht hätte, habe ich bereits in einem früheren Blogartikel erwähnt. Sie können das hier nachlesen!

Notabene, die Umfrage, die der Tagi gerade durchführt ist ein Schwachsinn. Der Tagi will von seinen Lesern wissen ob sie die Ansichten von Natalie Rickli teilen. Es ist ja wohl sonnenklar, dass diese schreckliche Tat bei einem Grossteil der Bevölkerung dunkle Seiten hervorruft und Gefühle nach einer Art Lynchjustiz weckt. Das ist jedoch wohl eher Ausdruck von emotionalen Bauchgefühlen. So darf man keine Politik machen!

NEIN! So nicht Natalie Rickli!
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8 Gedanken zu „NEIN! So nicht Natalie Rickli!“

  1. Teile deinen Beitrag im früheren Blog zum Thema, trotzdem kann man den Vorstoss von Natalie Rickli zumindest mal diskutieren. Bin auch der Meinung, dass bei solchen Verbrechen keine zweite Chance mehr gewährt werden soll

  2. Populistisch hin oder her, lieber Alexander, Frau Rickli hat mit ihren Forderungen nach weniger Kuscheljustiz durchaus recht.

    Leider muss man im Fall Anthamatten sagen, dass das Opfer Adeline M. ihren Tod durch ihre unglaubliche Fehleinschätzung und Naivität selbst mitverursacht hat. Aber zu Spasseinlagen wie Reitstunden für Mehrfach-Vergewaltiger sollte es gar nicht erst kommen dürfen. Die Anthamattens dieser Welt gehören zwangsverwahrt. Basta!

    Damit wären Therapie-wütige Gutmenschen und Berufshätschler wie Frau M. automatisch vor sich selbst geschützt.

  3. Björn, Rickli benutzt den Fall Anthamatten für ihre politischen Anliegen. Ihre Statements erinnern mich an die Kommentare gewisser Blickleser, denen es an Sachverstand mangelt.

    1. Alexander, es ist doch nichts falsch daran, dass Natalie Rickli die unhaltbaren Zustände in der CH-Justiz gerade nach so einem Fall vehement aufgreift. Von den Sozis und allen anderen Gutmenschen kann man diesbezüglich ja nichts erwarten.

      Diese weitverbreitete Hätschlerei von Gewaltverbrechern, dieser völlig aus dem Ruder gelaufene Therapiewahn, ist dem Volk schon lange ein Dorn im Auge. Vor ein paar Jahren wurde deshalb die Verwahrungsintiative angenommen – seither hat man aber nicht mehr, sondern viel weniger Verbrecher verwahrt! Das ist pervers! Wenn jetzt nach diesem Fall Anthamatten nicht endlich Vernunft einkehrt – wann dann? Wieviele Menschen müssen noch sterben, bis solche Verbrecher nicht mehr mit Samthandschuhen angefasst werden?

      Gerade Vergewaltiger sind nicht therapierbar – das sollte inzwischen jedem Menschen mit 2 funktioniernden Gehirnzellen einleuchten. Also gehören sie ohne wenn und aber verwahrt – ein Mehrfachvergewaltiger wie Anthamatten sowieso.

  4. Herr Alexander Müller
    Sie schiessen gegen Natalie Rickli, sie erkennt, dass es in der Justitz erhebliche Mängel gibt. Natalie Rickli ist in der Rechtskomission, also steht ihr ein Urteil über solche Fälle auch zu.
    Der Vorwurf von Populismus ist völlig daneben.
    Der heutige Strafvollzug ist in vielen Fällen zu harmlos. Die Richter sprechen viel zu milde Strafen für „Wiederholungstäter“ aus. Eine Verwahrung wäre in den meisten schweren Fällen angebracht. Ich lasse es nicht zu, dass Sie eine Politikerin, die sich vorbildlich für eine Verbesserung des Strafrechtes einsetzt, so daneben verhalten.
    Ich weiss nicht, was Sie mit Ihren Äusserungen bezwecken wollen, doch solche Unterstellungen sind völlig fehl am Platz.
    Sie sind jemand, den man nicht ernst nehmen sollte.
    Wer viele Freunde hat, der hat auch seine Gegner!
    Herr A. Müller, überdenken Sie Ihre Thesen nochmals und schiessen Sie auf Personen, die es verdient haben!
    Es grüsst Sie
    Erich Rüesch

  5. Herr Rüesch, dass es in der Justiz erhebliche Mängel gibt, bestreitet doch kaum jemand. Darum geht es doch bei meinem Artikel gar nicht!

    Meine Kritik an die Adresse von Rickli ist berechtigt und dazu stehe ich. Die mögliche Mitgliedschaft von Rickli in der Rechtskommission hat politische Gründe und nicht etwa fachliche. Diese Mitgliedschaft ist kein Kompetenzbeweis. Rickli ist jung und weiss offenbar noch zuwenig vom Leben. Mir sind die von Rickli vertretenen Thesen zu holzschnittartig und undifferenziert.

    Rickli ist in ihrer Partei allerdings nicht die Einzige, die solche Thesen vertritt. Sie haben die primitive Äusserung von SVP-Ständerat This Jenny in der Sendung Sonntalk vielleicht mitbekommen. In der Diskussion über die Tötung von Adeline M. durch Anthamatten meinte er: «Dem sollte man die Eier abschneiden!»

    Ich halte von solch drastischen Massnahmen genauso wenig wie von Scharia-Strafen. Der Zusammenhang mit der Tötung und „Eier abschneiden“ ist mir nicht klar. Soweit ich informiert bin, berichteten die Medien bislang nicht über einen sexuellen Übergriff auf die Therapeutin. Die Tötung dürfte vielmehr im Zusammenhang mit der Flucht und möglichen sadistischen Zügen des Täters stehen. Insofern ist die Äusserung von This Jenny nicht nur primitiv, sie ist auch noch völlig deplatziert.

    Rickli wiederum nutzt den Vorfall und die Empörung darüber auf populistische Weise um eine alte SVP-Forderung erneut aufs Tapet zu bringen. Auch das ist völlig deplatziert. Adeline M. wurde nicht getötet, weil Anthamatten nicht verwahrt worden ist, sondern weil die Sicherheit vernachlässigt wurde.

    Ich habe im einem Blogartikel konkret geschrieben was zu tun wäre um die Sicherheit zu erhöhen. Das Wort Verwahrung kommt dort überhaupt nicht vor. Weil es wieder ein anderes Thema ist.

    Herr Rüesch, Politiker wie Rickli machen Politik und die Resultate von dieser Politik sind nicht immer das Beste für unser Land. Politiker entscheiden über Dinge, von denen sie oft keine Ahnung haben, vergessen Sie das nicht!

  6. Herr Alexander Müller

    Die Aussage von This Jenny war dumm, zugegeben.

    Bleiben wir bei Natalie Rickli. Glauben Sie mir, Sie bereitet sich minutiös auf alle Vorstösse vor, hinterfragt, recherchiert, liest Gutachten, redet mit Fachleuten, ja Sie besucht sogar Gefängnisse. Natalie Rickli weiss genau von was sie redet.

    Eine Frage an Sie: Sind Sie Experte in diesem Fach? Sie scheinen ja genau zu wissen was zu tun ist damit solche Gräueltaten nie mehr vorkommen. Sie haben das Rezept für all die Wiederholungstäter, na wunderbar, toll! Sie sind der Beste, bravo.

    Was mich ebenfalls stört ist, wenn Sie verachtungsvoll von „Rickli“ schreiben.

    Tut eine Politikerin alles um Missstände aufzuzeigen; macht Vorschläge usw. wird sie von gewissen Kreisen kritisiert und in der Luft zerrissen. Für was sind denn Politiker, Politikerinnen da? Vom Volk gewählte Parlamentarier/innen haben die Aufgabe auf der Polit-Ebene das Volk würdevoll mit allen Mitteln die zur Verfügung stehen, zu vertreten.

    Ihren Leistungsausweis hat Natalie Rickli bei den letzten Wahlen 2012 mit Abstand mit den meisten Stimmen (145‘776 ) erhalten, warum wohl?

    Herr Müller, das Ziel von allen sollte doch sein, dass solch ein Fall nie mehr vorkommt. Die das zu verantworten haben muss man zur Rechenschaft ziehen.

    Ich kenne Natalie Rickli lange genug, um sagen zu können; sie ist auf dem richtigen Weg! Sie setzt sich ein für eine Politik, die dem Volke zugute kommt.

    Nun, die schreibende Zunft macht alles um Aufmerksamkeit zu erwecken, da ist jedes Mittel recht. Natalie Rickli haben Sie Herr Müller total falsch eingeschätzt und dargestellt. Das Bild, dass Sie von ihr malen entspricht nicht dem Original!

    E. Rüesch

  7. Herr Rüesch, Natalie Rickli hat grad mal eine KV-Lehre absolviert und ein paar Weiterbildungskürsli besucht. Insofern finde ich es schon erstaunlich, wenn Sie ihr gegenüber voller Lobes sind und ihr soviel zutrauen. Selbst wenn es so sein sollte, dass Rickli Gutachten liest, woher wissen Sie, dass sie diese verstanden hat und richtig einordnen kann?

    Zu Ihrer Frage an mich, ich denke durchaus, dass ich von der Materie eine Ahnung habe. Darum schreibe ich ja darüber.

    Und seien Sie doch bitte nicht naiv. Die Vorschläge von Rickli sind bestimmt in der Partei abgesprochen. Möglicherweise kommen sie noch nicht einmal von Rickli. Es ist ja offensichtlich, wer ihr politischer Pate ist.

    In der SVP werden junge Frauen von alten Männern portiert. Einige sind Töchter von SVP-Nationalräten. Mich erinnert das etwas an Erbmonarchien. Ich gehe davon aus, dass diese jungen Mädels ihren Ziehvätern gut zuhören und sagen, was diese hören wollen. Rickli erinnert mich stets an Blocher und Rutz, wenn sie spricht.

    Eklat wegen Rickli in der SVP-Fraktion

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