Alexander Müller: Wie es wirklich war

Von Alexander Müller veröffentlicht am 28. Juni 2012 | 12.131 mal gesehen

Gestern warf mir Marcus Knill in einem Filmbeitrag von Keystone vor, schwere Kommunikationsfehler begangen zu haben. Es wurde mir unterstellt, dass ich gelogen hätte, dass ich laviert hätte und dass ich geschwiegen hätte. (Zum Filmbeitrag)

Diese Vorwürfe weise ich von mir. Wie es wirklich war:

Ich war am Sonntag dem 24.06.2012 von ca. 11.00 Uhr bis ca. 20.40 Uhr nicht zuhause und konnte daher weder das Ausmass der Medienberichterstattung erkennen, noch darauf reagieren. Nachdem ich zuhause war, musste ich mir erst einen Überblick verschaffen. Meine ersten Reaktionen gingen kurz nach 21.00 Uhr an die Medien.

Später verlangte ich vom Tagesanzeiger noch, die Bildmanipulation zu entfernen. Ich war über den Artikel entsetzt, der mich als jemanden hinstellte, der zur Kristallnacht aufrief und dies mit dem Bildausschnitt und dem reisserischen Titel untermauerte. Daher wollte ich, dass die Bildmanipulation entfernt wird.

Wieso habe ich am Montag nichts von mir hören lassen?

Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch keinen Überblick über die gesamten mir in den Medien gemachten Vorwürfe. Man muss sich vorstellen, dass ich zahlreiche Email-Anfragen bekam, überall Medienberichte über mich erschienen usw. Ich ging am Montag zur Arbeit und informierte meinen Vorgesetzten aus erster Hand über die Sache. Er wusste aus den Medien bereits davon. Im Verlauf des Vormittags wurde ich von meinem Arbeitgeber mit sofortiger Wirkung freigestellt und das Arbeitsverhältnis wurde gekündigt. Ich packte dann meine Sachen im Büro und ging mit dem ÖV nachhause wo ich gegen Mittag ankam. Ich war zu diesem Zeitpunkt erst einmal geschafft. Dies da ich zum einen in der Nacht auf Montag nur schlecht geschlafen hatte und mich das ganze Theater in den Medien und die Freistellung doch sehr mitnahm. Deshalb ging ich erst einmal ins Bett um mich auszuruhen. Am späteren Nachmittag bemühte ich mich um Rechtsberatung, es gelang mir an diesem Tag noch nicht, diese zu bekommen. Bis zu diesem Zeitpunkt gaben nach meiner Kenntnis gegenüber den Medien einzig Herr Urs Fehr und Herr Roger Liebi von der SVP Interviews zu diesem Fall.

Am frühen Dienstagmorgen war die Hausdurchsuchung. Anschliessend war ich beim Staatsanwalt. Als ich dann gegen Mittag mit dem ÖV nachhause kam, hatte ich weder einen Computer noch ein Handy. Ich konnte somit nur noch im TV mitverfolgen was mir vorgeworfen wurde und hätte nur noch mit dem Fixtelefon reagieren können. Zu diesem Zeitpunkt konzentrierte ich meine Tätigkeit auf die Suche nach einem Anwalt bzw. versuchte eine Rechtsberatung zu erhalten. Das beschäftigte mich den ganzen Nachmittag. Am frühen  Abend gegen 18.00 Uhr suchte ich Herrn Urs Fehr auf. Dieser konfrontierte mich mit der Medienmitteilung von Herrn Roger Liebi. Worauf ich Herrn Fehr gegenüber erklärte, dass ich unter den gegebenen Umständen beabsichtige aus der SVP auszutreten und meine Ämter niederzulegen. Um 19.00 begann die Vorstandssitzung bei der ich alle Vorstands-Mitglieder über die Sache orientierte und meine Rücktrittserklärung bekannt gab. Der Vorstand begrüsste meinen Entscheid. Mein Wunsch, an der Medienkonverenz vom Mittwoch teilzunehmen,  um eine Stellungnahme abzugeben, wurde nicht von allen Vorstandsmitgliedern geteilt. Die Mehrheit entschied jedoch für mein Anliegen. Nach der Vorstandssitzung konnte ich mir am späten Abend von einem Freund einen Labtop borgen und hatte somit wieder Zugang zum Internet und zu meinen Emails. Aber ich war erst gegen 23.00 Uhr wieder zuhause.

Am Mittwochnachmittag war die Medienkonferenz.

Wie Herr Knill dazu kommt mir vorzuwerfen gelogen, lamentiert  und geschwiegen zu haben, kann ich nicht nachvollziehen. Ich bin kein Unternehmen, das eine Kommunikationsabteilung und eine Rechtsabteilung hat. Ich bin ein Mensch, der zum Medienthema wurde und mit einer Freistellung sowie einem Strafverfahren konfrontiert ist. Als solcher kann ich alleine nicht alles gleichzeitig erledigen und zudem nimmt mich die Sache auch mit. Ausserdem kann und will ich aufgrund des laufenden Verfahrens nicht umfassend informieren.

Ich bitte darum, von Unterstellungen wie „er hat gelogen“ oder er hat „lamentiert“ Abstand zu nehmen.

Frau Michele Binswanger vom Tagesanzeiger werfe ich vor, dass sie mir nicht genügend Zeit gab um zu reagieren. Ich erhielt von ihr am Sonntagnachmittag um 15.59 Uhr zwar eine Email auf die Email-Adresse des Blogs mit der Information, dass sie beabsichtigt einen Artikel zu schreiben und der Bitte mich dringend zu melden, doch ich war ja wie gesagt nicht zuhause. Das Mail von Frau Binswanger sah ich erst am Abend, als ich wieder zuhause war und meine Emails checkte. Aufgrund der Tatsache, dass ich gegenüber Frau Binswanger nicht Stellung habe nehmen können, bin ich der Ansicht, dass sie ihren Artikel hätte zurückhaltender formulieren sollen. Aber sie hatte offenbar anderes vor, siehe das nachfolgende Bild:

Das Bild zeigt einen Twitter-Kommentar von Frau Binswanger, welchen diese am Sonntag gemacht hatte, bevor ihr Artikel auf Tagesanzeiger.ch erschien.

Alexander Müller: Wie es wirklich war
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2 Gedanken zu „Alexander Müller: Wie es wirklich war“

  1. Wie der TAGI ‚funktioniert‘ ist mir durch schmerzliche Erfahrung ebenfalls klar. Das ist sicher keine objektive Berichterstattung mehr – sondern Medienhetze in Reinkultur. Da hätte ich ‚bessere Kandidaten‘, wo ich sogar mir handfesten, kriminellen Beweisen aufwarten kann – das interessiert die Presstituierten von der TAMEDIA aber nicht. „Wir bleiben dran.“ – das nennt sich dann ‚Berichterstattung‘. Pfui Teufel.

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