Warum Massenmedien lügen

Von Alexander Müller veröffentlicht am 20. Juli 2014 | 3.202 mal gesehen

Massenmedien sind gewinnorientierte und nach betriebswirtschaftlichen Kriterien geführte kapitalistische Unternehmen, die meist grossen milliardenschweren Konzernen angehören. Sie sind mächtig und üben mit ihrer Berichterstattung Einfluss auf naive Schweizer Staatsanwälte, die Politik, die Wirtschaft und die Öffentlichkeit aus. Nicht umsonst haben sich die Massenmedien selbst zur 4. Gewalt im Staat, neben den eigentlichen Gewalten Legislative, Exekutive und Judikative gekrönt.

Medienschaffende sind wie Geier und Bluthunde stets auf der Suche nach Beute. Sie suchen nach Geschichten, die sich gut verkaufen und die Kasse der Verlage klingeln lassen. Es ist kein Zufall, dass die tägliche Medienberichterstattung von Büsi-, Busen- bzw. Sex- und Blutgeschichten sowie Tratsch- und Skandalberichten nur so strotzt. Leider nehmen es die Medien beim erzählen ihrer Schauergeschichten oft nicht so genau.

Im Jahr 1997 berichtete die Unterhaltungszeitung Blick über das Attentat in Luxor. Beim Attentat in Luxor wurden 62 Personen, darunter 36 Schweizer, von Islamisten getötet. Blick-Journalisten war ein Bild des Tatortes nicht schlimm genug. Deshalb färbten sie eine Wasserspur rot und untertitelten das Bild mit den Worten „Blutspur des Grauens“.

Im Blick publizierte Bildmanipulation
Im Blick publizierte Bildmanipulation

So sah das manipulierte Bild vorher aus. Deutlich erkennbar handelt es sich nicht um Blut und es kann somit auch nicht von einer „Blutspur des Grauens“ gesprochen werden.

Wie das im Blick gezeigte Bild vor der Manipulation aussah
Wie das im Blick gezeigte Bild vor der Manipulation aussah

Während der Kandidatur von Sarah Palin für die US-Vizepräsidentschaft wurde in den Medien eine Bildmanipulation verbreitet, die Sarah Palin im Bikini mit Feuerwaffe zeigt.

Sarah Palin Fake
Sarah Palin Fake

In Wahrheit posierte aber nicht Sarah Palin, sondern eine andere Frau.

Das Original
Das Original

Im Juni 2010 berichteten die Medien über die Erstürmung der Mavi Marmara durch die israelische Armee. Dabei wurden 9 Aktivisten erschossen. Auf dem Schiff anwesende linke Politiker erhoben anschliessend schwere Vorwürfe gegen die israelische Armee und es kam zu einer weltweiten medial geschürten Empörung. Die Zeitung Blick am Abend zeigte, wie Aktivisten einen israelischen Soldaten überwältigten und schrieb dazu „unzimperlich israelische Soldaten auf der Mavi Marmara“.

mavimarmara

Was Blick am Abend mit dem manipulierten Bild nicht zeigte war, dass einer der Aktivisten bewaffnet war. Die Waffe wurde einfach mit einem kleinen Bild überdeckt. In Tat und Wahrheit wurden die Soldaten während der Erstürmung von bewaffneten Aktivisten massiv angegriffen. Die Tötung der 9 Aktivisten geschah wohl in Notwehr. So sah das Original aus:

Deutlich auf dem Original erkennbar,  ein Messer
Deutlich auf dem Original erkennbar, ein Messer

Es gibt noch zahlreiche weiterer solcher Beispiele. Es ist eine Tatsache, dass Medien es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen und immer wieder die öffentliche Wahrnehmung manipulieren. Doch warum manipulieren Medien? Während es in der Werbung hauptsächlich darum geht Produkte oder schöne Frauen attraktiver darzustellen, gibt es bei der Medienberichterstattung verschiedene Motive für Bildmanipulationen. In Frage kommen hauptsächlich wirtschaftliche und politische Motive. Wer Wasser rot färbt will damit die Dramatik erhöhen und mehr Leser anziehen um die Kasse des Verlags klingeln zu lassen. Wer ein Messer weg retouchiert oder ein Fake-Bild einer Politikerin zeigt, der will ein Ereignis falsch darstellen und das Image der Politikerin schädigen. Oft werden auch Skandale und Empörung künstlich durch Manipulation geschürt.

Medien manipulieren und verdrehen mit ihrer Berichterstattung die Realität öfter als viele Leser und offensichtlich auch Schweizer Staatsanwälte wissen. Dass ihre Berichterstattung in der Bevölkerung dennoch eine hohe Glaubwürdigkeit geniesst, zeugt von einer gewissen Naivität und Ignoranz in der Bevölkerung.

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