Richard Wolff: Sympathie für den Schwarzen Block?

Von Alexander Müller veröffentlicht am 28. Januar 2014 | 2.177 mal gesehen

Der linke Zürcher Polizeivorsteher Richard Wolff steht unter heftiger Kritik. Laut der NZZ soll er den schwarzen Block als «interessante Ergänzung» im politischen Leben der Stadt Zürich bezeichnet haben. Der linksradikale Schwarze Block ist in der Vergangenheit mehrfach negativ mit Sachbeschädigung und Gewaltausübung aufgefallen.

RichardWolff_SchwarzerBlock

Mich würde es nicht überraschen, wenn Wolff sich tatsächlich so geäussert hat. Auch seine Wähler dürfte das kaum erstaunen, insofern sind die Rücktrittsforderungen von rechts absurd. Es ist jedoch in der Stadt Zürich gerade Wahlkampf und daher erstaunen sie auch nicht. Richard Wolff ist von der stimmberechtigten Stadtbevölkerung gewählt und kann von dieser am 9. Februar 2014 wieder abgewählt werden, wenn sie das will. So ist das in einer Demokratie normalerweise üblich.

Was ich hingegen bemerkenswert finde, ist die Aussage, die Richard Wolff heute in der Nachrichtensendung von Tele Züri machte. Er meinte, dass in einer Demokratie auch dissidente und abweichende Meinungen Platz haben müssen, auch wenn man diese nicht teilt. Diesen Ball nehme ich gerne auf und hoffe, dass dies nicht nur für linke Politiker gilt. Sprich ich hoffe, dass Wolff und seine Genossen auch anderen zugestehen, was sie für sich in Anspruch nehmen.

Auch rechte Politiker, insbesondere in der Stadt Zürich, können von der Aussage von Richard Wolff noch etwas lernen. Vor allem jene, die ihre Parteikollegen gleich aus der Partei werfen wollen, wenn diese aufgrund einzelner Aussagen in die Kritik geraten. Ein demokratischeres Verhalten würde auch jenen gut stehen.

Es kann es ja nicht sein, dass vorbestrafte Linke für ihre Parteien in den Nationalrat gewählt werden und rechte Politiker einzig aufgrund einzelner Aussagen gleich mit Schimpf und Schande aus der Partei gedrängt werden.

Kinder von Stadtzürcher Polizeivorsteher in Hausbesetzerszene aktiv?

Von Alexander Müller veröffentlicht am 18. Juli 2013 | 1.373 mal gesehen

Laut einem Artikel, der heute im Tagesanzeiger erschienen ist, sollen zwei der drei Söhne von Richard Wolff in der Hausbesetzerszene verkehren. Das ist brisant, denn Richard Wolff ist der Polizeivorsteher der Stadt Zürich und Mitglied der Zürcher Stadtregierung.

Bild: Interview mit Richard Wolff in der Linken WOZ
Bild: Interview mit Richard Wolff in der linken WOZ

Richard Wolff, der selber ein linker Politiker ist, will sich zur Sache nicht äussern. Er findet, dass das die Öffentlichkeit nicht angehe.

Ich bin da anderer Meinung als Richard Wolff. Wenn die Kinder von Regierungsmitgliedern, Polizeivorstehern und Staatsanwälten in der Hausbesetzerszene aktiv sind, dann wirft das ein neues Licht auf das zurückhaltende Vorgehen der Stadtpolizei bei unbewilligten Krawallparties.

Gemäss Tagesanzeiger könnten die Kinder von Richard Wolff an den Krawallen im Binzareal beteiligt gewesen sein. Richard Wolff war damals jedoch noch nicht Polizeivorsteher sondern nur Stadtratskandidat. Dennoch, bereits damals war die Stadtpolizei unter der linken politischen Führung des grünen Stadtrats Daniel Leupi. Von diesem ist bekannt, dass er hin und wieder auch gerne an Demonstrationen teilnehmen würde. Ausserdem hat sich Richard Wolff in der linken Wochenzeitung WOZ bereits zum Thema Binzareal geäussert und ist somit ins Thema involviert, siehe Bild.

Bei den Krawallen im Binzareal vom März 2013 wurde grosser Sachschaden angerichtet und die Bevölkerung gefährdet. Die Polizei verhielt sich jedoch defensiv und es kam zu keinen Verhaftungen. Erst nach drei Tagen wurde in einem besetzen Haus eine Razzia durchgeführt. Zu einem Zeitpunkt als die Polizei sicher sein konnte, dass mögliche belastende Beweise beseitigt sind.

Es ist bedenklich wenn man sieht wie rigide Zürcher Staatsanwälte zuweilen reagieren wenn es darum geht rechte Politiker in die Pfanne zu hauen und wie lasch auf der anderen Seite gegen Linksextreme vorgegangen wird. Dabei entsteht der Eindruck, dass die Zürcher Stadtbehörden befangen, parteiisch und voreingenommen sind.