Wer profitiert von der Personenfreizügigkeit?

Von Alexander Müller veröffentlicht am 7. November 2013 | 1.177 mal gesehen

Das Abkommen über die Personenfreizügigkeit zwischen der Schweiz und der EU ist ein Erfolgsmodell. Doch es profitieren nicht alle davon. Wer profitiert und wer zieht damit den Kürzeren?

Zu den Gewinnern gehören die Arbeitgeber, die Grossgrundbesitzer, die Hauseigentümer und die Vermieter. Sie profitieren von einem Arbeitsmarkt, der einem Schlaraffenland für Arbeitgeber gleicht. Dank der Personenfreizügigkeit strömen zahlreiche gutausgebildete Arbeitskräfte ins Land, die auf dem Arbeitsmarkt die Löhne drücken. Diese Leute wollen ein Haus bauen oder eine Wohnung mieten. Davon profitieren die Grossgrundbesitzer, die Bauindustrie, Immobilienfirmen und die Vermieter. Sie können den Nutzen aus höheren Bodenpreisen, höheren Mietpreisen und der Nachfrage nach Wohnraum ziehen. Mittlerweile ist auch dem Tagi klar, dass es auf absehbare Zeit keine Immobilienblase gibt. Die Einwanderung führt zu einer Bevölkerungszunahme. Davon profitieren auch der öffentliche Verkehr, Versorgungsbetriebe und Dienstleister.

Doch nicht alle profitieren, es gibt Verlierer. Es sind jene, die weniger verdienen, jene, die  keinen Job mehr finden,  jene, die höhere Mieten zahlen müssen und jene, die in überfüllten Pendlerzügen sitzen müssen wenn sie morgens zu ihrem langweiligen und schlecht bezahlten Routinejob eilen.

Am 9. Februar 2014 haben die Schweizer Stimmbürger die Möglichkeit es den Abzockern und Profiteuren heimzuzahlen. Dann können sie über die Masseneinwanderungs-Initiative der SVP abstimmen. Der Bundesrat und seine Zuflüsterer von der Wirtschaft fürchten diese Initiative. Deshalb lanciert der Bundesrat eine Fachkräfteinitiative. Sie hat zum Ziel das Potential inländischer Fachkräfte besser zu nutzen. Mit der Lancierung der Fachkräfteinitiative gesteht der Bundesrat ein, dass das Potential inländischer Fachkräfte bisher ungenügend genutzt wurde. Ansonsten bräuchte es die Fachkräfteinitiative schliesslich nicht.

Notabene: Die Arbeitslosenquote in der Schweiz ist im Vergleich zum Ausland zwar nach wie vor tief, allerdings sollte man da noch ein paar hundertausend Ausgesteuerte im Alter zwischen 18-65 hinzufügen, die nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik aufgeführt werden.