Anti-Blocher-Kampagne

Von Alexander Müller veröffentlicht am 30. März 2012 | 2.324 mal gesehen

Was wir im Moment erleben ist die Demontage des besten Politikers, den die Schweiz seit der Gründung des Bundesstaats je hatte. Bei der grossangelegten Anti-Blocher-Kampagne arbeiten politische Gegner, Oberstaatsanwälte, Königsmörder aus den Reihen der SVP , PR-Strategen und Massenmedien Hand in Hand zusammen. Es hat in der Schweiz Tradition, verdiente Bürger auf perfide Art loszuwerden. Alfred Escher wurde auch auf so eine perfide Art erledigt.

Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass die Ermittlungen gegen Blocher Teil dieser Anti-Blocher-Kampagne sind. Hingegen zweifle ich daran, dass die Oberstaatsanwaltschaft Blocher etwas wird anhängen können. Aber das zählt nichts, denn der Schaden ist dank der negativen Berichterstattung in den Medien längst eingetreten. Thomas Borer wurde von Deiss auch zum Rücktritt gezwungen obwohl an den gegen ihn im Blick erhobenen Vorwürfe nichts dran war.

Irgendwann wird Blocher resigniert aufgeben. Denn was er tut, das hat er aus Liebe zur Schweiz getan und weil er ganz offensichtlich ein leidenschaftlicher Politiker ist. Er ist einer, der sein Herzblut für sein politisches Engagement gegeben hat. Für Geld hat er es mit Sicherheit nicht getan. Sein Geld hat er in der Privatwirtschaft verdient. In der Privatwirschaft verdient man wesentlich besser als in der Politik. Zudem ist man in der Privatwirtschaft nicht so stark exponiert wie in der Politik.

Politiker haben einen undankbaren Job. Es wird mit knallharten Bandagen gekämpft. Am meisten schmerzen übrigens nicht die Vorwürfe von politischen Gegnern. Die gehören zum Geschäft, das muss man aushalten können. Am meisten schmerzen die Vorwürfe und Angriffe aus den eigenen politischen Reihen. Königsmörder, innerparteiliche Rivalen und Konkurrenten fügen die schmerzhaftesten Verletzungen zu.

Unser politisches System hat einen Nachteil. Es funktioniert nur bei intelligenten und gut informierten Stimmbürgern optimal. Politiker, die in einer Demokratie gewählt werden wollen, müssen die Gunst der Wähler gewinnen. Um zu verhindern, dass nur noch PR- und Marketing-Experten gewinnen, müssen die Stimmbürger wissen was Sache ist. Leider wissen sie das immer weniger. Die Welt wird zum einen immer komplexer und verändert sich zum anderen immer schneller. Zudem kann eine umfassende Information nur durch eine differenzierte Medienberichterstattung stattfinden. Doch eine differenzierte Medienberichterstattung wird immer seltener. Die Berichterstattung unserer Massenmedien wird immer oberflächlicher und schlechter. Meist hat man es nur noch mit Sensationsjournalismus und PR-Journalismus zu tun. Die grossen Verlagshäuser decken zudem nur ein Meinungsspektrum ab. NZZ, Tagi und Blick decken lediglich ein mittelinks-orientiertes Meinungsspektrum ab.

Das folgende Bild fand ich auf dem Blog des Grünen Daniel Goldberg. Neben dem Bild konnte man noch folgendes lesen: „Bye bye Christoph! Das schwarze Schaf ist raus aus dem Bundesrat! Endlich ist es soweit, Blocher wurde aus dem Bundesrat ausgeschafft.“

Nicht mehr in den Bundesrat gewählt wurde Blocher im Dezember 2007. Dafür wurde er 2011 in den Nationalrat gewählt. Kurz darauf gingen die Anti-Blocher-Kampagnen weiter.