Imagekampagne für Mohammed

Von Alexander Müller veröffentlicht am 8. Februar 2015 | 1.540 mal gesehen

Medienberichten zufolge plant ein dem fundamentalistischen IZRS nahes Komitee eine Image-Kampagne für den islamischen Propheten Mohammed. Sie wollen damit das schlechte Image des islamischen Propheten aufpolieren. Das hat der islamische Prophet bitter nötig. Mohammed ist eine umstrittene Figur, die an Raubüberfällen, Kriegen und Hinrichtungen beteiligt war und Sex mit einer Minderjährigen gehabt haben soll. Historische Bilder und Karikaturen zeugen davon.

Darstellung von Mohammed bei der Teilnahme an einer wahrscheinlich von ihm in Auftrag gegebenen Enthauptung.
Darstellung von Mohammed bei der Teilnahme an einer wahrscheinlich von ihm in Auftrag gegebenen Enthauptung.

In der Vergangenheit gab es aufgrund von Mohammed-Karikaturen mehrere weltweite Tumulte mit Toten sowie zahlreiche Morddrohungen gegen Karikaturisten. Im Januar 2015 stürmten radikale Muslime gar die Redaktion des religionskritischen französischen Satiremagazins Charlie Hebdo und töteten mehrere Menschen. Nun soll also das Image des umstrittenen Propheten des Islams mit einer Kampagne aufpoliert werden.

So soll an Schweizer Bahnhöfen für das Image von Mohammed geworben werben
So soll an Schweizer Bahnhöfen für das Image von Mohammed geworben werben

Ich habe grundsätzlich nichts gegen solche Imagekampagnen, wenn gleichzeitig Religionskritik inklusive Kritik an Religionsstiftern in der Schweiz zugelassen wäre. Leider ist dies aufgrund des Antirassismusartikels und des Schweizer Blasphemieartikels nur sehr stark eingeschränkt möglich. Ja, richtig gelesen, die angeblich säkulare Schweiz hat wie Pakistan einen Blasphemieartikel, der im völligen Widerspruch zu den Errungenschaften der Aufklärung steht. Die liberalen Gründer unseres Bundesstaats dürften sich im Grabe umdrehen, wenn sie davon wüssten.

Religionskritiker müssen in der Schweiz aufpassen was sie sagen, wenn sie nicht wegen angeblicher Herabsetzung religiöser Gefühle oder gar Rassismus verurteilt werden wollen. Gleichzeitig dürfen Religionsvertreter und Sektierer aber für ihre Religionen werben und Imagekampagnen durchführen. Einmal mehr zeigt sich, wie unfair und ungerecht die Gesetze im Schweizer Rechtsstaat sind.

Die einzige Religion, die in der Schweiz seit der Aufklärung problemlos kritisiert werden darf, ist das Christentum. Kritik an anderen Religionen, vor allem dem Judentum und dem Islam, sind weitgehend tabu.

Dabei wäre neben dem Christentum auch das Judentum und der Islam kritikwürdig. Das Judentum ist eine Religion, die sich fast bis zur Steinzeit zurückverfolgen lässt. Insofern sollte bei dieser Religion durchaus noch die Frage gestellt werden dürfen, wie zeitgemäss sie im 21. Jahrhundert noch ist. Ebenfalls kritikwürdig ist der Umstand, dass es für Nichtjuden nur schwer möglich ist Jude zu werden. Ohne Heirat in eine jüdische Familie ist es äusserst schwierig. Ein Konvertierungswilliger muss offenbar von einem Rabbi akzeptiert werden. In einem gewissen Sinn könnte man derart strenge Konvertierungsbedingungen durchaus als eine Art religiösen Rassismus betrachten. Es ist schon etwas sonderbar wenn einer oder mehrere Sterbliche darüber entscheiden ob einer Mitglied einer Religionsgemeinschaft sein darf oder nicht. In christlichen und muslimischen Gemeinden ist es da schon wesentlicher einfacher Mitglied zu werden, da genügt in der Regel ein Glaubensbekenntnis.

Aber lassen wir das einmal  einfach so dahingestellt, sonst droht mir noch eine Anzeige wegen angeblicher Herabsetzung von Religionen. Freies Denken ist in der Schweiz ja nur unter dem Vorbehalt möglich, dass man seine Gedanken für sich behält.

Hautpsache die religiösen Menschen dürften in der angeblich säkularen Schweiz fast alles und werden durch eigens für sie geschaffene Sondergesetze geschützt. Es ist ja in der angeblich säkularen Schweiz sogar üblich, dass sich Bischöfe und andere Religionsvertreter in politische Diskussionen einmischen und moralische Werturteile mithilfe der Massenmedien verbreiten.

Imagekampagne für Mohammed
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