Hut ab vor Evander Holyfield!!!

Von Alexander Müller veröffentlicht am 21. Dezember 2008 | 1.739 mal gesehen

Mit Interesse habe ich den 12 Runden dauernden Boxkampf zwischen Evander Holyfield und  Nikolai Walujew auf SF2 verfolgt. Es war eindrücklich, wie der grosse Amerikaner Holyfield seinen Kontrahenten Walujew, den Riesen aus Russland, über den Boxring scheuchte.

Evander Holyfield vs Nikolai Walujew

Der 46 jährige Evander Holyfield hat das Publikum mit seiner guten Kondition überrascht und damit dessen Sympathien im Sturm erobert. Er war klar der schnellere Boxer im Ring. Zum Sieg hat es dennoch knapp nicht gereicht. Die beiden europäischen Kampfrichter sahen ihren Schützling aus Russland vorne, der Kampfrichter aus Panama sah ein Unentschieden. Sie entschieden mit 114:114, 116:112 und 115:114 für den Russen. Leider war kein amerikanischer Ringrichter vor Ort. Sicherlich hat Walujew auch vom Weltmeisterbonus profitiert. Ein Herausforderer muss mehr leisten wenn er gewinnen will, das ist klar.

Dennoch Respekt vor Holyfield!  Ein Mann der im Alter von 46 Jahren besser aussieht und fitter ist als so mancher 20 Jährige ist selten. Holyfield hat aber gezeigt und bewiesen, dass es solche Männer noch gibt! Der 2.13 Meter Riese Walujew ist erst 35 Jahre alt. Im Kampf gegen Holyfield sah er jedoch älter aus als jener. Walujew ist langsam und zuwenig offensiv. Er entfaltet seine Kampfkraft, die er aufgrund seiner Grösse haben sollte nicht. Er ist zuwenig aggressiv und gleicht eher einem trägen und schwerfälligen russischen Bären als einem dynamischen und offensiv kämpfenden Tiger.  Walujew sollte zudem seine Fettpölsterchen wegtrainieren. Sein Körper war im Vergleich zum durchtrainierten Body von Holyfield geradezu schwabelig. Das macht keine gute Falle vor dem Publikum.

Noch eine Bemerkung zum Boxsport im Allgemeinen: Es ist erstaunlich wie wenig Ahnung vom Boxsport heutige Sportreporter haben. Sie sind auf ältere Männer angewiesen, die ihnen erklären auf was es beim Boxsport ankommt und auf was die Kampfrichter schauen. Dies macht deutlich, dass der Boxsport in einer Krise ist. Die grossen Zeiten mit Leuten wie Muhammed Ali, George Foreman, Mike Tyson und Evander Holyfield sind vorbei. In Amerika fehlt es an gutem Nachwuchs und die Boxer aus dem Ostblock kommen an die Klasse der grossen Amerikaner früherer Zeiten nicht heran. Nachdem der Boxsport in den USA zu einem Auslaufmodel verkommen ist, scheint man zu hoffen, dass er wenigstens noch in Europa wieder etwas aufblüht.

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