Gripen: Angstmacherei von Ueli Maurer ist lächerlich

Von Alexander Müller veröffentlicht am 16. April 2014 | 1.878 mal gesehen

Wie sehr die Gripen-Beschaffung Ueli Maurer zu schaffen macht, konnte man heute in der Sendung Rundschau sehen. Allzu belastbar scheint der Mann nicht zu sein. Souverän kam er mit seinen deplatzierten und geradezu unanständigen Bemerkungen jedenfalls nicht herüber.

Um was geht es?  Die SVP und einige Schönwetter-Offiziere unserer Armee wollen die alten Tiger mit 22 Gripen ersetzen. Geplant ist, diese für den Luftpolizeidienst einzusetzen. Mit anderen Worten für Einsätze wie die Luftüberwachung beim WEF oder für das hinaus Eskortieren von deutschen Kampfflugzeugen, die sich an der Grenze zwei bis drei Meter in den Schweizer Luftraum hinein verirrt haben.

Wozu die Gripen garantiert nicht ausreichen, ist für das Abwehren von schweren Luftangriffen.

Die Anschaffung der Gripen ist zum jetztigen Zeitpunkt insbesondere bei einem Planungshorizont bis 2050 nicht dringend. Bei einem derart langen Planungshorizont können wir uns auch noch ein paar Jahre länger Zeit mit der Beschaffung von Kampfflugzeugen lassen. Diese Zeit könnten wir nützen um weitere Kampfflugzeuge und andere Waffensysteme zu testen. Die Zwängerei des Bundesrats ist also völlig deplaziert.

Warum hat es Bundesrat Maurer nötig Ängste zu schüren? Hofft er bei der Abstimmung über die Gripenfinanzierung auf die Unterstützung einer verängstigen bzw. überängstlichen Bevölkerung?

Zu dieser gehört offenbar auch unser oberster Soldat. Wenn er furchtloser wäre, würde er wohl weniger Wasser und dafür etwas mehr Wein in seinem Keller horten. Soviel Wasser in einem Land wie der Schweiz im Keller zu Horten, wie es unser oberster Soldat tut, ist ein Unsinn. Es wäre sicher sinnvoller die Sicherheitsstandards bei der Wasserversorgung zu erhöhen.

So könnten man z.B. ein paar Forellen im Wasser schwimmen lassen und sie beobachten. Sollten sie mit dem Bauch nach oben schwimmen, könnte es am Wasser liegen. Das wird z.T. wahrscheinlich sogar schon gemacht. Auch eine dezentrale Wasserversorgung macht Sinn, da Täter dann einen grösseren Aufwand betreiben müssten um sämtliche Wasserreservoirs unseres Landes zu kontaminieren.

Klar im Vorteil ist natürlich auch, wer eine eigene Quelle auf seinem Grundstück hat und über einen Atombombenbunker mit Selbstschussanlagen, Waffenarsenal, Luftfiltern, eigener Wasser- und Energieversorgung und einem Lebensmittelvorrat für 10 Jahre verfügt. Eine ausgeprägte Paranoia kann bei der Beschaffung von all dem von grossem Nutzen sein.

Ich frage mich, ob die Schweizer Luftwaffe in der Lage wäre, in den Schweizer Luftraum eindringende F-22 Raptor zu erkennen, bevor diese unsere Militärflugplätze zerstören. Hier ein kleiner Überblick, über das,  was es derzeit gibt.

Bis 2050 könnten sogar Laserwaffen, die auf Satelliten, Kriegsschiffen oder Flagtürmen stationiert sind, zum Einsatz kommen. Ich möchte von Ueli Maurer und seinen Zuflüsterern mal hören, wie sie mit dem Gripen einen Laserangriff aus dem All abwehren wollen. Bei einem Planungshorizont bis 2050 sollte das wohl in die Planung miteinbezogen werden. Aber dazu mangelt es unseren Sicherheitsverantwortlichen wohl an Weitblick. Mich erinnert das an die französischen Generäle im 2. Weltkrieg, die Frankreich mit Strategien aus der Zeit des 1. Weltkriegs verteidigen wollten. Frankreich baute in den 1930er Jahren die Maginot-Linie. Als es ernst wurde, erwies sie sich als nutzlose Fehlinvestition.

PS: Einige Ideen, wie z.B. jene von Flugzeugen, die von U-Booten starten, sind nicht neu. Es gab bereits im 2. Weltkrieg U-Boot Flugzeugträger. Es handelte sich dabei um japanische U-Boote der I-400 Klasse. Die Amerikaner übernahmen nach dem Krieg deutsche und japanische Technologie und bauten mit Raketen bestückte Atom-U-Boote. Auch die Stealth-Technologie ist nicht wirklich neu. Bereits im 2. Weltkrieg bauten Deutsche und Japaner U-Boote die Radarwellen absorbieren und ablenken konnten.

Auch die Idee des Stealth-Bombers bzw. eines Bombers mit Tarneigenschaften gegenüber Radar stammt bereits aus der Zeit des 2. Weltkriegs. Schweizer Luftwaffenverantwortliche und der Bundesrat scheinen selbst heute noch nicht begriffen zu haben wie wichtig Tarneigenschaften bei Kampfflugzeugen sind.

Gripen: Angstmacherei von Ueli Maurer ist lächerlich
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2 Gedanken zu „Gripen: Angstmacherei von Ueli Maurer ist lächerlich“

  1. „Ich möchte von Ueli Maurer und seinen Zuflüsterern mal hören, wie sie mit dem Gripen einen Laserangriff aus dem All abwehren wollen.“ – Gar nicht, die militärische Nutzung des Alls ist seit dem tiefsten kalten Krieg durch internationale Abkommen ausgeschlossen. Von Kriegsschiffen geht für die Schweiz naturgemäss keine Bedrohung aus.
    Übrigens: Seit einigen Jahren schon ist die schweizerische Oerlikon Contraves erfolgreich mit der Entwicklung einer Flugabwehr-Laserwaffe beschäftigt.

    „Auch die Idee des Stealth-Bombers bzw. eines Bombers mit Tarneigenschaften gegenüber Radar stammt bereits aus der Zeit des 2. Weltkriegs. Schweizer Luftwaffenverantwortliche und der Bundesrat scheinen selbst heute noch nicht begriffen zu haben wie wichtig Tarneigenschaften bei Kampfflugzeugen sind.“ Der Gripen ist durch Material sowie die kleinere Grösse bereits recht gut gegenüber Radar getarnt, deutlich besser als der Rafale oder Euro Fighter.

  2. Herr Ziltener, ich kenne die von Ihnen erwähnten Abkommen nicht im Detail und weiss auch nicht zwischen wem diese abgeschlossen wurden. Die Geschichte zeigt jedoch, dass solche Abkommen nicht immer und ewig eingehalten werden. Im militärischen Bereich ist hier zum Beispiel der Hitler-Stalin-Pakt zu nennen. Selbst die Genfer-Konventionen werden ja immer wieder missachtet.

    Zum Gripen: Den Gripen, den die Schweiz will, gibt es ja erst auf dem Papier. Wir können uns die Fantastereien über dessen Eigenschaften sparen. Solange der Flieger nicht real existiert, können wir nur die bisher gebauten Gripen als Referenz heranziehen und deren Testergebnisse sind eben nicht über alle Zweifel erhaben.

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