Frivole Love Life Kampagne des Bundes

Von Alexander Müller veröffentlicht am 7. August 2014 | 2.077 mal gesehen

Was mich immer wieder verblüfft ist die Widersprüchlichkeit in unserer Gesellschaft. Wenn eine einfache Bundesangestellte in ihrer Freizeit Nacktbilder von sich im Internet publiziert, wird sie freigestellt. Dies, nachdem sie deswegen Opfer einer Medienhetzkampagne wurde, bei der sich Medien hervor taten, die selber gerne Nacktbilder zeigen.

Ich halte diese Freistellung für falsch. Ein Arbeitgeber, der selber frivole Bilder in der Öffentlichkeit verbreitet, sollte keine Angestellte freistellen, die es ihm gleich tut. Der Bund macht sich damit unglaubwürdig.

Die folgenden frivolen Bilder gehören zur Love Life Kampagne des Bundesamts für Gesundheit.

Love Life Plakat des Bundesamts für Gesundheit
Love Life Plakat des Bundesamts für Gesundheit
Mit Bildern wie diesem führt das Bundesamt für Gesundheit ihre Stopp-Aids Kampagne durch.
Mit Bildern wie diesem führt das Bundesamt für Gesundheit eine Stopp-Aids Kampagne durch.

Wird der Bund wegen dieser Bilder erpresst? Wohl kaum.

Es wäre wohl an der Zeit, dass der Bund auch lebt, für was er im ganzen Land mit frivolen Plakaten wirbt. Es gibt zuviel Bigotterie im Land, wir brauchen nicht noch mehr.

Im Blick ist nackte Haut keine Seltenheit
Auch in vielen Zeitungen, wie hier beim Blick, ist nackte Haut keine Seltenheit
Frivole Love Life Kampagne des Bundes
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4 Gedanken zu „Frivole Love Life Kampagne des Bundes“

  1. Ich habe diese Sache nicht genau verfolgt, aber gemäss NZZ wurden die Nackt-Bilder vom Arbeitsplatz aus dem Bundeshaus versandt. Das sieht mir nicht gerade nach „in der Freizeit“ aus…

    Zudem ist es schon nicht das gleiche, wenn man versucht eine zielgruppengerechte Kommunikationskampagne zu lancieren. Wie gut oder schlecht die ist, ist ein anderes Thema, aber im Rahmen des erwünschten Vorhabens ist diese Art der Kampagne keineswegs abwegig.

  2. Herr Monaro, auch am Arbeitsplatz haben Menschen das Recht auf eine Pause. So dürfen Angestellte in der Schweiz in der Regel einmal am Morgen, am Mittag und einmal am Nachmittag Pause machen. Was die Frau in ihrer Pause macht, ist ihre Sache. Abgesehen davon betrifft dieser Aspekt einen Nebenkriegsschauplatz, der vom eigentlichen Thema ablenkt.

    Denn seien Sie doch ehrlich, die Frau wurde nicht deshalb freigestellt, weil sie während der Arbeitszeit ein paar Fotos von sich gemacht hat. Das würde ja lediglich ein paar Sekunden in Anspruch nehmen und wäre weniger schlimm als wenn sie alle 15 Minuten eine Zigarettenpause von 10 Minuten einlegen würde. So wie das einige andere tun.

    Das Problem war, dass sie aufreizende Fotos von sich machte und/oder machen liess und verbreitet hat. Das ist es, was einigen nicht passt. Darum geht es! Also beim Thema bleiben.

    Nochmals zum Bund, der Bund hält es offenbar für vertretbar jene Bilder zu zeigen, die er in der Schweiz für seine Love Life Kampagne verwendet. Also sollte er es konsequenterweise auch für vertretbar halten, wenn eine Bundesangestellte ähnliche Bilder von sich verbreitet. Ansonsten wird mit verschiedenen Ellen gemessen und das ist einfach nicht redlich und moralisch verwerflich.

    Jene die sich moralisch verwerflich verhalten sind also nicht jene, die aufreizende Bilder von sich zeigen, sondern jene die Wasser predigen und für sich selber Wein in Anspruch nehmen. Dazu gehören im übrigen auch jene Medien, die jetzt scheinheilig hinterfragen ob die Frau beim Bund noch tragbar ist oder nicht und selber regelmässig sexistische Sprüche und Nacktbilder im Internet und via Printmedien verbreiten. Siehe Bild bezüglich „Nachwuchs-PO“. Frage an Sie Herr Monaro, was glauben Sie, wie viele Frauen gerne „Nachwuchs-PO“ genannt werden wollen?

  3. Moralisch verwerflich oder nicht. Ich würde es auch nicht schätzen, wenn meine Mitarbeiter Nacktfotos vom Arbeitsplatz aus publizieren würden. Genauso, wie es sich versteht, dass auch andere Dinge nicht vom Arbeitsplatz aus gemacht werden sollen. Es geht nicht um die eingesetzte Zeit, des geht um den Ort, die Institution, die repräsentiert wird. In gewissen Firmen darf man ja nicht mal ohne Anzug und Krawatte erscheinen. DAs ist das Recht des Arbeitgebers Bedingungen und Standards zu verlangen. Zeiten Sie mir eine Firma, die das Versenden von Nacktfotos vom Arbeitsplatz aus gutheissen würde – ausser dem Beate-Uhse-Versand vielleicht.

  4. Herr Monaro, der Bund verbreitet ja selber im Rahmen seiner Love Life Kampagne im ganzen Land Nacktfotos. Wie stehen Sie dazu? Wie fänden Sie es, wenn eine Männerzeitschrift wie Hustler oder der Playboy eine Sekretärin entlässt, weil sie ein freizügiges Bild von sich im Internet publiziert hat?

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