Einwanderungspolitik

Von Alexander Müller veröffentlicht am 28. April 2013 | 1.727 mal gesehen

Dank einer tiefen Arbeitslosenquote, hoher Löhne, der geografischen Lage und sprachlichen Vorteilen ist die Schweiz ein attraktives Einwanderungsland. Sie hat deswegen keine Schwierigkeiten ausländische Arbeitskräfte zu akquirieren. Insbesondere Deutsche, Franzosen und Italiener kommen aufgrund der Sprache und der Nähe zur Heimat gerne in die Schweiz. Aktuelle Arbeitslosenzahlen zeigen jedoch, dass nicht alle Ausländer von der Schweizer Wirtschaft benötigt werden. 51% aller Arbeitslosen sind Ausländer. Dies bei einem Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung von 23%.

Um einer hohen Ausländerarbeitslosigkeit und Nachteilen eines zu hohen Bevölkerungswachstums infolge Einwanderung entgegen zu wirken, benötigt die Schweiz eine intelligente Einwanderungspolitik. Diese muss auf die Bedürfnisse der Schweizer Bevölkerung, der Wirtschaft und der Umwelt gleichermassen Rücksicht nehmen. Nachteile bei zu hohem Bevölkerungswachstum sind vor allem steigende Mieten, höhere Bodenpreise, höhere Infrastrukturkosten, Lohndumping und ein Anstieg der Kriminalitätsrate.

Um es kurz zu machen, ich stelle die Weiterführung der Personenfreizügigkeit mit der EU in Frage. Wir sollten prüfen ob wir nicht wie Australien ein Punktesystem für die Vergabe von Aufenthaltsbewilligungen einführen sollten. Eine Aufenthaltsbewilligung sollte nur noch erhalten wer eine bestimmte Anzahl Punkte erreicht und einen Arbeitsvertrag vorweisen kann. Kriterien für die Vergabe von Punkten können sein: Sprachkenntnisse, die berufliche Qualifikation, Kulturraum und Alter. Dabei sollte schlechter Qualifizierten Arbeitnehmern nur noch eine Kurzaufenthaltsbewilligung ohne Familiennachzug gewährt werden.

Wie funktioniert das? Nehmen wir an, dass für eine Bewilligung 120 Punkte und ein Arbeitsvertrag benötigt werden. Für exzellente Kenntnisse einer Landesprache werden maximal 30 Punkte vergeben. Für gute Kenntnisse 15. Darunter gar keine. Um die Sprachkenntnisse zu bestimmen muss ein Bewerber einen Test ablegen oder nachweisen, dass eine Landessprache seine Muttersprache ist. Für besonders in der Wirtschaft gefragte berufliche Qualifikationen gibt es bis zu 70 Punkte für weniger gefragte entsprechend weniger. Für Leute bis zu einem Alter von 30 Jahren gibt es 30 Punkte, für Leute bis 35 Jahre 25 Punkte, für Leute bis 40 Jahre 15 Punkte. Leute aus dem europäischen Kulturraum erhalten 20 Punkte, Leute ausserhalb Europas erhalten 10 Punkte oder weniger. Wer 120 Punkte erreicht und einen Arbeitsvertrag vorweisen kann, bekommt eine Bewilligung. Wobei die Aufenthaltsdauer von der erreichten Punktzahl bei der beruflichen Qualifikation abhängig ist.

Mit einem solchen System könnten wir die Einwanderung entsprechend unserer Bedürfnisse steuern.

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Ein Gedanke zu „Einwanderungspolitik“

  1. Ja, das ist eben genau der Punkt, den die Schweiz zu zerreissen droht. Die Linken, die SVP und die Wirtschaft streiten sich. Unser Nation muss, wie Sie richtig schreiben, entscheiden dürfen, wie sie es mit der Einwanderungspolitik halten will und niemand anders. Die Schweiz selbst ist eben seit Urbeginn eine MikroEU, hat die Ideale, die der EU vorschweben, bereits erreicht, braucht deshalb keinen EU Beitritt und muss die Migration selbst kontrollieren. Die Wirtschaft muss einsehen, dass wir, in Anbetracht auch der Arbeitslosenzahl, nicht unlimitiert Leute aus dem Ausland rekrutieren können.

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