Der achte Bundesrat zeugt vom Machthunger der Medien

Von Alexander Müller veröffentlicht am 14. September 2014 | 1.340 mal gesehen

Medien sind mächtig und werden nicht ohne Grund als vierte Gewalt bezeichnet. Sie haben in der Schweiz mitunter sogar mehr Macht als der Souverän. Medien entscheiden mit Ihrer Berichterstattung was wir wahrnehmen und sie beeinflussen wie wir etwas warnehmen. Das kann soweit führen, dass Medien mit ihrer Berichterstattung massgeblich dafür verantwortlich sind ob gewählte Politiker im Amt bleiben dürfen oder gehen müssen.

Der mächtige Medienkonzern Ringier ist noch einen Schritt weiter gegangen. Ringier hat kurzerhand einen achten Bundesrat ins Leben gerufen, den das Medienhaus selbst bestimmte. Es ist eine eindrückliche Machtdemonstration und Anmassung zugleich. Ich finde diese Entwicklung bedenklich. Mir ist eine Demokratie lieber als eine subtile Mediendiktatur.

Was bezweckt Ringier mit diesem Schwachsinn? Will das Medienhaus die Macht im Land ergreifen indem es bestimmen möchte wer Bundesrat wird? Ist das Medienhaus Ringier der Ansicht, dass es bessere Bundesräte bestimmen könnte als die Bundesversammlung?

Ringier inszeniert den 8. Bundesrat mit Wirtschaftsbossen, die diesen Unsinn mitmachen
Ringier inszeniert den „achten Bundesrat“ mit Wirtschaftsführern, die diesen Unsinn wahrscheinlich aus PR-Gründen mitmachen

Okay, vielleicht ist das auch einfach nur ein nicht ernstzunehmender PR-Gag um Geld in die Kassen des gewinnorientierten Medienkonzerns zu spühlen. Medien sind ja bekannt dafür, dass sie sich selber inszenieren und ihre Angestellten mit eigenen Medienpreisen auszeichnen.

Der achte Bundesrat zeugt vom Machthunger der Medien
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