22 Gripen für 10 Luftpolizeieinsätze pro Jahr?

Von Alexander Müller veröffentlicht am 7. Mai 2014 | 1.606 mal gesehen

Die Gripen-Befürworter sind sich ja im Rahmen ihrer Lügenkampagne nicht zu schade uns ein Märchen nach dem anderen aufzutischen. Eines dieser Märchen ist die Behauptung, unsere Luftwaffe würde den Gripen benötigen um ihre Luftpolizeieinsätze bewältigen zu können. Das ist jedoch ein fertiger Witz. Denn Gemäss einer Publikation des Bundes wurden z.B. im Jahr 2012 lediglich zehn Luftpolizeieinsätze von der Luftwaffe geflogen. Das ist weniger als ein Luftpolizeieinsatz pro Monat. Ausserdem wurden von diesen zehn Luftpolizeieinsätzen sechs während des Weltwirtschaftsforums geflogen.

Für das, liebe Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, benötigen wir ganz sicher keine 22 Gripenflugzeuge!

Neben dem Luftpolizeidienst um Millionären und Staatsmännern am WEF zu imponieren oder verirrten Hobby-Piloten bei der Orientierung zu helfen, hat die Luftwaffe noch die Aufgabe den Schweizer Luftraum gegen Angriffe von aussen zu verteidigen. Doch selbst mit den 22 Gripen wäre die Schweizer Luftwaffe nur begrenzt dazu in der Lage. Das zeigt die folgende Milchmädchenrechnung des VBS:

VBS

Das VBS ist der Ansicht, dass die 22 Gripen die Durchhaltefähigkeit der Luftwaffe in Zeiten hoher Spannung und Bedrohung von zweieinhalb Wochen auf fünf Wochen verlängern könnte. Doch reicht das im Ernstfall wirklich aus? Wie sieht es bei schweren Luftangriffen aus? Wie viele Minuten hält die Schweizer Luftwaffe dann stand? Zehn Minuten?

Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, dass Luftkriege lange dauern können. Eine Luftwaffe sollte somit wesentlich länger durchhalten können.

Der zweite Weltkrieg dauerte z.B. fast sechs Jahre lang. Er begann am 1. September 1939 mit dem Angriff auf Polen und Endete am 2. September 1945 mit der Kapitulation Japans. Trotzdem sind unsere kampfunerfahrenen Armeeplaner schon zufrieden, wenn die Luftwaffe bei optimalen Bedingungen ein paar Wochen durchhält. Das ist doch ein realitätsferner Witz von ein paar kampfunerfahrenen Planspielsoldaten.

Alleine die Luftschlacht um England dauerte schon rund 10 Monate! Sie begann im Juli 1940 und endete im Mai 1941. Auch danach waren die Luftwaffen aller Parteien noch fast bis zum Ende des Kriegs im Einsatz.

Somit steht fest, dass die Landesverteidigung bei der Beschaffung der Gripen-Flieger nicht im Vordergrund steht. Denn mit lediglich 22 Gripen und 32 F/A-18 Flugzeugen kann die Luftwaffe die Schweiz ohnehin nicht gegen schwere Angriffe verteidigen.

Die aktuelle Schweizer Luftwaffe ist als ganzes in Frage zu stellen. Die Schweiz sollte eine Luftwaffe haben, die in der Lage ist die Lufthoheit im Schweizer Luftraum zu garantieren. Dies nicht nur in Friedenszeiten! Dazu ist die Luftwaffe jedoch nur begrenzt in der Lage und daran würden auch 22 Gripen nicht viel ändern.

Seien wir ehrlich, die Schweizer Luftwaffe würde im Ernstfall genauso uralt ausgesehen wie die irakische im folgenden Video.

22 Gripen für 10 Luftpolizeieinsätze pro Jahr?
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