Roger Schawinski und das Bankgeheimnis

Von Alexander Müller veröffentlicht am 10. Januar 2012 | 2.902 mal gesehen

Heute war Roger Köppel auf SF1 zu Gast in der Talk Show von Roger Schawinski. Dabei warf Schawinski Köppel vor in Deutschland das Schweizer Bankgeheimnis verteidigt zu haben und nun selber von einer Bankgeheimnisverletzung profitiert zu haben.

Offensichtlich fehlt es Roger Schwawinski an der Fähigkeit zu differenzieren. Als Köppel in Deutschland das Schweizer Bankgeheimnis verteidigte, ging es um einen Fall, bei dem der deutsche Staat zu einem Verbrechen angestiftet hat um an gestohlene Bankdaten zu kommen. Konkret hat der deutsche Bundesnachrichtendienst für gestohlene Bankdaten eine Prämie in Aussicht gestellt. Ein Bankangstellter liess sich dann vom verlockenden Angebot dazu hinreissen Bankdaten zu stehlen um sie dem deutschen Staat auszuhändigen. Brisant ist diese Sache deshalb, weil ein Staat als Hüter des Gesetzes Gesetze achten sollte und sie nicht selber brechen sollte.

Beim Fall Hildebrand war die Sache komplett anders. Ein Mitarbeiter der Bank Sarasin übergab aus Gewissensgründen vertrauliche Bankdaten an einen Vertrauensmann, der diese an Christoph Blocher weiterleitete. Dieser wiederum leitete die Daten an die zuständige Bundesrätin weiter. Entscheidend ist, dass es dabei nie um Geld oder einen persönlichen Profit ging. Es ging einzig darum Missstände aufzudecken. Der Wistleblower nahm dabei sogar seine fristlose Entlassung in Kauf.

Das Roger Schawinski den Fall Hildebrand nun mit der CD-Affäre mit Deutschland vergleicht, ist unredlich. Roger Schawinski kennt offensichtlich den Unterschied zwischen Diebstahl aus Raffgier und Wistleblowing nicht. Leider ist Roger Schawinski damit in der Medienlandschaft nicht alleine. Zahlreiche Journalisten der Printmedien versuchten den Fall Hildebrand herunterzuspielen indem sie Hildebrand einen Glorienschein verpassten und jene, welche die Misstände aufdeckten als „Anschwärzer“ hinstellten.

Bei der Talk Show kreuzte ein Vertreter des Enthüllungs- und Recherchejournalismus die Klinge mit einem Vertreter des Boulevard- und Unterhaltungsjournalismus. Roger Schawinski hat sich dabei eindeutig als Vertreter des Boulevard- und Unterhaltungsjournalismus hervorgetan. Schawinski scheint ein Mensch zu sein, der an der Wahrheit nicht interessiert ist und versucht seine Gesprächspartner manipulativ aus der Reserve zu locken.

So hielt es Schwawinski für notwendig auf den vermeintlichen „Rechtsrutsch“ von Roger Köppel hinzuweisen. Ich hatte das Gefühl, dass dieser Hinweis ein Vorwurf war. Aufgefallen sind mir auch die Sticheleien und pseudopsychologischen Andeutungen von Roger Schawinski. So versuchte Schawinski seinen Gesprächspartner Köppel mehrmals mit Anspielungen auf dessen Kindheit aus der Fassung zu bringen. Zum Glück erfolglos. Solche Sticheleien hat nur nötig, wer keine Argumente hat.