Die Diplomarbeit von Mohammed Atta

Von Alexander Müller veröffentlicht am 7. September 2014 | 1.241 mal gesehen

Religion und Glauben boten seit jeher Menschen Zuflucht, denen es weniger gut ging oder die auf der Suche nach einem Sinn im Leben waren. Religionen waren gleichzeitig aber auch ein Instrument der Macht und Politik. Auch früher schon, wussten mächtige Menschen und Gurus, wie sie Religionen für ihre Zwecke nutzen und Menschen verführen konnten.

Viele fragen sich wie es möglich ist, dass der Westen Tschihadisten hervorbringt. Der Westen ist natürlich nicht ganz unschuldig an dieser Entwicklung. Er unterstützt Regime, die seinen Zwecken nützen, aber alles andere als demokratisch sind. Das sorgt in den von diesen Regimes unterdrückten Völkern für Unmut und Wut. Sie machen für ihr Leid auch den Westen verantwortlich. Dieser Unmut ist gefährlich, er bildet eine Grundlage für extremistische Ansichten und religiösen Fanatismus. Vielleicht müsste sich der Westen hier einmal ein paar Gedanken machen, was er besser machen könnte.

Die reichen Araber, die in der Schweiz, z.B. in Interlaken, im Saus und Braus leben sind jene, die von den Regimes profitieren, welche der Westen unterstützt. Es sind Leute, die meinen, sie könnten sich alles erlauben und es sei nur das Auto irgendwo abzustellen ohne Parkgebühren zu bezahlen oder mit dem Auto mitten in einem Strassentunnel zu wenden. Sie verhalten sich auch in ihren Ländern so, doch darüber schweigen die Schweizer Medien.

Blick-Schlagzeile über die Zustände in Interlaken
Blick-Schlagzeile über die Zustände in Interlaken BE

Auch die Gaddafis waren gerne gesehen Gäste in der Schweiz. Als Gaddafi noch an der Macht war, gab es eine Staatskrise zwischen der Schweiz und Libyen. Grund war ein Zwischenfall in der Schweiz, der zur Verhaftung von Hannibal Gaddafi führte. Angestellte von Hannibal Gaddafi gaben an von diesem misshandelt worden zu sein. Als der Sohn von Gaddafi deswegen in der Schweiz verhaftet wurde, liess Gaddafi umgehend zwei unschuldige Schweizer in Libyen verhaften. Das sagt einiges über die Herrscher aus, mit welchen der Westen zusammenarbeitet. Auch mit Gaddafi machte der skrupellose und scheinheilige Westen Geschäfte um seine Kassen mit Blutgeld zu füllen.

Auch in Ländern wie Dubai und Katar werden Leute aus Indien, Pakistan und anderen ärmeren Ländern aufs Übelste misshandelt und wie Sklaven ausgebeutet. Wir im Westen sehen aber hauptsächlich nur die schönen Gebäude, die von deutschen und britischen Ingenieuren und einem Heer von ausgebeuteten Arbeitern aus Ländern wie Indien, Pakistan usw. auf Sand gebaut wurden. Schweizer Touristiker sorgen sich zudem über ein mögliches Burkaverbot, dass die Söhne und Prinzessinnen arabischer Despoten und Tyrannen irritieren könnte. Diese Leute sind in der Schweiz eben gerne gesehen, da sie hier vieles von ihrem auf welche Weise auch immer erworbenem Vermögen ausgeben. Wie sie zum Vermögen gekommen sind, interessiert die Touristiker weniger als die Banken. Denn die Banken unterstehen im Gegensatz zur Tourismusbranche dem Geldwäschereigesetz. Ethik und Moral spielen hautpsächlich in den Massenmedien eine Rolle. In der Realität spielen diese Werte bei vielen keine Rolle mehr, wenn die Kasse klingelt. Das Fressen kommt eben bei vielen vor der Moral. Viele Schweizer hätten auch Hitler im Heidiland einen Aufenthalt gegönnt, wenn ihre Kasse dafür geklingelt hätte. Dies zumindest solange er noch an der Macht war. Als Flüchtling hätten sie ihn selbstverständlich aus Furcht vor den Siegermächten und aus opportunistischen Gründen nicht mehr genommen. Man sieht dieses Verhalten ja auch bei Schweizer Banken. Diese haben die Gelder arabischer Despoten und Dikatoren gerne genommen, als jene noch an der Macht waren. Nach dem Sturz dieser Despoten und nach dem arabischen Frühling haben sie deren Gelder blockiert. So sieht es in der Realität aus.

Die in der Schweiz, in Deutschland, in England, in Frankreich usw. rekrutierten Tschihadisten sind Leute, die teilweise von Leuten aus Ländern wie Saudi-Arabien und Ägypten beeinflusst werden. Das sind keineswegs nur Verlierer der Gesellschaft. Einige der Attentäter von 9/11 haben an deutschen Universitäten studiert. Das sollte Leuten im Westen und gerade in Deutschland zu denken geben. Was läuft hier falsch? Wie kann es sein, dass Studenten deutscher Universitäten oder Fachhochschulen zu Tschihadisten werden?

Ich habe bereits in einem anderen Artikel einige Gründe dafür genannt, warum Organisationen wie der Islamische Staat auf bestimmte Menschen eine Anziehungskraft ausüben können. Er bietet Sinn im Kampf für Gott und einen Gottesstaat, junge Männer, die in der Schweiz, in Deutschland usw. bloss eine Nummer sind, können sich im Kampf für die IS als Gotteskrieger, Märtyrer und Kämpfer für den Islam profilieren. Sie sind Teil einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten, sie bekommen mehrere gehorsame Frauen, mit denen sie Sex haben und sich fortpflanzen können, die IS bietet Abenteuer und einen Adrenalinkick, der jenem von Extremsportlern nahekommt oder diesen gar übertrifft und sie können wie Mohammed Atta Teil der Geschichtsschreibung werden.

Hier noch ein Film über den Universitätsabsolventen Mohammed-Atta. Vielleicht war ihm der Weg einer akademischen Karriere zu mühsam oder zu langweilig. Wer weiss. Die am Anfang des Films gemachte Klassifizierung von Gut und Böse halte ich übrigens für zu oberflächlich, klischeehaft und plump, aber dafür ist sie politisch korrekt.

Die Diplomarbeit von Mohammed Atta
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