Wie Medien gegen Canyoning hetzen

Von Alexander Müller veröffentlicht am 15. Oktober 2012 | 2.509 mal gesehen

Canonying ist eine Erlebnissportart, bei der eine Schlucht auf verschiedene Arten begangen wird. So z.B. durch Abseilen, Klettern, Springen, Rutschen, Schwimmen und manchmal sogar Tauchen. Die Sportart ist nicht ungefährlich. Es kommt hin und wieder vor, dass Sportler von plötzlich ansteigendem Wasser überrascht werden. Dabei ist es in der Vergangenheit auch bereits zu tödlichen Unfällen gekommen. Je mehr Menschen eine Sportart ausüben, desto mehr Unfälle gibt. Dies ohne, dass sich die Unfallquote dabei zwingend verändern muss.

Ich habe den Eindruck, dass Canyoning Gegner und Medien jeden Unfall nutzen um gegen die von ihnen verhasste Sportart zu hetzen. So machten die Medien auch aus dem Unglück, welches vor ein paar Wochen in Amden passiert ist, eine riesen Geschichte. Tele Züri interviewte dabei jeweils einen ortsansässigen Bauern, der sich über die Canyoning-Veranstalter ärgert weil diese ihre Autos auf seinem Gelände parkieren. Dieser Bauer hat wahrscheinlich von Canyoning gar keine Ahnung. Trotzdem war er für Tele Züri ein wichtiger Ansprechspartner um gegen Canyoning zu hetzen. Ich finde das vollkommen daneben. So tragisch es auch ist, dass Leute bei Unfällen ums Leben kommen, deswegen gleich ein Verbot für Canyoning auszusprechen ist übertrieben. Liebe Journalisten, benutzt  erst einmal den gesunden Menschenverstand bevor ihr aus jedem Unglück gleich eine riesen Geschichte macht.

An jene, die gerne für vorschnelle Verbote plädieren wenn etwas passiert, haben Sie sich schon einmal überlegt wieviele Menschen bei anderen Sportarten wie z.B. beim Bergsteigen ums Leben kommen? Wollen Sie deswegen auch gleich das Bergsteigen verbieten? Beim Bergsteigen gibt es wesentlich mehr tödliche Unfälle als beim Canyoning. Dies unter anderem wie beim Canyoning wegen Unwettern, Bergstürzen und anderen wetterbedingten Umständen.

Der Winter steht wieder vor der Tür. Viele Menschen werden wieder in die Berge reisen zum Skifahren, Langlaufen und Ski-Bergtouren zu machen. Einige  dieser Menschen werden in Skiunfälle verwickelt sein, manche davon könnten tödlich sein. Andere werden Opfer von Lawinen werden. Wieso verbieten wir deswegen nicht auch gleich das Skifahren, Langlaufen und Skitouren??? Weil dann der bereits gebeutete Schweizer Tourismus leidet? Weil es ums Geld geht? Was ist das für eine verlogene Pseudomoral und für ein Heuchlertum?!

Allen, die immer wieder den Spruch loslassen, dass jeder Tote einer zuviel sei, sei einmal gesagt, dass die Mortalitätsrate seit dem Mittelalter deutlich gesunken ist. Menschen, die heute leben haben trotz Extremsport eine höhere Lebenserwartung als Menschen im Mittelalter.