Wie sich Römer und Chinesen vor Einwanderern schützten

Von Alexander Müller veröffentlicht am 1. März 2014 | 1.376 mal gesehen

Vor ca. 1’878 Jahren bauten die Römer im Norden Englands den Hadrianswall. Er sollte die romanisierte Bevölkerung Englands vor den damals von den Römern als Barbaren bezeichneten damaligen Nordinsulanern schützen.

Noch älter als der Hadrianswall sind Teile der chinesischen Mauer. Ihr Bau lässt sich bis ins 7. Jahrhundert vor Christus zurückverfolgen. Sie sollte das chinesische Kaiserreich vor den nomadischen Reitervölkern im Norden schützen.

Der Bau von Mauern und eine protektionistische Abschottung hat in der Geschichte der Menschheit eine lange Tradition. Die Geschichte hat aber auch gelehrt, dass Mauern nicht vor einem inneren Zerfall eines Reiches schützen können. Solange im römischen Reich und im chinesischen Reich starke Herrscher herrschten, brauchten diese Reiche keine Mauern. Die mächtigen Mauern konnten jedoch die schwachen Herrscher nicht schützen.

Was lernen wir daraus? Mauern können einen morschen Staat nicht vor seinem inneren Zerfall schützen. Alle Mauern können früher oder später überwunden werden. Wer sich verteidigen kann und stark ist, der braucht keine Mauern. Wer schwach ist und sich nicht verteidigen kann, der findet auch hinter Mauern keinen Schutz.