Wie Amazon gegen AdWords-Werberichtlinien verstösst

Von Alexander Müller veröffentlicht am 30. November 2016 | 373 mal gesehen

Google Adwords ist ein gewinnorientiertes Unternehmen, dass vordergründig hohe ethische Standards vertritt. Wie genau es das Unternehmen mit seinen ethischen Standards nimmt, sieht man an der mangelhaften Umsetzung von AdWords-Werberichtlinien bei Werbeanzeigen von Amazon.

Amazon hat schon mehrfach Werbeanzeigen für Pfeffersprays mit fehlerhaftem Anzeigentext aber richtiger Keyword-Setzung geschaltet. Wer auf der Google-Suchmaschine mit dem Keyword „Pfefferspray“ sucht, findet eindeutige Amazon-Werbung für Pfefferspray. Das Wort Pefferspray ist im Anzeigentitel zwar falsch geschrieben, trotzdem erkennt jeder auf Anhieb welche Produkte da beworben werden. Amazon macht diese Schreibfehler um den automatischen Überprüfungsmechanismus von AdWords zu umgehen. Denn AdWords erlaubt aufgrund seiner Werberichtlinine keine gefährlichen Produkte, die Schäden oder Verletzungen verursachen können. Deshalb ist das Keyword „Pfefferspray“ in den Adwords-Anzeigen verboten und automatisch gesperrt. Aus diesem Grund steht in den einschlägigen Werbeanzeigen überall „Abwehrspray“ oder „Verteidigungsspray“. Dass Google-Adwords das erlaubt, zeigt wie heuchlerisch das Unternehmen ist.

Nachdem Adwords meine Website aufgrund von dort angebotenen Messern und Pfeffersprays für Adwords-Werbung gesperrt hat, habe ich sie gefragt, warum sie dasselbe Amazon erlauben. Sie wissen also mit Sicherheit über die Praktiken von Amazon Bescheid, lassen Amazon aber gewähren.

Im folgenden Screenshot seht ihr gleich mehrere Verstösse von Amazon gegen die AdWords-Werberichtlinien. Ich habe diesen Screenshot auch AdWords geschickt.

AdWords-Werberichtlinien
Rot eingekreist Amazon AdWords-Werbeanzeige für Pfefferspray

Verstoss 1: Werbung für gefährliche Produkte oder Dienstleistungen. Es dürfen keine Produkte beworben werden, mit denen Schäden oder Verletzungen verursacht werden können. Mit dieser Begründung untersagte mir AdWords Werbung für Pfeffersprays und Messer und sperrte meine Seite für AdWords-Werbung, was eine krasse Wettbewerbsverzerrung zu meinen Ungunsten darstellt.

Verstoss 2: Unzulässige Praktiken durch Missbrauch des Werbenetzwerks durch Umgehung der automatischen Überprüfung mit Fehlern im Anzeigentext aber korrekter Keyword-Setzung. Der Fehler „Pfeerspray“ anstelle von Pfefferspray ist meiner Ansicht nach bewusst gesetzt worden. Denn dass Keyword wurde richtig gesetzt, sonst würde die Werbeanzeige bei der Suche mit dem Keyword Pfefferspray nicht erscheinen. Ausserdem hat Amazon Profis, die Werbeanzeigen schalten. Es ist unwahrscheinlich, dass diese Leute unbewusst bei mehreren Werbeanzeigen Schreibfehler machen. Ich habe im Verlauf der Zeit mehrere solcher meiner Ansicht nach bewusst gesetzter Rechtschreibfehler im Anzeigentext von Amazon gefunden. Zufällige Fehler schliesse ich deshalb aus. Mit diesen Fehlern gelingt es Amazon die automatische Keywordsperre von Adwords zu umgehen. Das ist nach den AdWords-Werberichtlinien eine unerlaubte Praktik.

Warum versagt Google AdWords?

Doch warum handeln die Verantwortlichen bei AdWords nicht? Bei anderen wie bei mir handeln sie sehr schnell. Bei Amazon drücken sie ganz offensichtlich kräftig beide Augen zu. Mir drängt sich da der Verdacht auf, dass dies an profitgetriebenen Gründen liegt. Schliesslich dürfte Amazon ein sehr guter Kunde von AdWords sein.  Ich bin der Ansicht, dass diese Doppelmoral und Ungleichbehandlung der Kunden zutiefst im Widerspruch zum moralischen Anspruch von Google AdWords steht. Das ist eine heuchlerische und unseriöse Art Geschäfte zu betreiben. Die Jungs von Google AdWords müssen hier noch viel lernen. Doch im Moment haben sie es aufgrund der Monopolstellung von Google nicht nötig. Ausserdem können sie sich zurücklehnen, da die Konkurrenz bei Bing genauso miserabel arbeitet und auch dort Amazon klar bevorteilt.

Wie Amazon gegen AdWords-Werberichtlinien verstösst
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9 Gedanken zu „Wie Amazon gegen AdWords-Werberichtlinien verstösst“

  1. Google Adwords behindert die Suche solche Ads nicht aus 2 nahe liegenden Gründen:
    – eine solche Aufgabe bedingt einen hohen Aufwand für die Kontrollen, der teuer ist und daher die
    Gewinne schmälert
    – eine dieserart praktizierte, konsequente Umsetzung der hohen ethischen Ansprüche könnte zu
    einem Abwandern der Werbenden zu anderen Suchmaschinen-Anbietern führen.

    Und Zusatz-Aufwand sowie Kundenstamm-Verluste wollen weder Google Adwords noch seine Konkurrenten im gleichen Markt erleiden.

    Eine konsequente Anwendung ethischer Ansprüche können nur demokratisch legitimierte Kontroll-Instanzen wahrnehmen – und genaugenommen ist es auch eine Aufgabe des Volkes, solche Kontroll-Instanzen demokratisch zu konstituieren und (für solche Kontrollen) zu mandatieren, denn das Volk ist ja auch der primäre Nutzniesser einer solche Kontrolle nach ethischen Gesichtspunkten.
    (Ich sehe nun schon das Gegenargument des Bürokratie-Monsters …)

    Um eine solche demokratische Konstitution, Mandatierung und Kontrolle bestmöglich zu gewährleisten, sind bestmögliche demokratische Grundlagen unumgänglich. Was ich darunter verstehe, habe ich beschrieben in meinem Blog
    Interessierte sind eingeladen, meine dortigen Thesen kritisch zu kommentieren.

  2. Hallo Werner,

    Da muss ich dir widersprechen.

    1. Sie haben eine automatische Keywordsperre. Das heisst, es ist gar nicht möglich das Keyword „Pfefferspray“ im Anzeigentext zu verwenden. Aufwand für diese Sperre ist 0, da es von einem Programm sichergestellt wird. Du kannst aber das Keyword trotzdem für die Werbung benutzen und das funktioniert so: Im Anzeigentext verwendest du das Wort „Verteidigungsspray“ oder „Abwehrspray“, dann definierst du in der Werbekampagne, dass deine Anzeige angezeigt werden soll, wenn einer mit dem Keyword „Pfefferspray“ sucht. So einfach ist das. Ich finde es verlogen wenn sie einerseits das Keyword Pfefferspray sperren und dann die Ersatz-Keywords „Abwehrspray“ und „Verteidigungsspray“ zulassen. Das ist nicht sauber. Die Fritzen von Amazon umgehen die automatische Keyword-Sperre für das Wort „Pfefferspray“ von Google zudem, indem sie das Keyword Pfefferspray absichtlich falsch schreiben. So können sie es auch im Anzeigentext verwenden, zwar falsch geschrieben aber immer noch für jeden erkennbar. Das sind Profis und es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie so ein Wort im Anzeigentext unabsichtlich falsch schreiben, es aber in der Keyword-Auswahl richtig schreiben. Dieser Schreibfehler wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit bewusst gemacht.

    2. Es gibt ein Meldesystem. Das heisst Google-Adwords-Angestellte müssen gar keine Zeit aufwenden um nach Regelbrechern zu suchen. Wer Verstösse sieht, kann es melden. Er kann den Werbelink angeben, einen Screenshot als Beweis mitliefern und angeben, gegen welche Regeln verstossen werden. Das funktioniert bei praktisch allen, nur bei Amazon ganz offensichtlich nicht. Grund: Das ist ein wichtiger Kunde für die. AdWords hat wahrscheinlich einen Key-Account-Manager für Amazon, der alles für Amazon regelt und dafür sorgt, dass die Regelverstösse nicht geahndet werden. Das ist ganz klar ein amoralisches Verhalten, das im Widerspruch zum Ehrencodex von Google steht. Googel hat ja das Motto „Don’t be evil“. Sie sollten sich gefälligst daran halten ansonsten sind sie fertige Heuchler!

    Das Meldesystem funktioniert sehr gut. Meine Werbung war korrekt und zugelassen. Nach ein paar Tagen wurde aber die Werbung für meine Seite mit dem Hinweis gesperrt, dass die von mir angebotenen Produkte (Messer und Pfeffersprays) gegen die Werberichtlinien von AdWords verstossen würden. Es handelt sich dabei unter anderem um exakt die gleichen Produkte für die Amazon schon seit JAHREN AdWords Werbung macht. Dort ist es offenbar jahrelang kein Problem gewesen und bei mir ist es schon nach ein paar Tagen ein Problem??? Ich vermute, dass ich von einem Linken gemeldet wurde. Vielleicht steckt sogar Moritz Adler dahinter. Er war 2012 am Shitstorm gegen mich beteiligt und arbeitet jetzt für Google. Er hätte in seiner Position sehr wahrscheinlich die Möglichkeiten dazu mein Business zu behindern.

    PS: Und mit Demokratie usw. hat das hier alles nichts zu tun. Es geht hier um ein privates Unternehmen und dessen private Werberichtlinien. Sie haben das Recht zu entscheiden welche Werbung sie akzeptieren und welche nicht. Darum geht es hier also überhaupt nicht. Mir geht es um die Heuchelei und das amoralische Verhalten bzw. unseriöse Geschäftsgebahren von AdWords und Amazon. Auf der einen Seite haben sie hohe ethische Standards und tun päpstlicher als der Papst und auf der anderen Seite erlauben sie ihren Grosskunden diese Regeln zu brechen. Bei Amazon ist zu kritisieren, dass sie bewusst mit faulen Tricks die Werberichtlinien und Kontrollmechanismen von AdWords umgehen.

    Die Werbe- und Marketingbranche besteht zu einem grossen Teil aus lauter Heuchlern und Blendern, deren Moral nichts wert ist. Mehr Schein als Sein, lautet bei dieser Branche die Devise.

  3. Auch bei Facebook behindern sie mich mit unfairen Methoden. Mir untersagen sie dort Pfefferspray-Werbung. Der Konkurrenz erlauben sie es. Siehe Screenshot, ich habe die Email, die sie mir geschrieben haben neben die Facebook-Werbung eines meiner Mitbewerber gestellt. Mir wird die Pfefferspray-Werbung meiner Mitbewerber angezeigt, ich selber darf aber aus unerfindlichen Gründen nicht werben obwohl ich alle gesetzlichen Voraussetzungen für den Vertrieb von Pfeffersprays erfülle. Ich habe den Sachkenntnisnachweis Chemikalienrecht und bin registriert. Auch da vermute ich politische Gegner dahinter, denn Mitbewerber würden ja ihre eigene Werbekampagne gefährden wenn sie mich melden.

  4. Meine politischen Gegner sind mehrheitlich feige und hinterlistige Säcke, die hinterrücks und anonym gegen mich vorgehen. Die Schweizer Gesinnungsjustiz schützt mich nicht und das nutzen meine Gegner (Journalisten, Linke und deren Amwälte) knallhart gegen mich aus. Das kann ich mit zahlreichen Verfahren in Sachen Persönlichkeitsrechte belegen. Die Justiz hat mich wegen einem Tweet, den ich im Jahr 2012 geschrieben habe, zur Person der Zeitgeschichte erklärt und legitimiert damit jede erdenkliche an mir begangene Persönlichkeitsverletzung. Dies selbst dann, wenn es gar nichts mit dem Tweet zu tun hat. Auch dass ich deswegen eine Person der Zeitgeschichte sein soll ist ein fertiger Witz, denn für die Leute auf der Strasse ist diese Geschichte längst gegessen. Meine politischen Gegner und die Presse können sie dank der Schweizer Gesinnungsjustiz aber immer noch zu meinen Lasten gegen mich verwenden und das tun sie auch. So haben sie mich z.B. vor ein paar Wochen in einem Artikel über Nationalrat Glarner wieder erwähnt, natürlich mit voller böswilliger Absicht. Da ist es völlig naheliegend, dass die selben Kreise auch versuchen mein Geschäft zu sabotieren. Sie haben ja meinen Ruf zerstört um meine berufliche und politische Karriere zu sabotieren und jetzt versuchen sie mein Geschäft zu sabotieren.

    Das tun die ja nicht nur bei mir. Als CVP-Nationalrat und Bierbrauer Alois Gmür für eine Verschärfung des Asylgesetzes war, kündigte ihm die staatlich finanzierte linke „Reitschule“ Medienberichten zufolge den Vertrag. Ein nicht sonderbar demokratisches Verhalten, das zeigt wie Linke vorgehen um politische Gegner kaltzustellen oder zum Schweigen zu bringen. (Quelle)

    Das ist übrigens ein Grund dafür warum viele Geschäftsleute und Angestellte ruhig sind oder sich im Internet nur anonym äussern. Ich mache das aus Prinzip nicht, da mir an demokratischen Grundsätzen sehr gelegen ist. Es muss in der Schweiz möglich sein, seine Meinung zu äussern ohne dass einem wirtschaftliche Konsequenzen und gesellschaftliche Ächtung drohen. Dabei sollen auch ausdrücklich Worte und Aussagen gemacht werden dürfen, die Linken missfallen.

  5. Hoi Alexander

    Danke für Deine Richtigstellungen.
    Ich hatte Deinen Blog so verstanden, dass man sich Gedanken machen soll, wie solche Macht-Missbräuche durch GoogleAdd auf legalem Weg verhindert werden könnten (was ein Auftrag an den Staat wäre), während es Dir offenbar mehr darum ging, den unbefriedigenden Zustand einfach mal zu Recht anzuprangern.
    Deine Leser für solche Praktiken zu sensibilisieren, ist ein guter erster Schritt – aber eine Besserung wird erst erreicht, wenn auch mögliche Gegenmassnahme aufgezeigt und zur Diskussion gestellt werden – und das wollte ich mit meinem Kommentar anschieben.

  6. @ Moritz Adler
    Ich werde Sie NICHT ALS ANUSKLOAKE bezeichnen – aus rechtlichen Gründen und weil es auch gar nicht nötig ist: Sie haben Sich mit ihrem schäbigen Kommentar hinlänglich selber (dis)qualifiziert

  7. Ja Werner, das hast du richtig erkannt. Es geht darum meine Leser auf diese Problematik aufmerksam zu machen. Dagegen machen kann ich nicht viel. Google Adwords hat hier eine Monopolstellung und wenn ich mit denen korrespondiere, dann melden sich Angestellte aus Irland, die nicht viel bewirken können.

    Gut wäre, wenn Google eine ernsthafte Konkurrenz hätte, die weniger abgehobene Ethik-Standards hätte und damit automatisch ehrlicher und fairer wäre. Denn viele Firmen mit abgehobenen Ethikstandards halten sich nach meiner Erfahrung nicht an ihre eigenen Standards. Allenfalls tun sie das bei den kleinen Kunden, nicht aber bei den Grossen. Dieses unfaire Geschäftsgebaren ist ganz klar unmoralisch und unethisch. Dass das Unternehmen wie Google Adwords, BingAds und Facebook egal ist, ist mir auch klar. Das ganze Theater mit diesen ethisch und weltanschaulich motivierten Gutmenschen-Richtlinien ist Marketing und es geht darum die Leute mit einem Image zu blenden. Nur wenige Menschen betrachten solche Images kritisch. Hauptsächlich fällt es Betroffenen auf.

  8. Glaubst Du wirklich, dass man „Dagegen nicht viel machen kann“ ?
    Immerhin wurden auf gesetzlichem Weg schon diversen Massnahmen getroffen, welche den Nutzer von google schützen und die Machtposition von google etwas eingeschränkt haben …

    Allein die Diskussion solcher möglicher und eventuell beabsichtigter Massnahmen sind geeignet, wirtschaftliche Organisationen zu einem „faireren“ Umgang mit ihrer Klientel zu „motivieren“.

    Oder bin ich mit dieser Meinung einfach nur ein weltfremder Utopist ?

  9. Das ist in der EU und nicht in der Schweiz geschehen. Den Schweizer Rechtsstaat kannst du rauchen, der taugt nichts. Die Leute, die unseren Rechtsstaat vertreten, sind wahrscheinlich unfähig das Problem auch nur annähernd zu erkennen. Abgesehen davon bin ich kein Freund von staatlichen Eingriffen und Verboten. Für mehr unsinnige Gesetze und Verbote sorgen schon unsere linken Gutmenschen. Ihnen haben wir ein unsinniges Waffengesetz zu verdanken, dass die Schweiz nicht wirklich sicherer macht.

    Viele, die in unserem Land Gesetze machen, sind abgehobene Theoretiker mit unzureichender praktischer Lebenserfahrung und unzureichendem praktischem und gesundem Menschenverstand. Das ist leider so. Auch in privaten Unternehmen wie Google sind solche Leute leider tätig. Sie sorgen dafür, dass Unternehmen wie Google Adwords abgehobene weltanschauliche Richtlinien haben. Diese werden dann in der Praxis nicht konsequent und fair umgesetzt und dann ist das Ganze ungerecht und damit unmoralisch.

Lieber Leser, Deine Meinung interessiert mich!