Wie Amazon gegen AdWords-Werberichtlinien verstösst

Von Alexander Müller veröffentlicht am 30. November 2016 | 396 mal gesehen

Google Adwords ist ein gewinnorientiertes Unternehmen, dass vordergründig hohe ethische Standards vertritt. Wie genau es das Unternehmen mit seinen ethischen Standards nimmt, sieht man an der mangelhaften Umsetzung von AdWords-Werberichtlinien bei Werbeanzeigen von Amazon.

Amazon hat schon mehrfach Werbeanzeigen für Pfeffersprays mit fehlerhaftem Anzeigentext aber richtiger Keyword-Setzung geschaltet. Wer auf der Google-Suchmaschine mit dem Keyword „Pfefferspray“ sucht, findet eindeutige Amazon-Werbung für Pfefferspray. Das Wort Pefferspray ist im Anzeigentitel zwar falsch geschrieben, trotzdem erkennt jeder auf Anhieb welche Produkte da beworben werden. Amazon macht diese Schreibfehler um den automatischen Überprüfungsmechanismus von AdWords zu umgehen. Denn AdWords erlaubt aufgrund seiner Werberichtlinine keine gefährlichen Produkte, die Schäden oder Verletzungen verursachen können. Deshalb ist das Keyword „Pfefferspray“ in den Adwords-Anzeigen verboten und automatisch gesperrt. Aus diesem Grund steht in den einschlägigen Werbeanzeigen überall „Abwehrspray“ oder „Verteidigungsspray“. Dass Google-Adwords das erlaubt, zeigt wie heuchlerisch das Unternehmen ist.

Nachdem Adwords meine Website aufgrund von dort angebotenen Messern und Pfeffersprays für Adwords-Werbung gesperrt hat, habe ich sie gefragt, warum sie dasselbe Amazon erlauben. Sie wissen also mit Sicherheit über die Praktiken von Amazon Bescheid, lassen Amazon aber gewähren.

Im folgenden Screenshot seht ihr gleich mehrere Verstösse von Amazon gegen die AdWords-Werberichtlinien. Ich habe diesen Screenshot auch AdWords geschickt.

AdWords-Werberichtlinien
Rot eingekreist Amazon AdWords-Werbeanzeige für Pfefferspray

Verstoss 1: Werbung für gefährliche Produkte oder Dienstleistungen. Es dürfen keine Produkte beworben werden, mit denen Schäden oder Verletzungen verursacht werden können. Mit dieser Begründung untersagte mir AdWords Werbung für Pfeffersprays und Messer und sperrte meine Seite für AdWords-Werbung, was eine krasse Wettbewerbsverzerrung zu meinen Ungunsten darstellt.

Verstoss 2: Unzulässige Praktiken durch Missbrauch des Werbenetzwerks durch Umgehung der automatischen Überprüfung mit Fehlern im Anzeigentext aber korrekter Keyword-Setzung. Der Fehler „Pfeerspray“ anstelle von Pfefferspray ist meiner Ansicht nach bewusst gesetzt worden. Denn dass Keyword wurde richtig gesetzt, sonst würde die Werbeanzeige bei der Suche mit dem Keyword Pfefferspray nicht erscheinen. Ausserdem hat Amazon Profis, die Werbeanzeigen schalten. Es ist unwahrscheinlich, dass diese Leute unbewusst bei mehreren Werbeanzeigen Schreibfehler machen. Ich habe im Verlauf der Zeit mehrere solcher meiner Ansicht nach bewusst gesetzter Rechtschreibfehler im Anzeigentext von Amazon gefunden. Zufällige Fehler schliesse ich deshalb aus. Mit diesen Fehlern gelingt es Amazon die automatische Keywordsperre von Adwords zu umgehen. Das ist nach den AdWords-Werberichtlinien eine unerlaubte Praktik.

Warum versagt Google AdWords?

Doch warum handeln die Verantwortlichen bei AdWords nicht? Bei anderen wie bei mir handeln sie sehr schnell. Bei Amazon drücken sie ganz offensichtlich kräftig beide Augen zu. Mir drängt sich da der Verdacht auf, dass dies an profitgetriebenen Gründen liegt. Schliesslich dürfte Amazon ein sehr guter Kunde von AdWords sein.  Ich bin der Ansicht, dass diese Doppelmoral und Ungleichbehandlung der Kunden zutiefst im Widerspruch zum moralischen Anspruch von Google AdWords steht. Das ist eine heuchlerische und unseriöse Art Geschäfte zu betreiben. Die Jungs von Google AdWords müssen hier noch viel lernen. Doch im Moment haben sie es aufgrund der Monopolstellung von Google nicht nötig. Ausserdem können sie sich zurücklehnen, da die Konkurrenz bei Bing genauso miserabel arbeitet und auch dort Amazon klar bevorteilt.